21. September 2021 / 09:37 Uhr

Über Neuzugang Bastian Roscheck bricht's herein: Recken in Saison angekommen

Über Neuzugang Bastian Roscheck bricht's herein: Recken in Saison angekommen

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Alle auf den Neuen: Bastian Roscheck (liegend) wird zum Opfer der Recken.
Alle auf den Neuen: Bastian Roscheck (liegend) wird zum "Opfer" der Recken. © Florian Petrow
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Die Recken sind mit dem Heimsieg über den Bergischen HC so richtig in der Saison angekommen - und Bastian Roscheck bei der TSV Hannover-Burgdorf. Seine neuen Mitspieler fielen nach dem Abpfiff über den Kreisläufer her, "das hat Spaß gemacht", sagte er - und meinte damit alles.

Er hat geahnt, dass da etwas kommen würde nach diesem starken Auftritt. Recken-Kreisläufer Bastian Roscheck hatte die Abwehr sehr gut organisiert beim 28:20-Sieg über den Bergischen HC. Und da es der erste Erfolg war für den 30-Jährigen im Dress der TSV Hannover-Burgdorf, braute sich etwas zusammen. Kapitän Fabian Böhm hatte ihn schon leicht in die Seite geboxt, spätestens da wusste Roscheck wohl Bescheid.

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Das Jubelrudel machte sich Minuten nach dem Abpfiff über ihn her. Stellte ihn wortwörtlich auf den Kopf und feierte ihn rustikal. Damit konnte der Ex-Leipziger sehr gut leben. „Das hat Spaß gemacht. Und dieser Sieg war ja unheimlich wichtig. Du bist erst in der Saison drin, wenn du die ersten Punkte geholt hast.“ Und das haben die Recken mit einer Leistung geschafft, die den mehr als 2000 Fans viel Freude machte.

Recken feiern Heimsieg gegen Bergischen HC

Als seine Spieler gefeiert wurden, konnte sich das Trainer Christian Prokop ganz entspannt anschauen, er nahm auf der Bank Platz. Zuvor hatte er die mentale Stärke der Mannschaft gelobt, eine aggressive und konzentrierte Abwehr. „Wir haben fast über die gesamte Spielzeit wenige leichte Fehler gemacht“, stellte der neue Coach zufrieden fest – auch für ihn war es ja der erste Sieg in Hannover, „über den wir überglücklich sind“.

Als die meisten Spieler in der Kabine waren, schlug die Stunde der Kinder. Reichlich Recken-Nachwuchs eroberte das Spielfeld und durfte noch toben. Dabei suchten etliche Kleine die beliebte Anspielstation Evgeni Pevnov oder gar das Eins-gegen-eins gegen den Kreisläufer.

Edvardsson mit deutlicher Steigerung

Wen die Kinder ebenfalls schon kennen und „Eddy“ rufen, wie alle im Team, ist Jonathan Edvardsson. Für den neuen Schweden lief es als Spielmacher schon viel besser als zum Auftakt gegen die Rhein-Neckar Löwen. „Es hat viel Spaß gemacht, wir spielen immer besser zusammen“, so Edvardsson. Er war dankbar für die Freiräume, die ihm die Mitspieler kreiert hatten, und brachte es auf vier Treffer.

Explosiv und stark im direkten Duell, machte er einen guten Eindruck, da konnte Prokop den zweiten Spielmacher Veit Mävers (saß nach Bauchmuskelzerrung zumindest auf der Bank) guten Gewissens schonen. Ein großer Unterschied zur schwedischen Liga sei die viel größere Lautstärke in der Halle, sagte Edvardsson: „Es ist gut, in der Bundesliga zu sein. Ich liebe die Atmosphäre. Und dieser Sieg war sehr wichtig für uns.“


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Da konnte sich Torhüter Domenico Ebner nur anschließen. Er kam schon während des Spiels aus dem Jubeln gar nicht mehr heraus. Einmal musste ihn Prokop nach einer Parade lautstark auf die Bank beordern, weil die Recken in Unterzahl waren und mit einem zusätzlichen Feldspieler angreifen wollten – der Keeper hatte den Coach schlichtweg nicht gehört. Ebner lobte den Auftritt des gesamten Teams: „Wir haben alle sehr viel richtig gemacht. Und das fühlt sich einfach gut an. Stell' dir mal vor, wir verlieren auch das zweite Spiel zu Hause...“

Zu Gast war in der ZAG-Arena Malte Donker, der jetzt für Eisenach in der 2. Liga spielt. Er hatte mit seinem neuen Team zum Auftakt Bietigheim unter dessen neuem Coach Iker Romero geschlagen, verlor dann knapp gegen Gummersbach. „Ich bin super angekommen, es sieht gut aus“, sagte Donker.

Er genoss ein freies Wochenende und besuchte die Recken-Partie mit seiner Freundin. Auf die Frage, was sich im System der TSV geändert habe, antwortete er vielsagend: „Wir stehen nicht mehr ganz so offensiv, wir spielen mehr mit Wechseln und gehen mehr über den Block.“ Gefühlt ist er also noch ein Recke, und als solcher hatte auch Donker einen prächtigen Nachmittag.