08. Oktober 2020 / 20:36 Uhr

Vorsprung aus Hand gegeben: Recken haben gegen Coburg mehr Mühe als nötig

Vorsprung aus Hand gegeben: Recken haben gegen Coburg mehr Mühe als nötig

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Vincent Büchner nimmt Kurs auf einen Treffer.
Vincent Büchner nimmt Kurs auf einen Treffer. © Florian Petrow
Anzeige

Im Testspiel vor zweieinhalb Wochen hatten die Recken gegen den HSC 2000 Coburg überraschend mit 28:35 das Nachsehen, beim Wiedersehen in der Bundesliga lief es besser. Die TSV Hannover-Burgdorf hielt den Aufsteiger mit 27:23 in Schach und feierte den zweiten Heimsieg im zweiten Heimspiel.

Anzeige

Nun sind die neuen Heimtrikots endlich eingeweiht, diesmal brauchten die Recken die Camouflage-Variante nicht überzustreifen. Und verstecken mussten sie sich für diese Leistung ohnehin nicht. Gegen Aufsteiger HSC 2000 Coburg erkämpften sie in der ZAG-Arena ein 27:23 (13:11).

Das Spiel begann hart, Recken-Kreisläufer Ilija Brozovic erwischte seinen Gegner ebenso unglücklich wie wuchtig im Gesicht und musste prompt für zwei Minuten raus. Damit war das erste Zeichen gesetzt, die TSV fasste richtig zu und ging in Unterzahl durch Jannes Krone in Führung, der als Rechtsaußen begann. Erst nach acht Minuten trafen die Gäste erstmals per Siebenmeter zum 1:3 – Recken-Schlussmann Urban Lesjak hielt erneut stark.

Bilder vom Handball-Spiel der 1. Bundesliga zwischen der TSV Hannover-Burgdorf und dem HSC 2000 Coburg

Nicht unbedingt bequem - für beide: llija Brozovic liegt auf seinem Gegenspieler. Zur Galerie
Nicht unbedingt bequem - für beide: llija Brozovic liegt auf seinem Gegenspieler. ©

Weil die Gastgeber in der ersten Viertelstunde fünf freie Würfe ausließen, konnten sie sich nicht absetzen. Trainer Carlos Ortega wechselte viel, brachte die jungen Spieler früh. Als Krone mit per gedrehtem Ball zum 11:7 erfolgreich war (24. Minute), bekam Ortega den Ellbogen des auf der Bank jubelnden Kapitäns Fabian Böhm ab.

Ortega geht in die Knie

Das tat aber weniger weh als der Umstand, dass die Recken diesen Vorsprung so leichtfertig wieder aus der Hand gaben. Die Gäste, die im Test vor zweieinhalb Wochen in Hannover mit 35:28 gewonnen hatten, spielten vorsichtig, solide und oft auf Zeit. Das reichte, um auf Schlagdistanz zu bleiben.

Als Brozovic in den Kreis sprang und übers Tor zielte, ging Ortega fassungslos in die Knie. Zur Pause hätte die TSV gegen den Neuling mit fünf Treffern Differenz führen müssen, es hieß aber nur 13:11.

Einen Schreck gab es für die Recken gleich nach dem Wechsel, als Ivan Martinovic einen Schlag auf den Brustkorb abbekam und lange liegenblieb. Für den Linkshänder ging es zwar weiter, Coburg glich jedoch aus. Hannover wirkte nun verunsichert, die Partie drohte zu entgleiten. Ortega beriet sich ausgiebig mit Co-Trainer Iker Romero, was nun zu tun sei. Hätte Lesjak nicht einen Strafwurf pariert (37.), wären die Gastgeber gar erstmals in Rückstand geraten. Die Fans feierten den Keeper mit Sprechchören.

"Donki Kong" muss kurz runter

Brozovic und Martinovic sorgten ihren Toren für das wichtige 18:16 (43.), dennoch erhöhten die Gäste das Tempo nicht. „Zeitspiel, Zeitspiel!“, skandierten die Fans mehrfach. Eine umstrittene Zeitstrafe gegen Malte Donker (Neuer Spitzname: Donki Kong) nutzten die Gäste zum Anschluss, zuvor hatte Lesjak noch einen Siebenmeter abgewehrt.

Kurz darauf gab es den nächsten strittigen Strafwurf gegen die TSV, der diesmal verwandelt wurde – nun waren die Schiedsrichter endgültig die Buhmänner. Ortega ballte die Fäuste hinter dem Rücken und wandte sich wütend ab.

Mehr Berichte aus der Region

Die Antworten gaben die Recken durch gelungene Einzelaktionen. Böhm, Martinovic und Krone waren erfolgreich. Die beiden Tore von Filip Kuzmanovski zum 24:20 (54.) waren die bisher wichtigsten des Neuzugangs und eine Vorentscheidung.

Die Coburger stellten auf eine offensivere 5:1-Deckung um, aber jetzt hatten die Recken alle Zeit. Zwei Minuten vor Schluss erhoben sich die Zuschauer und applaudierten, Kuzmanovski erzielte das 26:22. Wenig später war dieser Kraftakt, in dem es sich die Recken so oft selbst schwer gemacht hatten, endlich beendet.