24. September 2019 / 09:48 Uhr

Recken-Höhenflug bringt Böhm zum Schmunzeln: "Jetzt kommt ein ganz einfaches Spiel"

Recken-Höhenflug bringt Böhm zum Schmunzeln: "Jetzt kommt ein ganz einfaches Spiel"

Carsten Schmidt
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die TUI-Arena wird beben: Der TSV Hannover-Burgdorf empfängt den Meister SG Flensburg-Handewitt. Das Besondere: Die Recken stehen vor dem kommenden Gegner - und können den siebten Sieg in Folge holen.
Die TUI-Arena wird beben: Der TSV Hannover-Burgdorf empfängt den Meister SG Flensburg-Handewitt. Das Besondere: Die Recken stehen vor dem kommenden Gegner - und können den siebten Sieg in Folge holen. © Lobback/Petrow/Montage
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Ein Schwergewicht zu Gast in Hannover: Am Donnerstag gastiert der deutsche Handballmeister SG Flensburg-Handewitt in der TUI Arena. Der TSV Hannover-Burgdorf ist gegenwärtig aber mindestens ebenbürtig, denn die Recken stehen mit voller Ausbeute auf dem ersten Tabellenplatz. Fabian Böhm fragt deshalb: „Warum sollten wir nicht auch da etwas mitnehmen?“

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Die Handball-Recken beeindrucken sogar Stefan Kretzschmar. „Es macht Spaß, sich Hannover in diesem Jahr anzugucken“, sagte der Ex-Europameister und Experte beim Bezahlsender Sky während der Bundesliga-Übertragung am Sonntag. Kretzschmar ist ein Freund der klaren Aussprache und sparsam mit Lob, insofern hat diese positive Einschätzung zum Sensationstabellenführer TSV Hannover-Burgdorf Gewicht.

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Trainer Carlos Ortega im Gespräch. ©

Böhms erfrischendes Selbstbewusstsein

Vom aktuellen Handball-Spaß spricht auch Recken-Kapitän Fabian Böhm angesichts des Startrekords von sechs Siegen in sechs Bundesliga-Partien. „Jetzt kommt ein ganz einfaches Spiel“, sagte der 30-Jährige schmunzelnd mit Blick auf das Duell mit Meister SG Flensburg-Handewitt am Donnerstag (19 Uhr, Tui-Arena). „Warum sollten wir nicht auch da etwas mitnehmen?“

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Böhm und seine Kollegen haben keine Furcht vor den anstehenden Aufgaben – es folgen Melsungen (auswärts, 6. Oktober), Magdeburg (daheim, 13. Oktober) und die Rhein-Neckar Löwen (daheim, 17. Oktober) in der Bundesliga sowie abermals Flensburg (auswärts, 3. Oktober) im DHB-Pokal. „Ohne den anderen Bundesligisten zu nahe zu treten, aber auf diese Auseinandersetzungen mit den Topteams freut man sich doch als Profi“, sagte der linke Rückraumspieler. Und der Druck liegt bei der Recken-Konkurrenz, die punkten muss, um die Hannoveraner von der Tabellenspitze wieder zu verdrängen.

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Böhm: "Da hilft es, wenn man sich auf die Kollegen verlassen kann"

Der Recken-Spaß hat System. „Wir spielen in Angriff sicher und geduldig und warten auf den besten Augenblick zum Abschluss“, sagte Böhm. Auch die Abwehr steht, und auf beide Torhüter Domenico Ebner und Urban Lesjak ist Verlass. Nur einmal, zum Auftakt gegen GWD Minden, kassierte die TSV 30 Gegentore. „Da waren wir noch etwas nervös“, sagte Böhm. Experte Kretzschmar nannte noch weitere Faktoren: „Da gibt es eine hohe Identifikation und Emotionalität in der Mannschaft.“

Böhm bestätigte diese Einschätzung. „Natürlich will jeder möglichst 60 Minuten spielen“, sagte er. „Aber man braucht in diesen intensiven Begegnungen auch seine Erholung. Da hilft es, wenn man sich auf die Kollegen verlassen kann.“ Der Kapitän hob dabei auch die Jungen wie Malte Donker oder Neuzugang Ivan Martinovic hervor.

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<b>28. Spieltag:</b> SG Flensburg-Handewitt (A), Donnerstag, 19. März 2020, 19 Uhr Zur Galerie
28. Spieltag: SG Flensburg-Handewitt (A), Donnerstag, 19. März 2020, 19 Uhr ©

Böhm hat EM im Visier

Auch Böhm selbst nimmt nach gesundheitlichen Problemen in der Vorbereitung Fahrt auf, zuletzt warf er acht Tore in Stuttgart. „Ich sehe mich bei 90 bis 95 Prozent“, sagte er zu seiner aktuellen Form. Legt er noch die paar Prozente bis 100 drauf, dann sollte der Traum von der EM-Teilnahme und dem Olympiastart 2020 wahr werden. „Dann brauchen wir auch genügend Handball-Karten für Familie Böhm“, sagte er lachend. Was nach Tokio passiert, lässt Böhm noch offen. Sein Vertrag in Hannover läuft im Sommer 2020 aus. „Es laufen Gespräche“, sagte er.

Fest steht, dass Böhm sich im Sinne seiner Frau und der beiden Kinder entscheiden wird. Die Familie – auch Eltern und Geschwister – gibt ihm Kraft und Unterstützung. „Meine Eltern haben eine Recken-Dauerkarte“, sagte er. Sie werden also auch am Donnerstag wieder aus Potsdam anreisen und in der Tui-Arena (bislang sind knapp 5000 Karten verkauft) mitfiebern.