10. November 2021 / 11:15 Uhr

"Wird immer stabiler, besser:" Für Kapitän Böhm stimmt der Trend bei den Recken

"Wird immer stabiler, besser:" Für Kapitän Böhm stimmt der Trend bei den Recken

Simon Lange
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Sieht den kommenden Aufgaben optimistisch und seiner Zukunft gelassen entgegen: Recken-Kapitän Fabian Böhm.
Sieht den kommenden Aufgaben optimistisch und seiner Zukunft gelassen entgegen: Recken-Kapitän Fabian Böhm. © IMAGO/Noah Wedel
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Die TSV Hannover-Burgdorf steht vor einer schwierigen Auswärtswoche mit Spielen in Leipzig und Kiel. Im Interview mit dem SPORTBUZZER hat Kapitän Fabian Böhm über die Chancen, den Saisonstart und den Vertragsstau bei den Recken gesprochen.

Fabian Böhm, wie bewerten Sie das erste Saisondrittel der Recken?

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Rein punktetechnisch ist es nicht das, was wir uns vorgestellt haben. Trotzdem ist es ganz klar so, dass eine Tendenz bei uns zu erkennen ist. Nicht nur anhand der letzten beiden gewonnenen Spiele, sondern auch schon vorher. Wir hatten einen Trainerwechsel im Sommer, der einfach seine Zeit für die Umstellung brauchte. Es waren vier sehr intensive Jahre mit Carlos Ortega und Iker Romero. Da muss sich eine Mannschaft neu finden. Spieler versuchen, in neue Rollen zu schlüpfen, Spieler bekommen neue Rollen vom neuen Trainer. Das ist ein Prozess. Wir zeigen von Woche zu Woche, dass es immer stabiler, immer besser wird. Wir befinden uns da auf einem sehr guten Weg. Ich merke, wie die Jungs im Training sind und wie gut es mit Christian Prokop passt.

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Welche Auswirkungen hatte der Tiefpunkt gegen Wetzlar, als die Recken mit 16:38 die heftigste Pleite seit der Bundesligazugehörigkeit kassierten?

Wir haben aktuell ein Torverhältnis von minus 20 Toren, ein Spiel haben wir mit minus 22 verloren – das sagt doch einiges aus. Alle Spiele, bis auf das eine, waren bis zum Ende knapp. Wetzlar war ein Blackout. Das schlimmste Negativerlebnis meiner Karriere. Trotzdem ist die Mannschaft gut aufgestanden. Wir haben sportlich gute Reaktionen gezeigt, sind cool geblieben, haben weiter gut gearbeitet, haben weiter an uns geglaubt. Wir befinden uns seitdem in einem guten Trend.

Die Recken haben es vermieden, ein konkretes tabellarisches Saisonziel zu formulieren. Ist jetzt die Zeit dafür?

Wir haben jetzt zwei Spiele gewonnen – und plötzlich sind es nur noch drei Punkte bis Platz sieben. Es ist alles sehr eng. Es ist viel zu früh und schwer, jetzt schon eine Prognose abzugeben.


Das ist der Spielplan der Recken der TSV Hannover-Burgdorf in der HBL-Saison 2021/22

<b>28. Spieltag:</b> HSG Wetzlar (H), Sonntag, 1. Mai, 16.05 Uhr Zur Galerie
28. Spieltag: HSG Wetzlar (H), Sonntag, 1. Mai, 16.05 Uhr ©

Nach der Länderspielpause geht es für die Recken mit einem superschweren Programm weiter im November und vor allem im Dezember mit sieben Spielen innerhalb von drei Wochen...

Der obligatorische Handball-Dezember. Es ist immer der handballreichste Monat. Ja, es sind sehr viele Spiele, aber eben auch Spiele, die sehr wichtig für uns sind. Und auch das anstehende Programm mit den beiden Auswärtsspielen in Leipzig und Kiel ist knüppelhart. Aber wir haben schon mit dem Sieg in Erlangen gezeigt: Jedes Spiel muss erst einmal gespielt werden. Warum also nicht auch in Leipzig oder in Kiel gewinnen?

Der THW scheint angeschlagen zu sein.

Ach, was heißt angeschlagen? Nur weil sie in Nettelstedt verloren haben? Es gibt Spiele, da laufen manche Sachen einfach nicht so zusammen. Das haben wir ja selber erlebt. Gegen Magdeburg nicht gewonnen, Ausrutscher in Nettelstedt, in Berlin unentschieden gespielt. Das sind Ergebnisse, die passieren können, außer eben Nettelstedt. Kiel liefert jede Woche in der Champions League, die haben ein Riesenpensum. Mit Sagosen und Weinhold hatten sie zwei Corona-Fälle. Da kann man nicht davon reden, dass der THW strauchelt.

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Im Sommer 2022 laufen zehn Recken-Verträge aus. Auch Ihrer. Droht die Gefahr, dass das Team auseinanderfällt?

Das kann ich schwer beantworten. Ich führe ja keine Gespräche mit jedem Einzelnen, wie seine persönliche Vertragssituation und sein Befinden sind. Meine Aufgabe ist es, die aktuelle Mannschaft zu motivieren und dafür zu sorgen, dass wir eine homogene Gemeinschaft sind.

Wünschen Sie sich denn, dass die Mannschaft zusammenbleibt?

Wir haben ein Team, das sich seit zwei, drei Jahren im Umbruch befindet. Der Umbruch ist fast geschafft. Es wäre schade, wenn alles auseinanderbrechen würde.

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Wie sind Ihre eigenen Pläne?

Hannover ist natürlich weiter eine Option für mich. Aktuell kann ich nicht mehr dazu sagen. Natürlich ist eine Entscheidung zu treffen. Aber ich bin in dem Alter, wo ich mir nicht mehr den persönlichen Stress damit mache. Weil ich weiß, was ich kann, was ich gebe und was ich möchte. Das heißt aber nicht, dass meine Entscheidung gefallen ist.