20. Mai 2021 / 07:22 Uhr

Mann der Stunde: "Aber dabei soll es nicht bleiben" für Recken-Talent Martin Hanne

Mann der Stunde: "Aber dabei soll es nicht bleiben" für Recken-Talent Martin Hanne

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Der formstarke Martin Hanne und die Recken haben gegen Ludwigshafen noch etwas gutzumachen.
Der formstarke Martin Hanne und die Recken haben gegen Ludwigshafen noch etwas gutzumachen. © IMAGO/Revierfoto
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"Wenn er weiter so arbeitet, wird er ein großer Spieler werden", sagt Coach Carlos Ortega über Martin Hanne. Der Youngster ist der Mann der Stunde bei den Recken, "aber dabei soll es nicht bleiben". Der 20-Jährige "will weitere Schritte nach vorn machen", schon am Donnerstag gegen Ludwigshafen.

Es läuft beinahe beängstigend gut für Martin Hanne. Fünf Tore zuletzt gegen Lemgo, dann fünf gegen Berlins Füchse. Der 20-jährige Handballprofi der TSV Hannover-Burgdorf hat reichlich Lob bekommen. Keine Frage, Hanne ist der Mann der Stunde bei den Recken. Wenn nicht sogar ihr Spieler der Saison.

Fragen beantwortet der Rückraumspieler auch längst professionell. „Ich freue mich über die Komplimente, darf das alles aber nicht zu sehr an mich heranlassen. Es kommen auch mal schlechtere Spiele von mir“, lautet dann so ein, nun ja, beinahe altkluger Satz. Gegen die Eulen Ludwigshafen soll jedoch ungeachtet von Hannes Formkurve am Donnerstag im Bundesliga-Nachholspiel (19 Uhr, ZAG-Arena) unbedingt ein weiterer Sieg her.

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Seit vier Partien sind die Recken ungeschlagen. „Es ist unsere beste Serie in dieser Saison“, räumt Hanne ein, warnt jedoch zugleich: „Aber die Eulen haben wirklich eine sehr starke Mannschaft, es ist ein unangenehmer Gegner.“

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Ungute Erinnerungen ans Hinspiel

Das sieht auch Cheftrainer Carlos Ortega so: „Wir haben großen Respekt, Ludwigshafen ist gefährlich.“ Das gilt besonders für Hendrik Wagner, mit 119 Toren bester Werfer der Gäste. Er war zudem derjenige, der im Hinspiel in letzter Sekunde für den aus TSV-Sicht mehr als ärgerlichen Ausgleich sorgte. Es war der wohl schmerzhafteste Punktverlust der Spielzeit. Bei den Recken ist Ivan Martinovic (110 Treffer) erfolgreichster Akteur, Johan Hansen bringt es auf 102.

Mit einem Sieg würden die Eulen bis auf einen Punkt heranrücken an Balingen-Weilstetten auf dem ersten Nichtabstiegsplatz. „Diese Mannschaft kann kämpfen, und das wird sie bei uns, es geht für sie ums Überleben in der 1. Liga“, so Ortega.

Derlei Sorgen haben die Recken nicht, ganz im Gegenteil. Die Stimmung ist gelöst nach sieben Zählern am Stück. Passend zur Jahreszeit blühen sie auf. „Die Blumen kommen, die Stadt ist super grün“, schwärmt Ortega von Hannover. Dass er schon zur nächsten Saison am liebsten zum FC Barcelona wechseln würde, steht auf einem anderen Blatt. Die Verhandlungen laufen zwar, noch aber ist kein Nachfolger für den Spanier gefunden. Einstweilen herrscht Stillstand.


Spielplan der TSV Hannover-Burgdorf in der Bundesliga-Saison 2020/21

<b>37. Spieltag:</b> HBW Balingen-Weilstetten (A), Mittwoch, 23. Juni, 19 Uhr Zur Galerie
37. Spieltag: HBW Balingen-Weilstetten (A), Mittwoch, 23. Juni, 19 Uhr ©

Die Recken indes könnten am Donnerstag schon auf Platz zwölf klettern, dann folgen im Mai drei weitere lösbare Aufgaben (Minden, Nordhorn-Lingen und Stuttgart) gegen Teams aus der unteren Tabellenregion. Es könnte also eine Superserie für die TSV werden, einstelliger Tabellenplatz inbegriffen.

So weit will Ortega nicht schauen, er sagt lediglich: „Die Mannschaft ist in guter Verfassung.“ Damit das so bleibt, hat er das Training etwas dosiert und die Belastung genau im Blick. Es stehen viele Begegnungen in kurzer Zeit an, der Coach will Kräfte sparen und viel wechseln, um Verletzungen zu vermeiden. Immerhin steht Anfang Juni das Pokal-Final-4-Turnier auf dem Programm.

Martin Hanne kann all das genießen, er ist „sehr glücklich“ und hat viel Selbstvertrauen. „Aber dabei soll es nicht bleiben, ich will weitere Schritte nach vorn machen“, sagt Hanne. Dass der Youngster im linken Rückraum in jüngster Zeit viel Lob erfahren hat, ist Ortega natürlich nicht entgangen: „Martin ist aber mit beiden Füßen auf dem Boden. Wenn er weiter so arbeitet, bin ich sicher, wird er ein wichtiger und großer Spieler für Hannover werden.“