12. März 2022 / 11:52 Uhr

„Blick geht nach unten“: Die Recken müssen beißen, sind aber vom Weg überzeugt

„Blick geht nach unten“: Die Recken müssen beißen, sind aber vom Weg überzeugt

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Starke Abwehr: Bastian Roscheck, Nejc Cehte, Julius Fischer und Hannes Feise (von links) blocken gegen Alexander Weck.
Starke Abwehr: Bastian Roscheck, Nejc Cehte, Julius Fischer und Hannes Feise (von links) blocken gegen Alexander Weck. © IMAGO/Andreas Gora
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Nach der bitteren Niederlage beim Bergischen HC sagt Recken-Keeper Domenico Ebner: „Unser Blick geht nach unten.“ Angst vor dem Abstieg herrscht jedoch nicht, vielmehr stimmt die Leistung in Solingen Trainer Christian Prokop zuversichtlich. 

Die Kaderplanungen für die 1. Bundesliga sind fast abgeschlossen bei der TSV Hannover-Burgdorf. Da wäre es natürlich schön, wenn die Recken in der nächsten Saison tatsächlich noch erstklassig sind. Nach der bitteren 23:25-Pleite beim Bergischen HC kommen Zweifel daran auf. Trainer Christian Prokop will je­doch nicht den Abstiegskampf ausrufen, er sagt ganz klar: „Natürlich können wir die Tabelle lesen. Aber selbst wenn sich die Niederlage auch am Tag danach noch genauso schwer und mistig anfühlt: Der Weg ist der richtige.“

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Am Freitag standen Krafttraining und eine Videoanalyse an. „Ich bleibe dabei, wir haben 45 Minuten ein sehr gutes Spiel gemacht, hatten den Bergischen im Griff, haben viel investiert“, sagte der Cheftrainer. Überragend war Torhüter Domenico Eb­ner mit 16 Paraden. „Vieles war gut bei uns, aber der BHC hat sich super zurückgekämpft, das muss man sagen“, stellte Bastian Roscheck fest, der mit Justus im Fischer im Innenblock überzeugt hatte.

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In der 42. Minute markierte Veit Mävers das 20:15, dann kam der BHC. Nachdem Cehte zum 21:19 ge­trof­fen hatte (46.), fiel sechs Minuten kein Tor mehr. „In dieser Phase vergeben wir vier klare Chancen und ma­chen den Sack einfach nicht zu“, monierte Prokop, „wenn wir wieder auf plus drei stellen, ist das wahrscheinlich entscheidend.“

Ob es nun eine mentale Schwäche war oder die Kraft fehlte – insgesamt waren es zehn Fehlwürfe bei besten Gelegenheiten in der zweiten Hälfte, eine katastrophale Ausbeute und zu viel, um die wichtigen Zähler mitzunehmen. „Es waren zu viele kleine Fehler“, so Roscheck, der in Hälfte zwei Linus Ar­nes­son im Gesicht erwischte und offenbar auch das Auge traf. Arnesson musste behandelt werden, Ro­scheck kam mit einem blauen Auge, sprich zwei Minuten davon und betonte: „Wer mich kennt, der weiß, dass das keine Absicht war.“

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Leistung stimmt Prokop zuversichtlich

In der Schlussphase brachte Prokop noch Filip Kuzmanovski und ließ Mä­vers draußen, der gerade aus der Corona-Pause zu­rück war. „Ich wollte einen neuen Impuls setzen, aber das war zu wenig, da erwarte ich mir mehr von Filip“, so Prokop. Drei Minuten vor dem Ende kippte die Partie, der BHC führte zum ersten Mal.

„Wir haben sehr lange am Maximum gespielt“, sagte Ebner, wegen der Ausfälle im Rückraum habe die Kraft nachgelassen: „Der BHC hat ganz viele Wechselmöglichkeiten.“ Der Keeper räumte ein: „Unser Blick geht nach unten.“ Da jedoch kommen nicht mehr viele Klubs. Routinier Roscheck formulierte es so: „Wir mussten eigentlich schon beim Bergischen gewinnen. Gegen Stuttgart müssen wir jetzt unbedingt gewinnen.“ Am 24. März, nach der Länderspielpause, steht das Heimspiel gegen den TVB an. „Darauf legen wir den Fokus“, sagt Prokop, „nach drei Spielen, wo wir nicht bei 100 Prozent waren und die mich genervt haben, war es beim BHC besser. Das macht mich zuversichtlich.“

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