26. März 2021 / 19:15 Uhr

FAQ zur Recken-Quarantäne: So geht es für die TSV Hannover-Burgdorf jetzt weiter

FAQ zur Recken-Quarantäne: So geht es für die TSV Hannover-Burgdorf jetzt weiter

Jonas Szemkus und Simon Lange
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Befinden sich aktuell in Quarantäne: die Spieler der TSV Hannover-Burgdorf.
Befinden sich aktuell in Quarantäne: die Spieler der TSV Hannover-Burgdorf. © IMAGO/foto2press
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Die Recken sind in Corona-Quarantäne. Nach einem positiven Test reagierte das Gesundheitsamt der Region sofort und schickte alle Profis in die eigenen vier Wände. Das Spiel in Minden am Ostersonntag fällt aus. Wie geht es dem positiven Fall? Und wie trainieren Handballer im Homeoffice? Wir beantworten die wichtigen Fragen.

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Wie viele Corona-Fälle gibt es bei den Recken?

Bisher nur einen – die aktuelle Testrunde ist bei allen außer einem Recken negativ.

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Ist der möglicherweise gar nicht wirklich positiv, so wie bei den 96-Fußballern zuletzt Genki Haraguchi?

Nein! Der Spieler wurde doppelt getestet, zur Sicherheit. „Beide Tests, die bei dem Spieler durchgeführt wurden, waren positiv – auch ein zusätzlicher Bestätigungstest“, bestätigt Regionssprecher Christoph Borschel. Der Fußball-Fall lief anders: Bei Haraguchi war ein PCR-Test positiv, bei allen weiteren Testungen war er allerdings negativ. Das Gesundheitsamt geht mittlerweile davon aus, dass der erste Test fehlerhaft war, hob die 96-Quarantäne vorzeitig auf. Das dürfte bei den Recken ausgeschlossen sein.

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Wie geht es dem corona-positiven Recken?

Bis Donnerstag noch gut, seit Freitag nicht mehr gut. Der Spieler weist jetzt Symptome auf. Alle anderen Recken sind symptomfrei.

Wann endet die Quarantäne?

Am 6. April ist der letzte Quarantänetag – sofern die Spieler jeweils zweimal negativ hintereinander getestet worden. Erster möglicher Trainingstag ist dann der 7. April (Mittwoch).

Wie laufen die weiteren Corona-Tests ab?

Die Recken machen es wie die 96-Fußballer – per Drive-in-Test. Hannovers Handballer dürfen dafür, unter strengen Auflagen, ihre Wohnungen verlassen und mit dem Auto zur Testung fahren: Scheibe runter, Stäbchen rein, zurück nach Hause. Das Gesundheitsamt wird „im Rahmen der Quarantäne mindestens zwei Testungen beauftragen“, erläutert Regionssprecher Borschel. Die Recken könnten weitere Testrunden in Auftrag geben.

Im Fußball müssen immer wieder mal nur die positiv Getesteten in Quarantäne, statt des ganzen Teams. Bei Handballern gehen gleich alle – warum eigentlich?

Wer genau in Quarantäne muss, entscheidet das jeweils zuständige Gesundheitsamt. In Hannover musste auch 96 komplett in Quarantäne, bei den Recken handelt das Amt genau so. Logisch. Beim Handball gibt es außerdem „grundsätzlich deutlich mehr Körperkontakt als beim Fußball“, erläutert Borschel. „Spieler berühren sich permanent und kommen sich – auch mit den Händen – sehr nahe.“ In Sporthallen sei das Infektionsrisiko zudem „größer als unter freiem Himmel“.

Spielplan der TSV Hannover-Burgdorf in der Bundesliga-Saison 2020/21

<b>26. Spieltag:</b> Rhein-Neckar Löwen (A), Samstag, 17. April, 20.30 Uhr Zur Galerie
26. Spieltag: Rhein-Neckar Löwen (A), Samstag, 17. April, 20.30 Uhr ©

Könnten sich die übrigen Recken dennoch freitesten?

„Eine vorzeitige Freitestung aus der Quarantäne ist nicht möglich – weder für Sportlerinnen und Sportler, noch für Bürgerinnen und Bürger“, betont Borschel. Heißt im Beispiel: Auch wenn Veit Mävers nur negative Corona-Tests abliefert, sitzt er zwei Wochen in Quarantäne. Grund ist unter anderem das Mutationsgeschehen in der Region: Die britische Corona-Variante ist weit verbreitet, sie gilt als ansteckender und später nachweisbar.

Wie trainieren die Profis in Quarantäne?

Vor einem Jahr hatte sich Recken-Torwart Domenico Ebner eine provisorische Hantelbank aus Getränkekisten basteln müssen, diesmal ist er vorbereitet. Am Freitag schrieb er bei Instagram zum Bild seiner richtigen Hantelbank: „Das Homeoffice ruft“. Carlos Ortega hat seinen Spielern Trainingspläne an die Hand gegeben, damit sie möglichst wenig Form verlieren. Die Recken wollen den Profis außerdem spezielle Ausrüstung zur Verfügung stellen, zum Beispiel geliehene Spinningräder. Raus dürfen die Spieler nicht, höchstens in den eigenen Garten, wenn vorhanden. Dann könnten sie ein paar Bälle werfen und die Schulter in Schwung halten.

Gibt es schon Nachholtermine für die abgesagten Spiele gegen Ludwigshafen und Minden?

Nein. Die Termine müssen in Absprache mit den Vereinen, der Liga und dem TV-Sender Sky gefunden werden. Grundsätzlich gilt: je früher desto besser – also im April, wenn möglich. Die Recken haben 22 ihrer 38 Saisonspiele absolviert, sind damit gut dabei im Ligavergleich. Es bleibt trotz Quarantäne ausreichend Zeit, um die Runde zu Ende zu spielen.

Wann geht es weiter?

Sehr kurzfristig! Bereits am 10. April steht das Heimspiel gegen Meister Kiel an, die Recken haben dafür nur drei Tage Vorbereitungszeit. Eigentlich eine Zumutung für die Spieler. Eine Verlegung kommt aber nicht infrage. Kiel selbst spielte schon mal nur einen Tag nach Ende einer eigener Quarantäne.