18. September 2019 / 08:32 Uhr

Rekordstart der TSV Hannover-Burgdorf: Die acht Gründe für den Höhenflug

Rekordstart der TSV Hannover-Burgdorf: Die acht Gründe für den Höhenflug

Simon Lange
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Siegritual: Für die Recken läuft es rund, sie kommen aus dem Tanzen momentan gar nicht mehr raus.
Siegritual: Für die Recken läuft es rund, sie kommen aus dem Tanzen momentan gar nicht mehr raus. © Florian Petrow
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Mit fünf Siegen in fünf Spielen haben die Recken einen Rekordstart in der Handball-Bundesliga hingelegt. Sportbuzzer-Redakteur Simon Lange hat das Erfolgsrezept der Erstplatzierten entschlüsselt.

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Fünf Spiele, fünf Siege, Spitzenreiter – die Handball-Recken der TSV Hannover-Burgdorf haben einen Traumstart hingelegt und ihren Startrekord von 2017 eingestellt. Am Donnerstag beim TVB Stuttgart (1:7 Punkte) könnten sie mit dem sechsten Sieg eine neue Vereinsbestmarke aufstellen. Wir erklären die Gründe für den Höhenflug der Recken.

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Das Startprogramm

Zugegeben, es war bisher vergleichsweise einfach. Minden, Göppingen, Balingen, Lemgo und Bergischer HC sind allesamt keine Topteams. Auch gegen Stuttgart ist Hannover Favorit. Dennoch: Auch gegen die vermeintlich kleinen Gegner muss man erst mal so souverän gewinnen. In der Vergangenheit sind die Recken immer wieder gegen vermeintlich schwächere Teams gestolpert. Nach dem leichten Auftaktprogramm wird es ab nächster Woche allerdings bedeutend schwerer: Am 26. September kommt Meister Flensburg. Anschließend geht es gegen Melsungen, Magdeburg und die Rhein-Neckar Löwen, zwischendurch noch gegen Flensburg im Pokal. Gut, dass die Recken sich ein Punktepolster aufgebaut haben.

Die Stimmung

Die Siegesserie hat einen Nebeneffekt: Die Recken platzen nur so vor Selbstvertrauen. Die Stimmung war allerdings schon vor der Saison prächtig. Kapitän Fabian Böhm bekräftigte: „Ich habe das erste Mal seit meiner Zeit in Hannover das Gefühl: Wir sind ein richtig super eingeschworener Haufen.“ Er könne sich an keine Vorbereitung erinnern, „in der so viel gelacht wurde in der Kabine“. Die Stimmung überträgt sich aufs Spielfeld. Die Recken versprühen echte Spielfreude. Das merken auch die Fans, die ihr Team bedingungslos anfeuern.



TSV Hannover-Burgdorf: Das ist der Recken-Kader der Saison 2019/20 in Bildern:

Die Handball-Bundesligamannschaft des TSV Hannover-Burgdorf. Zur Galerie
Die Handball-Bundesligamannschaft des TSV Hannover-Burgdorf. ©

Der Anführer

Morten Olsen ist in der Form seines Lebens. Der Däne ist Dreh- und Angelpunkt im Angriffsspiel. Der 34-Jährige ist aktuell bester Spieler der Liga. Die Torschützenliste führt er mit 40 Treffen an, insgesamt hat er schon 62 Scorerpunkte auf seinem Konto. Der Weltmeister und Olympiasieger ist der unumstrittene Chef der „Olsenbande“ und der große Lehrmeister für die jungen Spieler im Rückraum. In der Vergangenheit wirkte Olsen oft launisch – wie (Handball-)Genies eben so sind. Momentan erleben die Recken aber einen hervorragend aufgelegten Olsen. „Ich weiß nicht, warum es so gut läuft, aber es kann gerne so weitergehen“, sagt er. Ein Jammer, dass es seine letzte Saison für die Recken ist. Olsen geht im Sommer 2020 zurück nach Dänemark.

Die jungen Wilden

Das Team wurde stark verjüngt. Mit 25,7 Jahren im Schnitt ist es sogar die jüngste Recken-Mannschaft aller Zeiten. Die jungen Wilden, vor allem aus dem eigenen Nachwuchs, bringen Schwung und Leichtigkeit ins Team.

Die alten Hasen

Spielmacher Morten Olsen (34), Kapitän Fabian Böhm (30) im linken Rückraum und Abwehrchef Mait Patrail (31) – die Schlüsselpositionen haben die Recken mit erfahrenen Spielern besetzt, die den Rest des Teams mitziehen. Selbst der erst 24 Jahre junge Rechtsaußen Timo Kastening zählt teamintern schon zu den Dienstältesten. Der Nationalspieler geht vor allem mit Toren voran – mit 35 Treffern liegt er auf Platz vier der Ligaliste.

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Die Neuen

Mittelmann Alfred Jönsson war leider lange verletzt, dafür konnten Torwart Domenico Ebner und U21-Vizeweltmeister Ivan Martinovic schon glänzen. Gerade Ebner hielt in den jüngsten Spielen hervorragend und ist auf dem Weg zur klaren Nummer eins. Vergangene Saison war die Torwartposition noch eine Schwäche.

Die Mannschaftsteile

Abwehr und Angriff funktionieren bislang sehr gut. Zahlen belegen das: Hannover hat von den Teams, die schon fünf Spiele hinter sich haben, die drittbeste Abwehr (127 Gegentreffer) und den zweitbesten Angriff (160 Tore) – das ergibt die beste Tordifferenz (plus 33) der Liga.

Die sportliche Führung

Weder Cheftrainer Carlos Ortega noch Sportchef Sven-Sören Christophersen haben sich vor der Saison von den Kritikern beirren lassen, die die Recken nach der mauen Vorsaison in der Liga und dem großen Umbruch schon auf Talfahrt gesehen haben. Die sportliche Führung hat Ruhe bewahrt, den vorhandenen Kader verbal gestärkt und bewusst keine konkrete Zielvorgabe ausgesprochen. Das hat den Druck reduziert. Das Team spielt frei auf.

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