14. Februar 2021 / 15:09 Uhr

Eine Nummer zu groß: Recken verlieren gegen Spitzenreiter SG Flensburg-Handewitt

Eine Nummer zu groß: Recken verlieren gegen Spitzenreiter SG Flensburg-Handewitt

Simon Lange
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Ivan Martinovic (am Ball) und die Recke waren der Übermacht der SG Flensburg-Handewitt am Ende nicht gewachsen.
Ivan Martinovic (am Ball) und die Recke waren der Übermacht der SG Flensburg-Handewitt am Ende nicht gewachsen. © Florian Petrow
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Die TSV Hannover-Burgdorf musste sich im ersten Spiel nach der WM-Pause Titelkandidat SG Flensburg-Handewitt geschlagen geben. Zu Beginn konnten die Recken dem Tabellenführer noch Paroli bieten, am Ende ließ der Favorit den Gastgebern in der ZAG-Arena aber keine Chance.

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Die Handball-Recken der TSV Hannover-Burgdorf sind nach der WM-Pause mit einer Niederlage wieder in die Bundesliga gestartet. Die Sensation blieb aus, Titelkandidat Flensburg war im Topspiel des Tages am Sonntagmittag eine Nummer zu groß - Hannover verlor in der ZAG-Arena mit 26:33. Dabei hatten die Recken einen Traumstart erwischt. „Wir wollen kompakt stehen und den Flensburgern das Tempo aus dem Spiel nehmen“, hatte Kapitän Fabian Böhm unmittelbar vor der Partie angekündigt. Und die Taktik funktionierte. 

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Nach der coronabedingt zügig und sparsamen Ehrung der WM-Finalisten beider Teams legten die Recken konzentriert und gedankenschnell los. Über eine 3:1- und 7:4-Führung setzte sich Hannover nach etwas mehr als einer Viertelstunde sogar mit vier Toren ab (10:6 und 11:7). Die Abwehr stand lückenlos. Und kam der Ball doch mal durch, entschärfte Torwart Domenico Ebner die Bälle.

Bilder vom Handball-Bundesligaspiel der Recken gegen die SG Flensburg-Handewitt

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Bilder vom Handballbundesligaspiel der Recken gegen die SG Flensburg-Handewitt ©

Flensburger Umstellung bringt Recken raus

Die Recken, die weiter auf Filip Kuzmanovski (Corona-Erkrankung) verzichten müssen, waren auf bestem Wege, den Titelkandidaten zu ärgern. SG-Trainer Maik Machulla hatte die Nase voll vom Auftritt seiner Starmannschaft und stellte die offensive Deckung auf eine klassische 6:0-Variante um. Das wiederum stellte die Recken vor Rätsel.

Plötzlich klappte bei der TSV nur noch wenig bis gar nichts, und auch die eigene Abwehr bröckelte, bei Flensburg löste sich hingegen der Torstau. Mit einem 7:1-Lauf drehte das Gastteam das Spiel und ging mit 14:12 in Front. Auch eine zwischenzeitliche Auszeit von Carlos Ortega konnte den Negativtrend der Recken nicht stoppen. Ortega brachte Urban Lesjak für Ebner, einen Unterschied machte es nicht. Die TSV sorgte zumindest dafür, dass sich Flensburg nicht absetzen konnte. Mit einem 16:18 ging es in die Pause.


Recken ergeben sich nicht

„Das Momentum sprang um, als Ebner nicht mehr ganz so gut gehalten hat, dazu kamen eins, zwei Fehler im Angriff“, analysierte Ex-Recken-Chef und jetziges DHB-Vorstandsmitglied Benjamin Chatton in der Halbzeit. Trotz „verdienter Führung für Flensburg“ hatte er Hoffnung für den zweiten Durchgang: „Ich glaube nicht, dass sich die Recken einfach so ergeben werden.“

Damit sollte er zumindest nicht komplett daneben liegen. Hannover wehrte sich tapfer, der wieder eingewechselte Ebner hielt einen Siebenmeter gegen Hampus Wanne. Die TSV hatte plötzlich die Chance, beim Stand von 20:22 auf ein Tor zu verkürzen, ein unerzwungener Fehlpass von Böhm in die Arme der Flensburger und das folgende Gegenstoßtor zum 20:23 machten die Hoffnung auf die Wende jedoch schnell wieder zunichte.

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Ortega unzufrieden mit Abwehrverhalten

Die Dinge nahmen jetzt ihren normalen Lauf, die Maschinerie des Meisterschaftskandidaten lief auf Hochtouren. Flensburg dominierte, Hannover reagierte. Als Jim Gottfridsson für die Gäste auf 25:20 stellte, sah sich Ortega erneut gezwungen, eine Auszeit zu nehmen. Es half nichts. Als Marius Steinhauser das 29:23 erzielte, holte sich Ortega schon wieder sein Team zusammen. Fast 30 Gegentore schon nach rund 51 Minuten - das schmeckte dem Spanier überhaupt nicht. "Was ist das in der Abwehr?", schnauzte er einzelne seiner Spieler an. Ab jetzt ging es nur noch darum, den Schaden zu begrenzen, sich eben nicht einfach so zu ergeben, auch wenn das Spiel zu diesem Zeitpunkt natürlich schon verloren war. Immerhin, die Recken fingen sich. Das Endergebnis geriet nicht mehr zum Desaster.