28. November 2021 / 18:23 Uhr

"Unfassbar wichtig": Recken setzen sich bei Lieblingsgegner Lemgo durch

"Unfassbar wichtig": Recken setzen sich bei Lieblingsgegner Lemgo durch

Simon Lange
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die Recken haben wieder Grund zum Jubeln - sie setzen sich in Lemgo durch.
Die Recken haben wieder Grund zum Jubeln - sie setzen sich in Lemgo durch. © IMAGO/Zink
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Angetrieben von einem sehr starken Ivan Martinovic haben sich die Recken beim TBV Lemgo Lippe mit 33:31 durchgesetzt. "Der Sieg war unfassbar wichtig", sagte Spielmacher Veit Mävers. Sein Team hat sich dadurch etwas Luft im Tabellenkeller verschafft.

Fabian Böhm boxte Ivan Martinovic beim Abklatschen unvermittelt in den Bauch. Die gut gemeinte Knuffaktion tat dem überraschten Zehnfachschützen dann doch etwas weh. Martinovic krümmte sich, nahm seinen Kapitän aber anschließend in den Arm.

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Böhm, der selber in der 43. Minute wegen der dritten Strafzeit vom Platz geflogen war, wusste, bei wem er sich zu bedanken hatte. Martinovic war noch vor dem starken Torwart Urban Lesjak (14 Paraden) und dem gut aufgelegten Spielmacher Veit Mävers der überragende Mann der Handball-Recken, die gestern Nachmittag bei ihrem Lieblingsgegner TBV Lemgo mit 33:31 gewannen.

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„Martinovic wirft nicht mehr!“ Die ruhige, dennoch kolossal genervte Ansage von Lemgo-Trainer Florian Kehrmann an seine Spieler in seiner letzten Auszeit in der 55. Minute war unmissverständlich. Dennoch verpuffte auch diese Ermahnung. Denn Martinovic traf nach seiner zweiminütigen Zeitstrafe doch noch einmal. Sein Tor zum 32:29 brachte die Entscheidung für den Erfolg der TSV Hannover-Burgdorf.

Das Team von Trainer Christian Prokop gewann beim Pokalsieger verdient und konnte sich nach zuletzt zwei Pleiten in Folge im Tabellenkeller etwas Luft verschaffen. „Der Sieg war unfassbar wichtig heute. Für die Stimmung im Team. Und für die Arbeit des Trainers“, sagte Mävers, der mit acht Toren glänzte und mit viel Übersicht und Variabilität das Recken-Spiel lenkte.

Konstante Leistung fast über die gesamte Spielzeit

„Kompakte Abwehr, beweglicher Angriff, Chancen genutzt – und Torwart Urban Lesjak mit einem guten Tag“, fasste Mävers die Zutaten fürs Siegrezept zusammen. Die Recken hatten all das umgesetzt, was sie sich vorgenommen hatten. Prokop war „sehr froh“ über die „fast über 60 Minuten konstant starke Leistung“.  

Die TSV funktionierte von Beginn an, führte mit 4:2. Sportchef Sven-Sören Christophersen lobte die „tolle Körpersprache“. Doch durch eigene Fehler ließ Hannover „Lemgo wieder teilhaben“, so Christophersen. Nach dem 6:9 schrie Lesjak seinen Frust in Richtung seiner Vorderleute. Der Weckruf zeigte Wirkung. Hannover blieb cool und setzte sich gegen Ende der ersten Halbzeit auf 18:14 ab. Im Angriff flutschte es, und die flexible Abwehr mit zwei Deckungssystemen stellte Lemgo immer wieder vor Rätsel. Kam der TBV doch zum Wurf, stand Lesjak mit zehn Paraden im Weg.


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Nach dem Wechsel liefen die Scharfschützen Mävers, Filip Kuzmanovski und Martinovic weiter auf Hochtouren. Beim 24:20 nahm Prokop Martinovic raus, um ihm ein kurzes Päuschen zu geben. Es folgte die einzige größere Schwächephase. Mävers erhöhte zwar noch auf 25:20, aber Lemgo robbte sich auf 24:25 (47.). ran. In der Zwischenzeit hatte Kapitän Fabian Böhm Rot gesehen. Martinovic-Ersatz Cehte blieb blass. Prokop schickte seinen besten Mann also wieder auf die Platte.

Umgehend war der Lauf der Lemgoer beendet. Der Kroate stellte mit drei Toren am Stück, eines spektakulärer als das andere, auf 28:25 (51.). Kehrmann ermahnte sein Team erstmals, Martinovic nicht mehr werfen zu lassen. Vergeblich. Der rechte Rückraumspieler stellte mit seinem neunten Tor auf 30:26. Das war noch nicht die Vorentscheidung, weil Lemgo während der Martinovic-Strafzeit auf 29:31 verkürzte. Erst nach der zehnte Bude des Linkshänders konnten sich die Recken endlich sicher fühlen und sich zum Jubeln bereit machen.