09. September 2021 / 20:49 Uhr

Trotz 24:28-Niederlage: Applaus für Recken nach Auftakt gegen starke Löwen

Trotz 24:28-Niederlage: Applaus für Recken nach Auftakt gegen starke Löwen

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Fabian Böhm kommt zum Abschluss, Ex-Recke Mait Patrail (rechts) kann nur noch hinterherschauen. 
Fabian Böhm kommt zum Abschluss, Ex-Recke Mait Patrail (rechts) kann nur noch hinterherschauen.  © Florian Petrow
Anzeige

Die Recken sind mit einer Heimniederlage in die Saison gestartet. Gegen starke Rhein-Neckar Löwen unterlag die Mannschaft von Neu-Trainer Christian Prokop mit 24:28 (11:16). Dennoch gab es hinterher stehenden Applaus für die Spieler der TSV Hannover-Burgdorf.

Sie haben alles und sich richtig reingeworfen, in Summe aber zu oft daneben. Den Bundesliga-Auftakt haben die Recken mit dem neuen Coach Christian Prokop verloren. Die TSV Hannover-Burgdorf unterlag den Rhein-Neckar Löwen mit 24:28. Enttäuscht haben die Recken allerdings nicht. 

Anzeige

Den ersten Unterschied zu Vorgänger Carlos Ortega macht Prokop schon beim Aufwärmen. Er geht mehr mit, klatscht, feuert an, spielt auch mal einen Ball. Bei der Vorstellung rufen die Fans seinen Namen gefühlt lauter als alle anderen. Eine kurze Umarmung noch mit den Löwen Uwe Gernsheimer und Jannik Kohlbacher, die Prokop aus gemeinsamer Zeit im Nationalteam kennt. Dann kann es losgehen.

Bilder vom Spiel der HBL zwischen der TSV Hannover-Burgdorf und den Rhein-Neckar Löwen

Evgeni Pevnov und Christian Prokop besprechen sich. Zur Galerie
Evgeni Pevnov und Christian Prokop besprechen sich. ©

Nicht nur ohne Rechtsaußen Jannes Krone (Sehnenverletzung am Daumen) treten die Recken an, mit dem angeschlagenen Veit Mävers (Bauchmuskelverletzung) fehlt zudem ein Spielmacher. So beginnt Filip Kuzmanovski in der Mitte und die Recken mit viel Elan. Johan Hansen trifft zum 1:0 nach 38 Sekunden, es ist das erste Tor der TSV nach zweieinhalb Monaten Pause.

Fabian Böhm gelingt ein sehenswerter Doppelpack aus dem Rückraum und Ivan Martinovic per Dreher wunderschön das 4:3 – und auch defensiv haben die Recken den Dreh ganz gut raus. Sie verteidigen aggressiv 6:0, der starke Torwart Urban Lesjak wird schon nach der ersten Parade mit Sprechchören gefeiert. Er hat großen Anteil, dass die TSV bis zur 20. Minute knapp vorn bleibt.

Roscheck packt kompromisslos zu

Schon nach 14 Minuten kommt der schwedische Lenker Jonathan Edvardsson, ihm gelingt bis auf ein Anspiel zunächst aber noch nicht viel. Kurz darauf packt zudem der neue Kreisläufer Bastian Roscheck erstmals in der Abwehr zu, was er gewohnt kompromisslos tut. Prokop bringt dann überraschend Schlussmann Domenico Ebner für Lesjak – Ebner scheint verdutzt und muss sich erst das Trikot überziehen (24.). 

In den letzten drei Minuten von Hälfte eins gelingt den Recken das aber nicht mehr: Fehlversuche, zu ungenaue Aktionen und technische Schnitzer ermöglichen den Löwen einen leichten Vier-Tore-Lauf. 11:16 heißt es zur Pause.


Mehr Berichte aus der Region

In die zweite Hälfte gehen die Recken mit einer offensiveren Abwehr, sie verkürzen gleich um zwei Treffer. Prokop lässt nun im Wechsel auch eine 3:2:1-Variante spielen. Evgeni Pevnov rückt weit vor und erwischt prompt einen Pass, verkürzt auf 15:18. Hansen glückt ein Doppelpack zum 17:19, im nächsten Gegenstoß aber scheitert er am schwedischen Keeper Andreas Palicka, in dieser Phase kann die Partie kippen. Die Mannheimer haben Probleme, Interims-Cheftrainer Klaus Gärtner nimmt die Auszeit.

Anschließend stabilisieren sich die Gäste, halten den Vorsprung bei drei bis vier Toren. Die ersten beiden Tore von Edvardsson ändern daran nichts. Als ein fragwürdiges Stürmerfoul gegen den Schweden, platzt Prokop der Kragen, er mault den Schiedsrichter an. Doch das hilft nichts, den starken Kohlbacher bekommen die Recken kaum unter Kontrolle, er entscheidet das Spiel für die Gäste. Dennoch gibt es stehenden Applaus am Ende für die Recken.