12. Mai 2020 / 16:05 Uhr

Nach acht Jahren: Kein neuer Vertrag für "Urgestein" Mait Patrail bei den Recken

Nach acht Jahren: Kein neuer Vertrag für "Urgestein" Mait Patrail bei den Recken

Simon Lange
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Abschied: Mait Patrail wird in der nächsten Saison nicht mehr für die Recken auflaufen.
Abschied: Mait Patrail wird in der nächsten Saison nicht mehr für die Recken auflaufen. © imago images/Noah Wedel
Anzeige

Der auslaufende Vertrag von Mait Patrail bei den Recken wird nicht verlängert. Der Rückraumschütze stand seit 2012 für die TSV Hannover-Burgdorf auf der Platte, kämpfte sich nach Verletzungen immer wieder zurück. "Das war eine absolute Härtefallentscheidung", so Sportchef Sven-Sören Christophersen.

Anzeige
Anzeige

Bittere Nachricht für Mait Patrail: Der Este ist sich nach SPORTBUZZER-Informationen mit der TSV Hannover-Burgdorf nicht über einen neuen Vertrag einig geworden. Ein Gespräch Anfang der Woche mit den Recken endete aus Patrails Sicht erfolglos. Die Zusammenarbeit wird beendet und läuft am 30. Juni aus.

"Eine belastende Entscheidung"

Während der Corona-Pause hatte bereits ein erstes Sondierungsgespräch stattgefunden, wurde aber vertagt. Es ist kein Geheimnis, dass der 32-jährige Patrail einen längerfristigen Vertrag angestrebt hat. Aufgrund seiner langen Verletzungspause (Kreuzbandriss) hatte er vergangene Saison erst auf den letzten Drücker einen neuen Einjahreskontrakt bekommen. Doch letztlich konnten ihm die Recken gar kein konkretes Angebot mehr machen. Patrails Planstelle ist gestrichen – auch aufgrund der unsicheren Corona-Zeiten, in denen die Recken finanziell vorsichtig agieren müssen.

„Mait kein neues Angebot unterbreiten zu können, war für uns aus emotionaler Sicht eine belastende Entscheidung, denn wir wissen um seine Verdienste für den Verein. Am Ende haben uns die allerorts spürbaren Beeinträchtigungen allerdings auch keine andere Wahl mehr gelassen“, erklärt Recken-Geschäftsführer Eike Korsen.

Mehr Berichte aus der Region

Patrail selbst reagierte selbstredend enttäuscht. Sein Herz hängt an den Recken, für die er die letzten acht Jahre auflief. „Ich wäre den gemeinsamen Weg mit den Recken gerne noch weiter gegangen, denn ich bin überzeugt davon, dass ich dem Club noch helfen kann“, sagt der 2,01-Meter-Hüne. „Ich muss die Entscheidung aber akzeptieren und nach vorne schauen.“

Alle Höhen und Tiefen mitgemacht

Wehmütig fügt er hinzu: „Ich habe hier sehr viele Freunde gefunden und werde dem Verein emotional verbunden bleiben. Denn: „Ich habe mich in Hannover über all die Jahre immer sehr wohl gefühlt. Das Umfeld, die Mitspieler und auch der Kontakt zu den Fans und Partnern hat absolut gepasst.“

2012 war er über Lemgo vom katarischen Club Al Sadd Doha nach Hannover gewechselt. Seitdem erlebte der estnische Nationalspielerr alle Höhen und Tiefen mit. Die der Recken – und seine persönlichen. Zweimal Europapokal, zweimal Pokal-Final-Four, Abstiegskampf, entscheidende Tore, schwere Verletzungen. Patrail erwischte es dreimal hart: Schultereckgelenksverletzung, Bandscheibenvorfall, zuletzt ein Kreuzbandriss.

Die schönsten Bilder der Recken in der Saison 2019/20

Kreative Recken-Fans in der Festung! Zur Galerie
Kreative Recken-Fans in der Festung! ©

„Wir haben viele Erfolge gefeiert“, sagt Patrail, „aber auch in schwierigen Zeiten hat mich der Verein immer unterstützt.“ Nur eben jetzt nicht mehr.Die Herausforderung, schnell einen neuen Verein zu finden, ist jetzt besonders hart. Patrails Frau Anna ist mit einem Sohn schwanger. Anfang Juli ist Geburtstermin.

„Das war bei Mait eine absolute Härtefallentscheidung, die niemand gerne trifft, aber leider zu unserer Arbeit dazugehört“, sagte Sportchef Sven-Sören Christophersen. „Die Qualitäten von Mait auf dem Spielfeld sind unbestritten und ich wünsche ihm, dass seine Karriere eine erfolgreiche Fortsetzung findet.“

Kuzmanovski und Hanne als Nachfolger

Aufgrund seiner Leistungen der vergangenen acht Jahre „gehört er definitiv in einem Atemzug wie die anderen Recken-Legenden Kai Häfner, Torge Johannsen, Timo Kastening, Lars Lehnhoff, Morten Olsen oder Martin Ziemer genannt“, so Christophersen.

Die Recken hatten bereits im März für den Rückraum Filip Kuzmanovski vom SC Magdeburg verpflichtet. Vorwiegend für halblinks. Also Patrails Position. Einen weiteren neuen Spieler wird es nicht geben für den Rückraum. Die Personalplanungen sind abgeschlossen. Sicher aber, dass Talent Martin Hanne weiter verstärkt an den Profikader herangeführt wird.