22. April 2021 / 07:19 Uhr

"Eine Säule des Teams": Kreisläufer Evgeni Pevnov verlängert bei Recken bis 2023

"Eine Säule des Teams": Kreisläufer Evgeni Pevnov verlängert bei Recken bis 2023

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Evgeni Pevnov nimmt den gegnerischen Kasten auch in den kommenden zwei Spielzeiten für die Recken ins Visier.
Evgeni Pevnov nimmt den gegnerischen Kasten auch in den kommenden zwei Spielzeiten für die Recken ins Visier. © IMAGO/Sportfoto Rudel
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Evgeni Pevnov hat seinen zum Ende der Saison auslaufenden Vertrag bei den Recken bis 2023 verlängert. Sportchef Sven-Sören Christophersen freut sich: "Er ist eine Säule des Teams." Am Donnerstag (19 Uhr) ist der 32-jährige Kreisläufer mit der TSV Hannover-Burgdorf gegen die HSG Wetzlar gefordert.

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Fast drei Wochen hat Evgeni Pevnov nicht trainieren können wegen seiner Corona-Infektion. Nun nutzt er jede Gelegenheit. Zum Pressetermin in Linden ist der Kreisläufer mit dem Longboard gekommen, weit weg wohnt er nicht. Er setzt damit ein Zeichen, dass es vorangeht mit ihm.

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Das wichtigere Zeichen aber sendet die TSV Hannover-Burgdorf an diesem Tag mit seiner Vertragsverlängerung. Pevnov bleibt bis 2023 ein Recke. „Wir freuen uns sehr, dass Effe ein Teil unserer Mannschaft bleibt. Er ist eine Säule des Teams“, sagt Sportchef Sven-Sören Christophersen. Am Donnerstag wird Pevnov gegen die HSG Wetzlar (19 Uhr, ZAG-Arena) „so lange spielen, wie ich gebraucht werde und irgendwie durchhalte“. Das könnte lange sein, denn an Kreisläufern herrscht gerade Mangel bei den Recken.

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Seit 2017 ist das Kraftpaket nun schon in Hannover, aber eine solche Zeit hat Pevnov noch nicht erlebt. Zwar hatte er nur leichte Symptome und kein Fieber. Aber drei Wochen komplett ohne Sport. „Das war schon ein ziemlicher Wahnsinn“, sagt der zweifache Familienvater.

Angebote aus Bundesliga und Ausland

Genau genommen hat er einen einzigen Sprint hingelegt in dieser Zeit: Als sein zweieinhalb Jahre alter Sohn versehentlich die elektrische Kaffeemühle anstellte. „Das war ein ziemlicher Schreck für alle, da war ich sofort bei ihm“, so Pevnov, der gemeinhin als abgebrüht gilt. „Mit seiner Erfahrung hilft er unserem Team enorm. Er ist ein wichtiger Baustein unseres Systems in Abwehr und Angriff“, sagt Trainer Carlos Ortega.

Pevnov hatte einige Angebote aus der Bundesliga, aber „auch aus Gegenden, wo öfter die Sonne scheint als hier“, sagt er lachend. Für seine offene und sympathische Art wird der 110-Kilo-Mann geschätzt. Zusammen mit Ilija Brozovic bildet Pevnov eines der stärksten Duos im Abwehr-Innenblock der Bundesliga. Dreimal in Folge erreichten beide mit den Recken das Final-4-Turnier des DHB-Pokals, zweimal den internationalen Wettbewerb.

Neben der Verlängerung mit Ortega ist die Personalie Pevnov wohl die wichtigste in dieser Spielzeit. „Ich fühle mich mit meiner Frau unverändert wohl in Hannover, das sieht man ja wahrscheinlich“, sagt der 18-fache Nationalspieler, „wir freuen uns auf zwei weitere spannende Jahre.“

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Dass er die nicht in der 2. Liga spielen will, ist klar. Fünf Punkte sind die Recken noch von den Abstiegsplätzen entfernt. „Nein, ich mache mir keine Sorgen. Wir packen das, selbst wenn die Situation gerade nicht leicht ist“, betont Pevnov.

Pevnov wird die Kraft noch brauchen

Weil Brozovic wegen einer Verletzung an der Wade aus dem Mannheim-Spiel ausfallen dürfte und die Quarantäne von Justus Fischer gerade erst beendet ist, droht den Recken ein Kreisläufer-Kollaps. Allein kann Pevnov („ich kann schlecht einschätzen, bei wie viel Prozent Leistung ich bin“) das nicht wuppen.

Helfen sollen abermals die jungen Koray Ayar (21 Jahre) sowie Petar Juric (20 Jahre), der eigentlich Rückraumspieler ist – das zuletzt aber ordentlich gemacht hat. „Wir müssen da jetzt durch, und das machen wir schon“, sagt Pevnov.

Zum Schluss befreit er den üppigen Schnurrbart, nimmt die Schutzmaske und rollt auf dem Board nach Hause. Auf dem Rückweg vom Lindener Marktplatz geht es bergab, da kann Evgeni Pevnov etwas Kraft sparen. Es steht zu erwarten, dass er sie in den nächsten Wochen auf jeden Fall noch brauchen wird.