14. Juli 2020 / 08:23 Uhr

"Andere Vorbereitung als normal": Recken mit viel Spaß im ersten Training (mit Fotos!)

"Andere Vorbereitung als normal": Recken mit viel Spaß im ersten Training (mit Fotos!)

Simon Lange
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Wildes Getümmel, Ilija Brozovic (Mitte) und die Recken haben Spaß.
Wildes Getümmel, Ilija Brozovic (Mitte) und die Recken haben Spaß. © Florian Petrow
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Endlich wieder richtiges Mannschaftstraining! Wenig verwunderlich, dass die Recken in der ersten Einheit der Vorbereitung auf die neue Bundesliga-Saison viel Spaß hatten. Nach der langen Corona-Zwangspause geht es erst einmal nur darum, dass sich die Spieler wieder an den Ball gewöhnen.

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Um kurz nach 17 Uhr war die Schweißeinheit in der Gudrun-Pausewang-Halle in Burgdorf, Zweitname Sauna, zu Ende. Recken-Cheftrainer Carlos Ortega machte die letzten Partner-Dehnübungen sogar mit, weil er mit 17 Spielern eine ungerade Zahl beisammenhatte. Eine Rumpfübung mit Ilija Brozovic war so anstrengend, dass sich sogleich Ortegas hintere Oberschenkelmuskulatur bemerkbar machte. Das leichte Ziehen wird verschwinden, ebenso der Schweiß auf seiner Stirn.

"Ich musste in meinen alten Lehrbüchern nach Basisübungen kramen"

„Das war super, ich habe Spaß gehabt“, sagte Ortega und wischte sich mit der Hand durch seinen neuen Vollbart: „Meiner Frau gefällt er, deshalb bleibt der erst mal dran.“ Der Spanier freute sich genauso wie die Spieler, dass es nach vier Monaten Corona-Zwangspause endlich wieder in die Halle ging.

Teamtraining, Ball in die Hand nehmen, werfen. „Eine andere Vorbereitung als normal“, erklärte Ortega und lachte, „ich musste in meinen alten Lehrbüchern nach Basisübungen kramen.“ Kurios: Auch ein sechsfacher Champions-League-Sieger muss sich das Handball-Abc erst mal wieder in Erinnerung rufen.

Bilder vom Trainingsauftakt der TSV Hannover-Burgdorf

Her mit dem Ball: Neuzugang Johan Hansen erwartet das Spielgerät sehnsüchtig. Zur Galerie
Her mit dem Ball: Neuzugang Johan Hansen erwartet das Spielgerät sehnsüchtig. ©

Trainingsauftakt: 15.30 Uhr in Burgdorf. Trainingsinhalt: Ballgewöhnung. Prellen, locker werfen, spielerische Partnerübungen. Kein hartes Wurftraining, keine Taktik – keine Zweikämpfe. Zwar sind die jetzt wieder erlaubt, aber die Spieler müssen nach der langen Pause behutsam an die Belastung herangeführt werden. Corona-Tests waren nicht mehr nötig. Nur einer musste sich testen lassen: Mittelmann Alfred Jönsson, weil er aus dem Risikoland Schweden kommt. Testergebnis: negativ.

Positiv dagegen die Stimmung – trotz des Europapokal-Verzichts, den die sportliche Führung um Geschäftsführer Eike Korsen und Sportchef Sven-Sören Christophersen vergangene Woche beschlossen hatte. In den Hinterköpfen aller Beteiligten schwebt das Thema sicher noch, doch am Montag stand die Wiedervereinigung des Teams im Vordergrund.

Mehr über die Recken

„Frei zu haben, war schön. Aber jeder freut sich jetzt, die Jungs wiederzusehen und in der Halle zu stehen. Das ist unser Job. Und wir lieben Handball“, sagte Kapitän Fabian Böhm. „Ich freue mich auf die Tage mit der Mannschaft, dass wir zu­sam­men rumblödeln können und zusammen schwitzen können.“ Böhm hofft, „dass es eine verletzungsfreie und gute Vorbereitung wird“.

Vor allem wird es eine lange Vorbereitung. Ligastart ist am 1. Oktober. Die Zeit bis dahin ist zweigeteilt. Bis An­fang August trainieren die Recken nur reduziert. Um die Belastung zu dosieren – und weil der Kader noch in Kurzarbeit ist. Im Juli bleibt es bei drei gemeinschaftlichen Halleneinheiten.

Trainingsauftakt der Recken

Vom 2. bis 11. August gibt Ortega seinen Spielern frei. Danach beginnt der zweite, intensivere Teil der Vorbereitung. Der Cheftrainer will das Recken-Spiel dann schneller machen. „Wir haben viele junge, schnelle Spieler. Außerdem müssen wir weniger wechseln, das wirkt sich aufs Tempo aus“, erklärte Ortega.

Eineinhalb Stunden dauerte die Auftakteinheit. Kreisläufer Evgeni Pevnov merkte, dass er „an einigen Stellen eingerostet“ ist. Logisch nach vier Monaten Handballpause. Aber alle Spieler sind heil aus der ersten Einheit rausgekommen. Auch die beiden Neuen, Johan Hansen aus Dänemark und Filip Kuzmanovski aus Mazedonien.

Am Dienstag geht’s dann für alle zum sportmedizinischen Check.