08. November 2019 / 09:29 Uhr

Recken-Riese Mait Partrail im Interview: "Ich liebe diese Stadt"

Recken-Riese Mait Partrail im Interview: "Ich liebe diese Stadt"

Simon Lange
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Nicht nur mehr in der Deckung eine Stärke bei den Recken: Mait Patrail bringt auch die nötige Durchschlagskraft am gegnerischen Kreis mit. 
Nicht nur mehr in der Deckung eine Stärke bei den Recken: Mait Patrail bringt auch die nötige Durchschlagskraft am gegnerischen Kreis mit.  © Florian Petrow
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Er ist der dienstälteste Recken-Profi. Rückraum-Riese Mait Patrail (31) spielt seit 2012 am Stück für die TSV Hannover-Burgdorf. Vor einem Jahr riss sich der Este das Kreuzband im rechten Knie. Erst in der aktuellen Saison gab er sein Comeback. Mittlerweile ist er wieder Leistungsträger und eine Säule der Erfolgsserie - und will noch lange ein Recke bleiben.

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Mait Patrail, wie geht es Ihrem Knie?

Gut! Nach einem Spiel tut es immer ein bisschen weh aufgrund der Belastung. Aber das ist normal. Die Operation ist genau ein Jahr her. Am 4. November hatte ich mich verletzt.

Wie oft denken Sie noch an das Knie und die Verletzung? Haben Sie noch Angst?

Angst nicht. Ich habe mir auch lange nicht mehr große Gedanken darüber gemacht. Aber neulich, als sich fast zeitgleich drei Spieler in der Liga ein Kreuzband gerissen hatten, ist das natürlich noch einmal hochgekommen. Anschließend stand für mich die Nationalmannschaftswoche an. Da war die Belastung hoch. Und ich hatte nicht so ein gutes Gefühl. Da habe ich mehr mit Auge gespielt, um die Belastung zu dosieren. Aber es war für mich auch ein guter Test, der mir gezeigt hat, dass das Knie dieser Belastung standhält.

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<b>13. Spieltag:</b> THW Kiel (A), Sonntag, 17. November, 13.45 Uhr Zur Galerie
13. Spieltag: THW Kiel (A), Sonntag, 17. November, 13.45 Uhr ©
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Sie haben stark gespielt, aber mit Estland die WM-Quali verpasst ...

Ja, das war schade. Ziel ist jetzt die EM 2022. Die erste Quali steht Anfang Januar an gegen Luxemburg. Da wollen und müssen wir gewinnen. Meine Hoffnung ist groß, dass es Estland endlich schafft zu einer EM. So viele Möglichkeiten habe ich nicht mehr, dabei zu sein.

Sie sind sehr lange ausgefallen. Die Vertragsverlängerung war auch erst im Sommer auf den letzten Drücker. Wie sind Sie mit dieser Phase klargekommen?

Das waren schwere Zeiten, nach dieser Verletzung zu­rück­zu­kom­men. Man wusste nicht, was kommt. Meine Frau hatte sogar ein bisschen mehr Sorgen. Ich war immer positiv und optimistisch ge­stimmt, hatte ja auch schon Erfahrung mit schweren Verletzungen. Aber natürlich war es schade, dass ich so lange warten musste – auf die Vertragsverlängerung und das Comeback.

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Der Jahresvertrag läuft wieder aus. Sie würden gern bleiben?

Natürlich, sehr gerne auch länger als nur ein Jahr. Ich bin seit 2012 hier. Ich fühle mich sehr wohl. Ich liebe diese Stadt. Und das Umfeld des Vereins. Physios und Ärzte sind überragend hier. Das gibt einem Sicherheit.

Haben schon Gespräche stattgefunden?

Nein. Noch nicht. Ich hoffe, dass es in den nächsten Wochen oder Monaten der Fall ist.

Hätten Sie gedacht, dass es diese Saison so gut läuft für die Recken?

Hoffnung hat man immer. Wir sind von Beginn an in einen guten Flow gekommen, haben unsere Heimspiele gegen Top-Teams sehr gut gespielt. Das war sehr wichtig. Aber wir müssen auf dem Boden bleiben. Wir wissen aus eigener Erfahrung, dass so ein Höhenflug schnell zu Ende gehen kann. Wir haben gute Leute, keine Frage. Aber im Vergleich zu den Top-Teams sind wir schon sehr jung und nicht so erfahren. Bisher hatten wir auch das Glück, dass wir nicht so viele und schwere Verletzungen hatten wie in der Vergangenheit. Hoffen wir, dass es so bleibt.

Die Belastung wird hoch. Den nur zwei Spielen im November folgen acht im Dezember ...

Ja, das wird echt hart. Das ist nicht normal, was die Bundesliga da macht im Dezember, was den Spielplan be­trifft. Die Belastung ist schon extrem – und nur in Deutschland so. Drei Spiele um Weihnachten herum – für die Fans ist das natürlich überragend, aber für uns Spieler richtig schwer. Und danach geht es ja direkt international weiter ...

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Alfred Jönsson holt zum Wurf aus... ©

Auch Ihre persönliche Belastung hat sich erhöht. Sie spielen nicht mehr nur in der Abwehr ...

Ja, das war so abgesprochen, dass ich zunächst nur hinten spiele. Aber mein Ziel ist es immer, beides zu spielen. Nicht nur Deckung. Als ich für den verletzten Alfred Jönsson vorne spielen musste, hat das gut geklappt. Meine rechte Schulter hatte ja auch ein Dreivierteljahr Ruhe wegen des Kreuzbandriss-Ausfalls. Auch mein Rücken ist gut. Das ist wichtig für die Stabilität im Knie.

Sonntag geht’s nach Wetzlar ...

Da haben wir zuletzt nicht gut ausgesehen. Die sind richtig stark zu Hause. Da sind wir gewarnt und nicht wirklich in der Favoritenrolle, sondern eher Wetzlar.

Wo landen die Recken am Ende?

Schwer zu sagen. In den acht Jahren, in denen ich hier bin, ging es immer auf und ab. Wir müssen einfach auf dem Boden bleiben. Es kann so viel passieren. Es ist alles sehr eng da vorne. Aber mein Ziel ist immer, in Eu­ro­pa zu spielen. Ich betreibe den Sport, um große Ziele zu ha­ben und zu erreichen.

Ihr Markenzeichen ist der Rauschebart. Noch bevor der Hipsterbart wieder „in“ wurde. Kommt er noch einmal ab, wie vor ein paar Jahren zum Comeback nach der schweren Schulterverletzung, als Sie ihn haben ganz lang wachsen lassen?

Nein, ich fühle mich wohl mit dem Bart. Ich bin ja jetzt ein wenig älter und will nicht mehr mit Babyface he­rum­lau­fen (lacht und streicht sich mit den Fingern durch den Bart).

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