28. Januar 2020 / 08:20 Uhr

Günter Papenburg erhöht den Druck: Schmeißt der Arena-Besitzer die Recken raus?

Günter Papenburg erhöht den Druck: Schmeißt der Arena-Besitzer die Recken raus?

Carsten Bergmann
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Streitfall Tui-Arena: Günter Papenburg (kleines Bild oben) fordert von Recken-Geschäftsführer Eike Korsen (unten) rund 400 000 Euro.
Streitfall Tui-Arena: Günter Papenburg (kleines Bild oben) fordert von Recken-Geschäftsführer Eike Korsen (unten) rund 400 000 Euro. © Florian Petrow
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Der Streit zwischen der TSV Hannover-Burgdorf und Tui Arena-Besitzer Günter Papenburg geht in die nächste Runde. Papenburg fordert von Recken-Geschäftsführer Eike Korsen noch rund 400 000 Euro. Bislang wurden auch noch keine Termine für die Saison 2020/21 zur Verfügung gestellt. 

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Es wird der Höhepunkt des noch jungen Recken-Jahres. Am Samstag kommt Rekordmeister THW Kiel nach Hannover in die restlos ausverkaufte Tui-Arena. Ein Handballfest der beiden aktuell besten deutschen Mannschaften. Die Entwicklung der TSV Hannover-Burgdorf in dieser Saison übertrifft alle Erwartungen. Und doch ist unklar, ob es in dieser spektakulären Kulisse auch in der neuen Spielzeit weitergehen wird. Arena-Besitzer Günter Papenburg stellt bislang keine Termine für die Saison 2020/2021 zur Verfügung.

Das sind die zehn besten Torschützen der TSV Hannover-Burgdorf in der Saison 2019/20 (Stand: 23.02.2020)

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Platz 1: Timo Kastening mit 129 Toren (43 Siebenmeter) ©
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Landgericht tendiert zu Papenburgs Ansicht

Der Streit zwischen den Recken und Papenburg fand am vergangenen Freitag vor dem Landgericht in Verden seinen vorläufigen Höhepunkt. Die Hannover-Handballer forderten aufgrund einer Verpflichtungserklärung 372 000 Euro von dem Baulöwen. Dieser wiederum will erst zahlen, wenn seine Wirtschaftsprüfer von den Recken vollen Zugang zu allen Finanzunterlagen be­kom­men. Bislang eine Sackgasse. Das Landgericht tendiert zu Papenburgs Ansicht, weil die Verpflichtungserklärung nicht deutlich genug formuliert sei. Ein Punktsieg.

Dass die Handballer aber bislang keine Termine über die laufende Saison hinaus bekamen, hängt laut Papenburg mit ausbleibenden Zahlungen von Nebenkosten zusammen. Der Arena-Besitzer veranschlagt 10 000 Euro pro Spiel. Zu hoch, befinden die Recken wiederum. Am Ende steht eine offene Forderung von rund 400 000 Euro, die der Bundesligist Papenburg bezahlen soll. „Wenn die Nebenkosten nicht bezahlt werden, gibt’s auch keine Termine“, sagt der 80-Jährige.

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Korsen: "Wenn man dieses erfolgreiche Recken-Konstrukt in der Tui-Arena aufrechterhalten will, muss es Ge­sprä­che geben. Und ich hoffe, dass es zu einer ausgewogenen Lösung für beide Parteien kommen wird."

Und was sagen die Recken zu den Vorwürfen? „Ich will und werde keine Zahlen öffentlich kommentieren“, sagt Recken-Geschäftsführer Eike Korsen. Es werde inhaltliche Ge­sprä­che über die Zukunft der Recken in der Multifunktionsarena geben: „Wenn man dieses erfolgreiche Recken-Konstrukt in der Tui-Arena aufrechterhalten will, muss es Ge­sprä­che geben. Und ich hoffe, dass es zu einer ausgewogenen Lösung für beide Parteien kommen wird.“ Sowohl Papenburg als auch die Recken hätten als ge­mein­sa­mes Ziel, die Er­folgs­ent­wick­lung fortzusetzen, betont Korsen.

Das streitet der Bauunternehmer keineswegs ab und betont: „Wenn die Recken laufen, dann läuft auch die Arena.“ 6,5 Millionen Euro beträgt der aktuelle Jahresetat, den die TSV in der Saison erwirtschaften will. Bereits im dritten Jahr in der Arena hat der Verein diesen Meilenstein übersprungen. Papenburg bringt es auf den Punkt: „Die 6,5 Millionen Euro sollten der Anfang sein. Unsere Vision war es, dorthin zu kommen, wo der THW Kiel steht.“ Seine Gleichung: attraktiver Sport plus attraktives Umfeld gleich viele neue, zahlungskräftige Sponsoren. Man könne sich nicht von einem Hauptsponsor abhängig machen: „Dann hätten wir Verhältnisse wie bei 96. Die Recken aber wollen sich doch weiterentwickeln.“ Der Arena-Besitzer schiebt hinterher: „Wir müssen jetzt zusammenkommen.“ So wie es aktuell sei, gehe es nicht: „Verloren aber ist auch nichts.“

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Morten Olsen wird in den Schwitzkasten genommen. ©

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