14. September 2020 / 08:34 Uhr

Endlich wieder vor Fans: Atmosphäre gibt den Recken Power

Endlich wieder vor Fans: Atmosphäre gibt den Recken Power

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Speziell, aber ein Anfang: Die Recken testen vor 500 Zuschauern gegen den VfL Lübeck-Schwartau.
Speziell, aber ein Anfang: Die Recken testen vor 500 Zuschauern gegen den VfL Lübeck-Schwartau. © Florian Petrow
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Es war ein Testlauf, einer, der gut gelaufen ist. Interessanter als das Testspiel der TSV Hannover-Burgdorf gegen den VfL Lübeck-Schwartau war das Drumherum. Trainer Carlos Ortega etwa war mit dem Fahrrad gestürzt.

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Samstagnachmittag, Swiss-Life-Hall: Recken-Geschäftsführer Eike Korsen begrüßte die Fans zum ersten Test vor Zuschauern mit einer kleinen Rede. 188 Tage lag das letzte Spiel vor Zuschauern nun bereits zurück.

"Das wird der Schlüssel sein“

Korsen bedankte sich bei den 500 zugelassenen Fans und erinnerte zugleich an das Einhalten der Hygieneregeln. Gefährlich nah ist Zweitligist VfL Lübeck-Schwartau der TSV Hannover-Burgdorf sportlich dann nicht gekommen. Die Recken behielten mit 35:23 (19:9) die Oberhand.

„Die erste Halbzeit war super, dann hat das Niveau etwas nachgelassen“, sagte Trainer Carlos Ortega. „Ich bin dennoch zufrieden mit unserer Abwehr und besonders dem Tempo im Angriff. Das wird in dieser Saison der Schlüssel sein.“

Der Coach selbst war lädiert, hatte eine große Schürfwunde an der Nase. „Ich bin mit dem Fahrrad gestürzt“, sagte Ortega schmunzelnd. „Vom Spiel ist das nicht.“

Bilder vom Testspiel der TSV Hannover-Burgdorf gegen den VfL Lübeck-Schwartau.

Bilder vom Testspiel der TSV Hannover-Burgdorf gegen den VfL Lübeck-Schwartau. Zur Galerie
Bilder vom Testspiel der TSV Hannover-Burgdorf gegen den VfL Lübeck-Schwartau. ©

Ivan Martinovic erzielte mit bandagiertem Daumen an der linken Wurfhand die Führung. „Ich habe noch Schmerzen, aber bis zum Saisonbeginn sollte es okay sein“, sagte der Österreich-Kroate.

Kapitän Fabian Böhm erhöhte auf 2:0. Eine besondere Regel beim Jubel: Die Fans sollten wegen Corona nicht die Nachnamen der Torschützen rufen. Stattdessen klatschten sie jeweils doppelt mit ihren Pappen, wenn der Hallensprecher den Namen durchgab.

Hansen vergibt Siebenmeter

Und die Lautstärke in der Halle war keineswegs von Pappe, sogar drei Trommler waren da. Mit vollbesetzten Rängen war das akustisch dennoch kein Vergleich. Logisch. In kleinen Blöcken zu maximal vier Personen saßen die Zuschauer, es klafften coronabedingt große Lücken.

Die gab es nur zu Beginn in der Recken-Abwehr, die beim 2:3 jedoch das einzige Mal zurücklagen. Dann stabilisierte sich das Team und setzte sich von 5:5 auf 9:5 und 15:8 ab. Neuzugang Johan Hansen erzielte fünf Treffer in Hälfte eins, hatte dabei aber zwei Fehlversuche und einen per Heber vergebenen Siebenmeter.

Büchner überzeugt

Die Recken überzeugten erneut mit hohem Tempo, die Gäste waren im dritten Testspiel binnen acht Tagen gegen einen Erstligisten phasenweise überfordert. Erneut sehr stark: Vincent Büchner. Der Linksaußen fing etliche Bälle ab, leitete erfolgreiche Gegenstöße ein und brachte es auf fünf Treffer in Halbzeit eins. Insgesamt erzielte er neun Tore, leistete sich keinen Fehlwurf.

Nach dem Wechsel spielte Urban Lesjak für Domenico Ebner im Tor. Ein Doppelschlag des guten Alfred Jönsson brachte das 21:10. Ortega wechselte munter durch: „Wer müde ist, geht raus. Wir haben genug Leute auf der Bank und brauchen das Tempo.“ Kurze Schrecksekunde: Böhm knallte nach einem abgefangenen Ball mit dem Kopf auf den Boden und blieb kurz liegen, machte dann aber weiter.

Brozovic trifft spektakulär

Dann Siebenmeter für den VfL: Recken-Kreiskante Ilija Brozovic beschwerte sich beim Schiedsrichter über die Entscheidung, sonst hört man derlei wegen des hohen Geräuschpegels in der Halle nicht. „Da gab es doch wirklich kaum Kontakt“, monierte der kroatische Nationalspieler lachend. „Auf der anderen Seite war bei uns eben mehr.“

Kurz darauf ließ Brozovic wie gewohnt lieber Taten sprechen und war mit einem spektakulären Rückhandwurf zum 28:17 erfolgreich. Mit dem Endstand war das müde wirkende Gästeteam von Ex-Recke Piotr Przybecki gut bedient. „Wir können deutlich höher siegen“, sagte Martinovic. Die TSV-Fans applaudierten nach der langen Corona-Zwangspause stehend.

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„Die Atmosphäre durch die anwesenden Zuschauer hat uns heute die nötige Power gegeben, die wir auf das Spielfeld bringen wollten. Man merkt einfach den riesigen Unterschied zu einer leeren Halle“, sagte Büchner.

Recken-Sportchef Sven-Sören Christophersen sah „einen sehr gelungenen Test“. Dass die Mannschaft so flexibel sei, „macht mich zuversichtlich, dass wir gut durch eine lange Saison kommen“.

Drei Tests stehen für die Recken noch an. Am kommenden Sonntag erneut in der Swiss-Life-Hall gegen Coburg. Es folgen die Auswärtstests in Hamburg und Magdeburg.

Recken-Tore: Büchner 9, Hansen 6 (2 Siebenmeter), Böhm 4, Jönsson 4, Brozovic 3, Martinovic 3, Pevnov 2, Hanne 1, Krone 1, Feise 1, Mävers 1.