27. November 2021 / 10:42 Uhr

Köllner rechnet mit "Riesenfight": Kann Havelse auswärtsschwache Löwen ärgern?

Köllner rechnet mit "Riesenfight": Kann Havelse auswärtsschwache Löwen ärgern?

Christoph Hage
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Gefühlswelten: Freut sich Norman Quindt, oder ärgertsich Havelses Keeper in dieser Situation?
Gefühlswelten: Freut sich Norman Quindt, oder ärgertsich Havelses Keeper in dieser Situation? © Debbie Jayne Kinsey
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Am Samstag (14 Uhr) hat der TSV Havelse 1860 München in der HDI Arena zu Gast. 1860-Trainer Michael Köllner zollte dem Tabellenletzten vor der Partie großen Respekt und rechnet mit einem "Riesenfight". Auch Havelses Coach Rüdiger Ziehl weiß, dass seine Mannschaft inzwischen "von niemandem mehr unterschätzt" wird. 

Gemessen an seinen Worten weiß Michael Köllner ziemlich genau, was seine Jungs da am Samstag (14 Uhr) in der HDI-Arena von Hannover erwartet. Er rechne mit einem „Riesenfight“, darauf seien sie, na klar, vorbereitet. Der TSV Havelse, so der Trainer von 1860 München, sei eine Mannschaft, die geschlossen auf den Platz gehe, um Punkte zu holen. Das hat sich nach 16 Spieltagen also auch schon nach Bayern rumgesprochen. Gut so. Und Köllner geht mit seiner Einordnung des Gastgebers sogar noch einen Schritt weiter: „Letztlich ist der Charakter und nicht der Etat entscheidend.“

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Solche Sätze werden sie in Garbsen gerne hören, weil sie ihnen schmeicheln, weil sie dafür nach dem Aufstieg so manchen Tiefschlag weggesteckt haben. Kaufen können sich davon allerdings nichts. „Klar“, sagt TSV-Trainer Rüdiger Ziehl, „wir sind immer noch Letzter, und jeder Trainer redet uns vielleicht ein wenig stärker, als wir sind. Und trotzdem werden wir definitiv von niemandem mehr unterschätzt.“ Der Respekt des Gegners sei da. „Es sieht immer noch nicht schön aus, das wissen wir“, sagt Ziehl. Aber was will man der Mannschaft mit dem mit Abstand niedrigsten Etat vorwerfen, wenn jeder von vornherein den Abstieg erwartet?

Bilder zum Spiel der 3. Liga zwischen dem SC Freiburg II und dem TSV Havelse

 Freiburgs Claudio Kammerknecht gewinnt das Kopfballduell gegen Havelses Fynn Lakenmacher. Zur Galerie
Freiburgs Claudio Kammerknecht gewinnt das Kopfballduell gegen Havelses Fynn Lakenmacher. ©

1860-Horrorbilanz in der Fremde

Nun fließt bis zum Saisonende ja noch viel Wasser die Leine herunter, und Havelse kann am Samstag den Abstand zu den Nichtabstiegsplätzen auf vier Punkte verkürzen – zumindest in der Theorie. Warum nicht gegen einen Gegner, der mit 20 Punkten eher nach unten als nach oben gucken muss und in der 3. Liga auf des Gegners Platz seit sage und schreibe 217 Tagen auf einen Sieg wartet?


Hatte es sich beim torlosen Unentschieden zuletzt in Freiburg noch so angefühlt, als sei seine Mannschaft größtenteils nur hintergelaufen, will Ziehl nun auch wieder selbst Akzente setzen. Vom defensiven 5-4-1 rückt der Trainer wieder ab, hin zu einem System, bei dem seine Mannschaft vermehrt ins Angriffspressing komme. „Die letzten drei Spiele sind komplett unterschiedlich gelaufen, vom Spiel und vom Ergebnis her“, sagt Ziehl. „Und doch haben sie gezeigt, dass wir alle Phasen des Spiels positiv gestalten können. Mit viel Einsatz, viel Kampf, aber auch mit spielerischen Elementen.“ Von einer Manndeckung für Sascha Mölders hält er im Übrigen nichts: „Klar, macht er den Ball bei langen Bällen gut fest und hat im Strafraum eine hohe Qualität. Trotzdem ist 1860 nicht nur Mölders, das verteilt sich auf viele Schultern“, sagt Ziehl.

Hälfte der Zuschauer aus München

Köllner gab am Freitag auch noch zu Protokoll, dass er von seinen Spielern „ebenfalls ein großes Herz“ erwarte, dass sie bis zum Ende alles geben „und im Idealfall die drei Punkte holen“. Besagtes Herz hat Ziehl in Havelse schon vorgefunden, alles andere liegt nur bedingt in seiner Macht.

Zuschauer: Bis Freitag waren 1100 Karten verkauft, rund die Hälfte davon an den Gast aus München. Die Havelser weisen darauf hin, dass nur geimpfte und genesene Personen Zutritt haben und die Zuschauer ihren Mund-Nasen-Schutz durchgängig tragen müssen.