16. Juni 2021 / 09:20 Uhr

Alarmstufe Rot! So brandgefährlich ist der TSV Havelse bei Standardsituationen

Alarmstufe Rot! So brandgefährlich ist der TSV Havelse bei Standardsituationen

Christian Purbs
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
 Per Kopf oder wie Tobias Fölster im Hinspiel gegen Schweinfurt aus dem Stand: Der TSV Havelse ist bei Standardsituationen extrem stark.
Per Kopf oder wie Tobias Fölster im Hinspiel gegen Schweinfurt aus dem Stand: Der TSV Havelse ist bei Standardsituationen extrem stark. © IMAGO/foto2press
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Eckbälle, Freistöße, Elfmeter - der TSV Havelse hat diverse gute Vorbereiter und Vollstrecker. Bei Standards herrscht für den Gegner die Alarmstufe Rot, sie sind eine Waffe, mit deren Hilfe die Garbsener kurz vor dem Sprung in die 3. Liga stehen. Der 1. FC Schweinfurt hat's auch schon erfahren müssen. 

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Wenn der Ball beim Umschaltspiel schnell durch die eigenen Reihen läuft und die Stürmer Tempo aufnehmen, fühlt sich die Mannschaft des TSV Havelse so richtig wohl. Gefährlich wird es für die Gegner oftmals aber auch dann, wenn der Ball ruht.

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Denn Standards können sie beim Regionalligisten richtig gut, sie sind eine große Stärke des TSV-Teams und könnten auch im Relegationsrückspiel gegen den 1. FC Schweinfurt 05 am Samstag (13 Uhr) in Havelse ein wichtiger Vorteil für das Team von Trainer Jan Zimmermann sein. Mit Standards in die 3. Liga – warum nicht?

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Auf etwas Glück und Unterstützung vom gegnerischen Torwart wie im Hinspiel in Schweinfurt, als FC-Keeper Luis Zwick den Freistoß von Tobias Fölster in der Nachspielzeit zum 1:0 für den TSV durch die Hände flutschen ließ, sind die Havelser gar nicht angewiesen. Für Eckbälle, Freistöße und Elfmeter haben sie gleich mehrere gute Schützen, die in dieser Saison schon zahlreiche Erfolgserlebnisse als Vollstrecker und Vorbereiter feiern konnten.

Erstes Saisontor? Nach einer Ecke!

Es ging auch gleich gut los, schon der erste Treffer für die Havelser im ersten Saisonspiel beim FC Oberneuland fiel nach einem Eckball. TSV-Regisseur Denis Cicek hatte den Ball vor das FC-Tor geschlagen, Innenverteidiger Jonas Sonnenberg köpfte zum 1:0 ein.

Sonnenberg ist mit Niklas Tasky und Tobias Fölster einer von drei Innenverteidigern beim TSV, die über Gardemaß verfügen und bei Freistößen am gegnerischen Strafraum und bei Eckbällen permanent für Gefahr sorgen – und Tore. Tasky traf beim VfV Hildesheim nach einem Eckball, TSV-Kapitän Fölster nach einem Freistoß gegen den VfB Oldenburg und nach einer Ecke gegen den HSC.

Der Nachbar aus Hannover bekam die Standardstärke der Havelser mit voller Wucht zu spüren. Rechts, links, rechts: Mit dieser Kombination machte der TSV im Derby mit dem HSC kurzen Prozess. Nach drei Eckbällen, von Cicek und Damer getreten, war der 3:0-Erfolg der Zimmermann-Elf innerhalb von nur 15 Minuten perfekt. Neben Fölster traf Stürmer Jaeschke zweimal.

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„Wir haben in den vergangenen zwei Jahren sechs-, siebenmal gegen Havelse gespielt, immer haben wir ein Tor nach einem Standard kassiert. Heute gab es gleich drei. Das ist mir dann doch ein bisschen zu viel“, sagte der genervte HSC-Trainer Martin Polomka.

Schweinfurter sind endgültig gewarnt

Ein bisschen unheimlich wird es fast schon, wenn die Havelser Standardtore sogar mit Ansage erzielen. „Mach’s noch einmal, Leon“, hatte TSV-Coach Zimmermann seinem Rechtsaußen Damer im Punktspiel gegen Jeddeloh kurz nach der Halbzeit zugerufen. Der 21-Jährige hatte den Ball bereits in der ersten Halbzeit aus 20 Metern zum 1:0 ins linke Eck gezirkelt, sein zweites Freistoßtor in dieser Partie war eine beeindruckende Kopie seines ersten Treffers.

Auch in Schweinfurt kamen die Havelser besonders in der ersten Halbzeit nach Standards immer wieder zu guten Torchancen. Einen feinen Freistoß von Damer konnte ein Schweinfurter Verteidiger vor der Pause gerade noch mit dem Kopf abwehren, nach den prima getimten Ecken des 21-Jährigen gab es immer wieder Abwehrpanik im Strafraum der Bayern.

Und, wer weiß, vielleicht gibt es im Rückspiel ja wieder einen Freistoß in der Nachspielzeit für die Havelser. Wer den dann schießen wird, Cicek, Damer oder Fölster, ist anscheinend noch nicht geklärt. „Das machen wir dann auf dem Platz aus“, sagt der TSV-Kapitän mit einem Augenzwinkern.