24. Juli 2021 / 16:12 Uhr

Gäste sind zielstrebiger: TSV Havelse unterliegt Saarbrücken zum Auftakt mit 0:1

Gäste sind zielstrebiger: TSV Havelse unterliegt Saarbrücken zum Auftakt mit 0:1

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Linus Meyer (links) enteilt dem Saarbrücker Dave Gnaase.
Linus Meyer (links) enteilt dem Saarbrücker Dave Gnaase. © IMAGO/osnapix
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Das Abenteuer 3. Liga hat der TSV Havelse nicht mit einem Erfolgserlebnis starten können. In der HDI-Arena unterlag der Aufsteiger dem 1. FC Saarbrücken verdientermaßen mit 0:1 (0:1). Das einzige Tor des Tages vor 2230 Zuschauern in der HDI-Arena erzielte Minos Gouras bereits in der 19. Minute.

Erst wummerte die „Avengers“-Filmmusik durch die Stadion-Lautsprecher, dann kamen um 13.59 Uhr die Havelser Aufstiegshelden auf den Rasen. Das Abenteuer 3. Liga startete für den TSV offiziell mit vier Minuten Verspätung – Samstag, 14.04 Uhr, los geht der Traum. Den Anstoß hatte der Aufsteiger da sogar schon ausgeführt, aber etwas vorschnell bei der Rückkehr in die Profiligen. Der Schiri pfiff noch mal ab für eine Schweigeminute wegen der Hochwasserkatastrophe vor wenigen Tagen.

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Kurz nochmal innehalten, gedenken, aber auch die Kulisse einsaugen in der riesigen HDI-Arena von 96. Für Havelse wird die Saison im Profifußball eine besondere Herausforderung mit Mini-Etat, aber auf alle Fälle ein besonderes Erlebnis. Da tat das doch schmerzhafte 0:1 gegen den 1. FC Saarbrücken vielleicht ein bisschen weniger weh.

Bilder vom Spiel der 3. Liga zwischen dem TSV Havelse und 1. FC Saarbrücken

In der Luft gleichauf: Saarbrückens Nick Galle (links) und der Havelser Julius Langfeld. Zur Galerie
In der Luft gleichauf: Saarbrückens Nick Galle (links) und der Havelser Julius Langfeld. ©

Besonders ist es dieser Tage allein schon, weil wieder Zuschauer dabei sind. 2230 waren es in der 96-Arena. Wegen der Drittliga-Statuten kann der TSV nicht im heimischen Wilhelm-Langrehr-Stadion spielen. Sogar der neue 96-Sportchef Marcus Mann schaute vorbei – immerhin für 20 Minuten. Mann war mal Chef beim 1. FC Saarbrücken, ließ sich das Wiedersehen nicht nehmen. Kurz nach dem ersten Tor ging’s aber ab ins Auto und nach Bremen zum eigenen Auftaktspiel. 

Gouras überwindet Quindt volley

Ob er mit Saarbrücken mitgejubelt hat? Unwahrscheinlich. Dafür taten es die Gästefans umso lauter. Einige Hundert waren angereist aus dem Saarland, klangen aber nach ein paar Tausend mit dauerhaftem Gesang. Sie hatten ja auch mehr zu lachen beim Auftakt. In der 19. Minute ging der 1. FC durchaus verdient in Führung: Die Saarbrücker hatten Minos Gouras im Sechzehner freigespielt, der den Ball aus kurzer Distanz mit links volley nahm. Havelses Torwart Norman Quindt war noch dran, konnte den Schuss aber nicht rauslöffeln. 

Saarbrücken, ein etablierter Drittligist, wirkte auch sonst insgesamt zielstrebiger. Der TSV ließ sich trotz Außenseiterrolle und Rückstand jedoch nicht hängen. Statt nur auf Mauertaktik zu setzen, versuchte Havelse immerhin, auch Druck nach vorne zu entwickeln – auch wenn dabei nur selten mal richtige Möglichkeiten heraussprangen. Julius Düker und Yannik Jaeschke hatten zwischendurch zwei, drei Halbchancen per Kopf, Julius Langfeld nach einem Solo eine Viertelchance aus der Distanz. Naja. 

In der zweiten Hälfte wurde der TSV immerhin zielstrebiger, taute weiter auf, legte die verständliche Nervosität noch weiter ab. Der neue Trainer Rüdiger Ziehl, der fast das gesamte Spiel über in seiner Coachingbox von links nach rechts tigerte, Zeichen und Anweisungen reingab, hatte fürs Mittelfeld Oliver Daedlow gebracht.


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Eine gute Alternative, der Aufsteiger spielte jetzt mutiger, aber das leider nicht bis nach ganz vorne aus. Chancen waren auch weiterhin Mangelware. Julius Düker hatte noch das, was dem am nächsten kam: Dem Mittelstürmer flog der Ball im Sechzehner beinahe vor die Füße, kontrollieren konnte er ihn aber nicht. Da half auch Ziehls Schachzug nichts, den zweikampfstarken Innenverteidiger Jonas Sonnenberg für die letzten Minuten einzuwechseln und ins Sturmzentrum zu schicken. 

Es blieb beim 0:1, das in Summe auch absolut in Ordnung ging. Eine Pleite, ja – aber dennoch irgendwie auch ein Achtungserfolg für den neuen Liga-Zwerg aus Havelse.