12. Februar 2022 / 15:51 Uhr

Havelse verpasst in Dortmund dritten Sieg am Stück: Wieder Tachie, wieder 0:1

Havelse verpasst in Dortmund dritten Sieg am Stück: Wieder Tachie, wieder 0:1

Sportredaktion Hannover
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Richmond Tachie (verdeckt) schlägt zu - und beschert Dortmund II den Heimsieg gegen Havelse.
Richmond Tachie (verdeckt) schlägt zu - und beschert Dortmund II den Heimsieg gegen Havelse. © IMAGO/Thomas Bielefeld
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Erneut hat der TSV Havelse gegen Dortmund II den Kürzeren gezogen. Wie im Hinspiel setzte sich der Bundesliga-Nachwuchs mit 1:0 durch, erneut war Richmond Tachie der Matchwinner (72.). Die Garbsener verpassten dadurch den dritten Sieg am Stück.

Es hat nicht sollen sein mit dem dritten Sieg am Stück für den TSV Havelse. Nach den Erfolgen in München (1:0) und gegen Meppen (3:0) zog die Mannschaft von Rüdiger Ziehl in der 3. Liga bei Borussia Dortmund II mit 0:1 den Kürzeren - wie schon im Hinspiel. Und wieder war Richmond Tachie der Mann des Tages aufseiten der Gelb-Schwarzen.

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Die Aufholjagd der Garbsener im Kampf um den Klassenerhalt hat damit einen kleinen Dämpfer erhalten. Allerdings knüpfte der TSV an den Aufwärtstrend der vergangenen Wochen an. "Wir hatten unsere Möglichkeiten", sagte Havelses Coach Rüdiger Ziehl. Er ärgerte sich darüber, "dass wir vieles wegverteidigt haben und dann durch einen Standard den Treffer kassieren".

Bilder vom Spiel der 3. Liga zwischen Borussia Dortmund II und dem TSV Havelse

Havelses Torhüter Norman Quindt lässt sich nach seinem gehaltenen Elfmeter feiern. Zur Galerie
Havelses Torhüter Norman Quindt lässt sich nach seinem gehaltenen Elfmeter feiern. ©

Die Begegnung im altehrwürdigen Stadion Rote Erde nahm den erwarteten Verlauf: Der Nachwuchs des BVB war optisch und spielerisch überlegen, Havelse setzte die im Vorfeld angekündigten Nadelstiche. Das alles auf tiefem und stellenweise doch recht holprigem Rasen, wenig überraschend wurde das im Verlauf der 90 Minuten nicht besser...

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Die erste nennenswerte Chance der Partie hatte Dortmunds Ted Tattermusch, der den Ball nach einer Freistoßflanke von Berkan Taz sanft per Kopf verlängerte - rechts am Kasten der Gäste vorbei (9.). Auf der Gegenseite legte sich Leon Damer, bedient von Julius Langfeld, an der Strafraumkante den Ball gekonnt auf den rechten Fuß, schloss ab, verzog indes ebenfalls knapp (15.).

Immer wieder Taz gegen Quindt

Knapp war's auch beim Freistoß von Taz aus halblinker Position: Havelses Torhüter Norman Quindt wäre wohl machtlos gewesen, allerdings streifte der Schuss aus 20 Metern am linken Knick seines Gehäuses vor (19.). Hatten die Gastgeber bis dato Gefahr fast ausschließlich nach ruhenden Bällen erzeugen können, kombinierten sie in der 28. Minute sehenswert im gegnerischen Strafraum - und forderten nach Pass von Immanuel Pherai auf Justin Njinmah Strafstoß. Für Schiedsrichter Eric Müllers Geschmack war Njimah gegen Damer aber deutlich zu gewollt zu Fall gekommen.

Es sollte nicht der letzte Aufreger des ersten Durchgangs bleiben: Nach langem Freistoß von Julius Düker kam auf der Gegenseite Kianz Froese in aussichtsreicher Position sträflich frei zum Abschluss, traf den Ball aber nicht voll, sodass BVB-Keeper Luca Unbehaun selbigen mühelos unter sich begraben konnte (34.). Da war definitiv mehr drin gewesen für den TSV - der kurz darauf trotzdem jubelte, allerdings nur kurz, denn Langfeld hatte das Spielgerät nach dem schönsten Spielzug der ersten Hälfte und Froeses Schuss aus Abseitsposition ins Tor des Mitaufsteigers abgefälscht (38.).

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Der abwechslungsreiche erste Abschnitt fand seinen Höhepunkt direkt im Gegenzug: Den wuchtigen Schuss von Taz aus 17 Metern konnte Quindt noch zur Ecke klären, bei der jedoch Yannik Jaeschke am kurzen Pfosten den Ball an die hohe rechte Hand bekam. Müller entschied ohne zu zögern auf Strafstoß. Wieder hieß das Duell Taz gegen Quindt - und abermals war Havelses Schlussmann der Sieger, er ahnte die Ecke - von ihm aus gesehen die linke - und parierte den halb hoch, aber trotzdem nicht schlecht getretenen Versuch des bis dato auffälligsten Dortmunders (40.).

Auch in den zweiten 45 Minuten waren die von Enrico Maaßen trainierten Gelb-Schwarzen sichtlich um den Führungstreffer bemüht, doch die Havelser boten ihnen kaum Lücken. Der Versuch von Antonios Papadopoulos war lange das Gefährlichste, was der BVB zustande brachte, er streifte immerhin den Querbalken (61.). Kurz zuvor hatte aber auch Havelse mal wieder einen seiner Nadelstiche gesetzt, als Jaeschke nach einem Freistoß von Damer nur ein paar Zentimeter fehlten, um es richtig gefährlich werden zu lassen (60.).

Tachie hat aus Nahdistanz keinerlei Mühe

Es ging für den neutralen Zuschauer bei weitem nicht mehr so kurzweilig zu wie noch im ersten Abschnitt, spielerisch war das auf beiden Seiten nur mehr Stückwerk. Wenig verwunderlich also, dass der einzige Treffer des Tages aus einer Standardsituation resultierte: Eine Ecke von Taz wurde per Kopf von Papadopoulos verlängert - und wieder war der eingewechselte Tachie zur Stelle, diesmal mühelos per Kopf aus fünf Metern (72.).


Havelse mobilisierte noch einmal alle Kräfte und erarbeitete sich noch gute Chancen, doch Langfeld scheiterte - eingesetzt von Froese - zunächst an Unbehaun (78.) und bekam kurz darauf nach einer Flanke von Damer den Kopf nicht hinter den Ball (80.). Es sollte nicht mehr sein, und so gab es diesmal nur aufmunternden und verdienten Applaus der mitgereisten Fans, aber nichts fürs Punktekonto.