11. Dezember 2021 / 16:22 Uhr

Unglücklicher Knockout: TSV Havelse unterliegt Waldhof Mannheim mit 1:2

Unglücklicher Knockout: TSV Havelse unterliegt Waldhof Mannheim mit 1:2

Christoph Hage
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Leon Damer und seine Kollegen vom TSV Havelse müssen sich über die Heimniederlage gegen Mannheim ärgern.
Leon Damer und seine Kollegen vom TSV Havelse müssen sich über die Heimniederlage gegen Mannheim ärgern. © Debbie Jayne Kinsey
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Nah dran gewesen ist der TSV Havelse an einem Punktgewinn gegen den SV Waldhof Mannheim. Durch einen späten und unglücklichen Knockout stand das Team von Coach Rüdiger Ziehl am Ende aber mal wieder mit leeren Händen da, unterlag mit 1:2.

Aus den Lautsprecher wummert viel zu laut Weihnachtsmusik, immer wieder wird auf die jederzeit und überall geltende Maskenpflicht hingewiesen, hinter der Südtribüne lugt die Sonne hervor und kurz vor dem Anpfiff besingt Bernd Verfürth im Vereinslied das Durchhaltevermögen des TSV Havelse im „letzten Viertelstündchen“.

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Als im Heimspiel der 3. Liga vor 809 Zuschauern gegen den SV Waldhof Mannheim die letzten 15 Minuten anbrechen, war die Partie längst nicht entschieden – den längeren Atem hatte dieses Mal aber der Gegner. Durch das glückliche 2:1 (1:0) in der HDI-Arena sammelten die Westdeutschen wichtige Punkte im Aufstiegskampf.

Bilder vom Spiel der 3. Liga zwischen dem TSV Havelse und SV Waldhof Mannheim

Bilder vom Spiel der 3. Liga zwischen dem TSV Havelse und SV Waldhof Mannheim Zur Galerie
Bilder vom Spiel der 3. Liga zwischen dem TSV Havelse und SV Waldhof Mannheim © Debbie Jayne Kinsey

Nach den ersten 45 Minuten war es schwer, von einer verdienten Führung der Gäste zu sprechen. Vor und nach dem 1:0 ließen sich die Mannheimer tief fallen, überließ ihren Gastgebern das Feld und schalteten bei Ballgewinn schnell um.

So wie beim 1:0 nach gerade einmal fünf Minuten, als der Matchplan von Trainer Patrick Glöckner früh aufging. Einen langen Ball an die Strafraumkante schottete Marc Schnatterer ab, legte auf Dominik Martinvoc und der wiederum auf die entblößte linke Abwehrseite ab. Der von Leon Damer aus den Augen verlorene Marcel Gostly behielt allein vor TSV-Keeper Norman Quindt die Ruhe.

Königsmann klärt zur Ecke

Die Führung spielte Glöckner und Waldhof in die Karten und dennoch war die Teilnahmslosigkeit ein gefährliches Spiel. So flog ein Damer-Freistoß aus dem linken Halbfeld an Freund und Feind vorbei in Richtung langes Eck – der gebürtige Hannoveraner im Mannheimer Tor, Timo Königsmann, klärte den Ball gerade noch zur Ecke (19. Minute). Und bei Noah Plumes scharfer Hereingabe haben die Gäste Glück, dass sich in der Mitte kein Abnehmer findet (29.). 

Die Mannheimer wurden selbst nicht mehr gefährlich – und wurden unmittelbar nach Wiederanpfiff dann doch kalt erwischt. Einen Damer-Freistoß aus dem rechten Halbfeld verlängerte Fynn Lakenmacher an den zweiten Pfosten, von wo aus Tobias Fölster den Ball querlegte und Plume nur noch einzuschieben brauchte (47.). Der Ausgleich wiederum war nicht zuletzt aufgrund der Mannheimer Teilnahmslosigkeit nicht unverdient.


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Waldhof musste mehr machen, Waldhof machte mehr, wirkten im Spiel nach vorn gegen sattelfeste und leidenschaftlich verteidigende Havelser aber weitestgehend einfallslos. Das Spiel stand nach Wiederanpfiff also schnell auf des Messers Schneide, was für den TSV ja allein schon ein Kompliment war. Nun war es Mannheim, das die Spielgestaltung übernahm. Und Havelse, das konterte – Damers Schuss aus 13 Metern strich am langen Pfosten vorbei (65.). Umso länger das Spiel dauerte, umso näher war die Elf von Rüdiger Ziehl dran an einem Punktgewinn. Auch wenn die Abschlüsse von Lakenmacher (73.) und Damer keine wirkliche Gefahr für Königsmann darstellten. 

Sein Gegenüber Quindt musste sein Können in der gesamten zweiten Halbzeit nicht einmal zeigen. Auch beim zweiten Gegentor war er machtlos. Einen zu kurz aus dem Strafraum geklärten Ball hämmerte Schnatterer aus 18 Metern ins lange Eck (88.) – der späte und mehr als unglückliche Knockout. Ausgerechnet im letzten Viertelstündchen.