18. Dezember 2021 / 15:55 Uhr

Da war mehr drin: Havelse dreht Partie in Saarbrücken, am Ende steht ein 2:2

Da war mehr drin: Havelse dreht Partie in Saarbrücken, am Ende steht ein 2:2

Sportredaktion Hannover
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Florian Riedel verteidigt den Ball gegen Saarbrückens Luca Kerber.
Florian Riedel verteidigt den Ball gegen Saarbrückens Luca Kerber. © IMAGO/Jan Huebner
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Der TSV Havelse hat auswärts gepunktet, allerdings war beim 2:2 (0:1) in Saarbrücken durchaus mehr drin als dieser eine Zähler. Mit einem Doppelpack wendete Fynn Lakenmacher im ersten Spiel der Rückrunde das Blatt, am Ende musste das Schlusslicht der 3. Liga aber noch um das Remis zittern.

Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel: Der TSV Havelse ist mit einem Unentschieden in die Rückrunde der 3. Liga gestartet. Vom 1. FC Saarbrücken trennte sich die Mannschaft von Rüdiger Ziehl mit 2:2 (0:1).

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Ärgerlich: Nach sehr verhaltener erster Hälfte steigerten sich die Garbsener deutlich und wendeten das Blatt dank eines Doppelpacks von Fynn Lakenmacher, wären am Ende aber um ein Haar noch mit leeren Händen dagestanden.

Bilder vom Spiel der 3. Liga zwischen dem 1. FC Saarbrücken und TSV Havelse

Kianz Froese kommt bei seiner Rückkehr ins Ludwigsparkstadion zum Abschluss. Zur Galerie
Kianz Froese kommt bei seiner Rückkehr ins Ludwigsparkstadion zum Abschluss. ©

Apropos Lakenmacher: Die Sturmspitze der Havelser hing im ersten Abschnitt weitgehend in der Luft, seine beste Szene hatte der 21-Jährige in der 13. Minute, als er aus kurzer Distanz angeschossen wurde, sich dabei eine blutige Nase holte, dadurch jedoch auch eine gefährliche Situation einleitete. Die Hereingabe von Leon Damer in den Rücken der Saarbrücker Abwehr fand allerdings keinen Abnehmer.


Ansonsten waren die Gastgeber, die ohne ihren gelbgesperrten Trainer Uwe Koschinat auskommen mussten, leicht überlegen, ohne dabei auch nur ansatzweise die Dominanz auszustrahlen, die von einem Aufstiegsanwärter gegen das Schlusslicht zu erwarten wäre.

Jänicke trifft in den Winkel

Für den ersten Treffer des Tages musste entsprechend ein Standard herhalten. Weil Noah Plume das Bein stehen ließ, bekamen die Gastgeber einen Freistoß aus vielversprechender Position zugesprochen. Sie berieten sich intensiv, zunächst sogar zu viert, einstudiert sah das, was sie dann zustande brachten, indes nicht aus. Pius Krätschmer zog nach innen, seinen Schuss konnte Lakenmacher blocken, doch unglücklicherweise landete der Ball vor den Füßen von Tobias Jänicke, der aus der Drehung mit links in den Winkel traf; nicht sonderlich hart, aber platziert, und damit unhaltbar für Norman Quindt (34.).

Der TSV war nun noch stärker gefordert – und wurde auch endlich gefährlich. Nach einem Freistoß von Leon Damer vom rechten Flügel wäre Kianz Froese gegen seine Ex-Kollegen am Fünfmeterraum aus dem Gewusel heraus fast zum Abschluss gekommen, aber eben nur fast (43.). Saarbrückens Torhüter Daniel Batz hatte hier wie auch zwei Minuten später die Hände auf dem Ball, als Lakenmacher nach feinem Zusammenspiel mit Froese letztlich zu unplatziert von der Strafraumgrenze abschloss.

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Es wurde deutlich besser in Durchgang zwei – und das ohne jede Anlaufzeit: Gerade 58 Sekunden waren gespielt, als Froese nach einer Flanke von Damer zum Kopfball kam. Knapp am langen Pfosten vorbei, aber die beste Chance bis dato. Auf beiden Seiten war nun wesentlich mehr Tempo im Spiel, sehr zur Freude aller 4800 Zuschauer im Ludwigsparkstadion.

Weniger erfreulich für die große Mehrheit von ihnen war hingegen, wie ungehindert Lakenmacher eine Viertelstunde später, auf die Reise geschickt von Damer, nach innen ziehen und abschließen durfte. Die Havelser Sturmspitze bedankte sich für die nette Begleitung und beförderte den Ball mit einem platzierten Rechtsschuss zum Ausgleich ins Netz (61.).

Einwurf des Gegners als Vorlage

Und es kam aus Sicht der Gäste noch besser: Saarbrückens Linksverteidiger Nick Galle katapultierte einen Einwurf in der eigenen Hälfte katastrophal direkt zum Gegner, das bestraften Froese und Lakenmacher im Zusammenspiel eiskalt. Erneut war Lakenmacher mit einem platzierten Schuss erfolgreich, diesmal ins linke Eck – es war sein viertes Saisontor (68.). Das Spiel war gedreht, Saarbrücken in dieser Phase völlig von der Rolle.

Die Platzherren berappelten sich allerdings schnell wieder – und hatten erneut das bei einem Standard auf ihrer Seite: Eine Freistoßflanke von Julian Günther-Schmidt segelte an Freund und Feind vorbei zum 2:2 ins lange Eck (78.). Die Saarbrücker blieben am Drücker, der eingewechselte Justin Steinkötter hatte gleich zweimal den Siegtreffer auf dem Fuß (83., 84.), Havelse taumelte dem Schlusspfiff entgegen.

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Der TSV wehrte sich mit letzter Kraft, bewies erneut eine überragende Moral. Sinnbildlich, wie Florian Riedel den Ball auf Kosten eines Wadenkrampfs im letzten Moment vorm einschussbereiten Steinkötter zur Ecke grätschte (89.). Und einen Nadelstich setzten sie ihrerseits auch noch...

In der dritten Minute der Nachspielzeit flankte Niklas Teichgräber von links präzise in den Strafraum, wo der eingewechselte Julian Rufidis plump von Galle umgestoßen wurde. Die Pfeife von Schiedsrichter Marc-Philip Eckermann blieb sehr zum Ärger der Gäste stumm. "Da müssen wir einfach einen Elfmeter kriegen", ärgerte sich Ziehl nach dem Schlusspfiff, er sagte aber auch: "Am Ende ist das Unentschieden, glaube ich, gerecht. Die Moral der Mannschaft ist einfach überragend. Spiel für Spiel hauen wir alles raus, das stimmt mich optimistisch."