24. Oktober 2021 / 16:09 Uhr

40 Minuten in Unterzahl: Dezimierte Havelser gegen Braunschweig chancenlos

40 Minuten in Unterzahl: Dezimierte Havelser gegen Braunschweig chancenlos

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Mussten gegen Braunschweig gleich vier Gegentreffer hinnehmen: die Spieler des TSV Havelse.
Mussten gegen Braunschweig gleich vier Gegentreffer hinnehmen: die Spieler des TSV Havelse. © imago images/regios24
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Der TSV Havelse hat sich im Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig lange Zeit wacker geschlagen, kassierte letztendlich aber eine deutlich 0:4-Niederlage. Der Drittligaaufsteiger musste nach einer roten Karten gegen Yannik Jaeschke 40 Minuten lang in Unterzahl spielen und hatte den Gästen schließlich nichts mehr entgegenzusetzen. 

„Von den Möglichkeiten her“ sei Eintracht Braunschweig ja „zehnmal der TSV Havelse“, hatte TSV-Manager Matthias Limbach unter der Woche das Kräfteverhältnis beschrieben. Der Tabellenletzte der 3. Liga schlug sich trotzdem lange wacker gegen den Aufstiegsaspiranten in Gelb-Blau. Am Ende wurde es zwar deutlich beim 0:4, aber vor allem, weil der TSV 40 Minuten in Unterzahl spielen musste. 

Weil Havelse die Heimspiele im großen Stadion des großen Nachbarn 96 austrägt, dem Erzrivalen der Braunschweiger, war die Polizeipräsenz rund ums Stadion besonders hoch. Aber auf und am Arenagelände blieb es recht entspannt. In der HDI-Arena selbst übertönte die eingespielt Stadionmusik vorm Anstoß noch die Fangesänge der mitgereisten Eintracht-Fans, während des Spiels waren die dann aber deutlicher zu hören.

Bilder vom Spiel der 3. Liga zwischen dem TSV Havelse und Eintracht Braunschweig

Norman Quindt pflückt eine Flanke herunter. Zur Galerie
Norman Quindt pflückt eine Flanke herunter. ©

Havelse defensiv zu anfällig

Und auch auf dem Platz gab die Eintracht den Ton an mit deutlich mehr Ballbesitz schon in der Anfangsphase. Aber der TSV Havelse stand tief und hielt engagiert dagegen, neutralisierte so die Braunschweiger Bemühungen weitgehend. Die erste gute Schusschance hatte sogar Havelse. Kianz Froese schoss nach einer Balleroberung von Yannik Jaeschke aus der Distanz, aber ein gutes Stück drüber (23.). Der Kubaner war in alles involviert, was offensiv beim TSV ging. 

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Doch die individuellen Probleme der Vorwoche waren auch gegen den niedersächsischen Nachbarn zu spüren.Nach einer eigentlich harmlosen Hereingabe von halblinks in den Sechzehner klärte die Havelser Abwehr nicht konsequent, sondern Jomaine Consbruch acht Meter vorm Tor vor die Füße. Der Ball war Ex-96er Fynn Arkenberg unglücklich auf den Oberschenkel geplumpst. Bei Consbruchs Schuss aus kurzer Distanz war Havelses Keeper Norman Quindt chancenlos (25.). Nach dem Führungstor machte Eintracht zwar weiter das Spiel, aber richtig gute Chancen kamen dabei nicht heraus. 

Jaeschke sieht glatt Rot

Nach der Halbzeitpause wurde es auf beiden Seiten gefährlicher mit Chancen. Deutlicher wurde es aber erst, nachdem Stürmer Jaeschke wegen einer Grätsche gegen Braunschweigs Torschützen Consbruch im Mittelfeld glatt Rot sah (51.) - eine harte Entscheidung von Schiedsrichter Martin Petersen. Doch weil Jaeschke schon verwarnt worden war, hätte er ohnehin auch bei einer Gelben Karte duschen gehen müssen nach dem Foul. 

Danach landete erst ein Kopfball von BTSV-Verteidiger Michael Schultz an der Latte (58.), dann schoss Enrique Pena Zauner knapp drüber (60.). Einen direkten Freistoß aus 20 Metern rettete Quindt mit den Fingerspitzen noch zur Ecke (65.). Nach der köpfte Schultz allerdings das 2:0 aus Braunschweiger Sicht. Und weitere zweieinhalb Minuten später machten die Löwen den Auswärtssieg endgültig perfekt: Lion Lauberbach stand am Ende einer Passfolge am zweiten Pfosten völlig frei und musste nur noch den Fuß hinhalten (69.). Das 4:0 köpfte noch der eingewechselte Sebastian Müller (88.). Da sangen die Braunschweiger Fans ohnehin schon zufrieden: „Wir steigen auf und ihr steigt ab.“ Die Köpfe durften bei den Havelsern trotz des klaren Ergebnisses aber oben bleiben.