17. Juli 2021 / 16:47 Uhr

TSV Havelse verpasst Erfolgserlebnis gegen Cottbus - Ziehl: "Das Ergebnis ist zweitrangig" 

TSV Havelse verpasst Erfolgserlebnis gegen Cottbus - Ziehl: "Das Ergebnis ist zweitrangig" 

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Für den TSV Havelse hat es gegen Energie Cottbus nur zu einem 1:1 gereicht.
Für den TSV Havelse hat es gegen Energie Cottbus nur zu einem 1:1 gereicht. © André Tautenhahn
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Der TSV Havelse ist bei der Generalprobe eine Woche vor dem Drittligaauftakt nicht über ein 1:1-Unentschieden gegen den Regionalligisten Energie Cottbus hinausgekommen. Coach Rüdiger Ziehl sah trotzdem "eine deutliche Steigerung" seiner Mannschaft - vor allem "im Abwehr- und Kettenverhalten". Das Tor für den Drittliga-Aufsteiger erzielte Noah Plume. 

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Der Motivationskreis vorm Anpfiff darf selbst beim Testkick nicht fehlen. Mannschaftliche Geschlossenheit wird der TSV Havelse schließlich zur Genüge brauchen im Abenteuer 3. Liga, um trotz Mini-Etat und großem Umbruch den Klassenerhalt im Profifußball zu schaffen. Da ist es vielleicht sogar das bekanntlich gute Zeichen, wenn die Generalprobe nicht reibungslos läuft. Im letzten Test vorm Saisonstart (24. Juli, 14 Uhr, gegen Saarbrücken) holte der Drittliga-Aufsteiger nur ein 1:1 gegen den traditionsreichen Regionalligisten Energie Cottbus. 

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Namhaftester Cottbusser dürfte mittlerweile Kultcoach „Pele“ Wollitz sein. Er fiel auf alle Fälle am meisten auf, kommentierte jede Aktion seines Teams: „Hör auf mit der Arroganz“, „Warum spielen wir diesen Ball nicht durch, man?“, „Immer fehlt der letzte Pass, Dreck!“ Aber meist passend mit Kritik und Lob. Denn sein Team war zumindest in der ersten halben Stunde druckvoller gegen den neuen Drittligisten, dabei aber auch nie richtig gefährlich.

Bilder zum Testspiel zwischen dem TSV Havelse (3. Liga) und Energie Cottbus (Regionalliga)

Der TSV Havelse kam bei der Generalprobe gegen Energie Cottbus nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus. Zur Galerie
Der TSV Havelse kam bei der Generalprobe gegen Energie Cottbus nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus. ©

Neuzugang Linus Meyer wirbelt

Der neue Havelser Trainer Rüdiger Ziehl scheint hingegen eher Freund einer etwas ruhigeren Ansprache. Wenn sein Team dann auch mal die Ruhe bewahrte, lief’s auch. Nur dass das für Verhältnisse eines Drittligisten zu selten klappte gegen den Testgegner aus der Liga drunter. „Wir hatten gerade zu Beginn wenig Überzeugung, im eigenen Ballbesitz gefährlich zu werden“, analysierte Ziehl, „das müssen wir noch reinkriegen.“

Am auffälligsten noch: Zugang Linus Meyer, der erst die erste Havelser Halbchance (35.) einleitete mit einem gewonnenen Dribbling gegen drei und anderthalb Minuten später den überraschenden Führungstreffer durch Noah Plume. Wollitz meckerte danach wegen eines vorangegangenen Zweikampfs, aus seiner Sicht ein klares Foulspiel, ließ sich sogar auf einen verbalen Schlagabtausch mit einem Fan auf der Tribüne schräg hinter seiner Bank ein.

Taktisch interessantes Spiel

Denn im Wilhelm-Langrehr-Stadion ist es ist eng, alles nah beieinander, das kann nervig sein für Gäste. Auf diesen Heimvorteil muss der TSV in der Liga leider verzichten. Wegen der Zuschauerbestimmung der 3. Liga spielt Ziehls Team in der HDI-Arena, statt in Garbsen. Bis zu 15.000 Fans dürften rein, das hat das Gesundheitsamt vor wenigen Tagen erst erlaubt. Beim Test gegen Cottbus in der Heimat waren es allerdings nur wenige Hundert. Könnte sein, dass es in der Liga nicht immer deutlich mehr werden im fremden Heimstadion von 96.

Die Fans, die gegen Energie da waren, sahen zumindest ein taktisch interessantes Spiel. Noch vor der Pause hielt Torwart Norman Quindt dann die bis dahin beste Cottbusser Chance trotz Vollspann aus kurzer Distanz fest (45.), nach 66 Minuten dann erneut stark gegen den eingewechselten Energie-Gaststürmer Michael Seaton. Dem war der Ball fünf Meter vor Quindts Tor vor die Füße gefallen.

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Ziehl sieht "deutliche Steigerung im Abwehr- und Kettenverhalten"

Bis zur nächsten Chance auf beiden Seiten dauerte es 15 Minuten, dann lag plötzlich Seaton im Sechzehner, statt der Ball vor seinen Füßen. Havelses Kapitän Tobias Fölster hatte ihn griechisch-römisch zu Boden gebracht. Für Cottbus traf Jonas Hildebrandt zum Ausgleich (83.).

Es blieb beim 1:1, Ziehl war trotzdem nicht unzufrieden. „Das Ergebnis ist zweitrangig“, urteilte der TSV-Coach. „Klar hatte Cottbus deutlich mehr Ballbesitz“, aber das werde „auch in der Liga oft so sein. Wir haben trotzdem wenig zugelassen.“ Der Havelser Coach hatte zudem „eine deutliche Steigerung im Abwehr- und Kettenverhalten“ gesehen. „Jetzt fehlt noch die gewisse Ruhe nach Ballgewinn und im Ballbesitz.“ Für den Traum vom Klassenerhalt im Profifußball.