02. März 2021 / 11:48 Uhr

Profis, Trainer, Etat, Ausgliederung: So plant der TSV Havelse den Sprung in die 3. Liga

Profis, Trainer, Etat, Ausgliederung: So plant der TSV Havelse den Sprung in die 3. Liga

Christoph Hage
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Stellen die mögliche Zukunft des TSV Havelse vor: Jan Zimmermann (von links), Matthias Limbach und Dieter Lorenz.
Stellen die mögliche Zukunft des TSV Havelse vor: Jan Zimmermann (von links), Matthias Limbach und Dieter Lorenz. © Debbie Jayne Kinsey
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Regionalliga-Spitzenreiter TSV Havelse hat die Lizenzunterlagen für die 3. Liga fristgerecht beim DFB eingereicht. Wie planen die Garbsener die Zukunft? Und was, wenn es wirklich klappt mit dem Sprung in die dritthöchste Spielklasse? Der SPORTBUZZER beantwortet die wichtigsten Fragen.

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Warum hat sich der TSV Havelse dazu entschieden?

„Mit dieser Mannschaft“, sagt Jan Zimmermann, Sportlicher Leiter und Trainer in Personalunion, „können wir bis zum Ende um den Titel mitspielen.“ Jetzt sind auch abseits des Rasens die Voraussetzungen dafür geschaffen.

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Wie gut sind die sportlichen Voraussetzungen wirklich?

So gut wie lange nicht – wäre da nicht die coronabedingte Zwangspause. Die Havelser standen in der Liga letztmals am 25. Oktober auf dem Platz (3:0 gegen den HSC). Am Montag treffen sich die 22 Vereine zu einer Videokonferenz, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Ausgang? Offen. „Ich bin davon überzeugt, dass es einen sportlichen Wettkampf gibt“, sagt Zimmermann. „Dafür haben wir genug Zeit. Wir nehmen jeden Modus, der da kommt.“

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Würde der Meister direkt aufsteigen?

Nein. Der Nordmeister spielt Ende Mai gegen den Bayern-Meister in zwei Relegationsspielen um einen Platz in Liga drei. Genau diese Termine zwängen die Liga in ein enges Zeitfenster.

Wie würde sich das Gesicht der Mannschaft verändern?

Kaum, das Gerüst steht. „Ich glaube, wir haben zuletzt mit vielen Vertragsverlängerungen dokumentiert, dass wir von dieser Mannschaft absolut überzeugt sind. Wir würden mit Sicherheit nicht alles über den Haufen werfen, was wir uns in den letzten zwei Jahren aufgebaut haben“, sagt Zimmermann. „Klar ist natürlich auch, dass wir sportlich konkurrenzfähig sein wollen und dafür den einen oder anderen Spieler extern dazu holen wollen.“

Würde es im Aufstiegsfall nur noch Profis geben?

Auch, aber nicht nur. Es wird auch in Zukunft Spieler geben, die paralell ihrem bisherigen Beruf nachgehen.

Bleibt Zimmermann überhaupt?

Der 41-Jährige ist noch bis zum 30. Juni dieses Jahres an den TSV gebunden, eine Baustelle ist das für den starken Mann in Havelse aber nicht. „Grundsätzlich bleibe ich“, sagt Zimmermann, seit dem 10. Dezember 2018 beim TSV. „Ich glaube, wir haben ein großes Vertrauen, unabhängig von irgendeiner Vertragslaufzeit. Die handelnden Personen kennen meine Situation, sind immer involviert gewesen in die ganzen letzten Anfragen und Angebote, die ich hatte. Die wissen aber auch, wie gern ich in Havelse bin und wie genau ich abwäge.“ Also ist sein Verbleib nicht vom Drittligaaufstieg abhängig? „Nein, auf gar keinen Fall.“

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Was ändert sich noch?

Der Verein spielt mit dem Gedanken, seine Fußballabteilung auszugliedern. Ähnlich wie 96 dies 1999 getan hat, um die Mitglieder des Gesamtvereins zu schützen. „Wir planen einen Wirtschaftsbetrieb aufzubauen, um langfristig und nachhaltig arbeiten zu können“, sagt Dieter Lorenz, zweiter Vorsitzender des Gesamtvereins.

Wie hoch wäre der Etat für die 3. Liga?

„Wir liegen in der Regionalliga absolut am unteren Ende und würden das auch in der 3. Liga sein“, sagt Lorenz. „In der Größenordnung sicher weit unter 5 Millionen Euro.“

Wie setzt sich der Etat zusammen?

„Wir liegen in der Regionalliga absolut am unteren Ende, und würden das auch in der 3. Liga sein“, sagt Lorenz. „In der Größenordnung sicher weit unter fünf Millionen Euro.“ 1,1 Millionen Euro würde der TSV an Fernsehgeldern verdienen. Lorenz: „Dann haben wir ein gutes Sponsoring und werden sicher einen Vermarktungsvertrag abschließen.“ Hinzu kämen mögliche Zuschauereinnahmen. „Wir haben eine ganz saubere Kalkulation abgegeben, sind sogar mit einem leichten fünfstelligen Betrag im Plus bei der Darstellung der Wirtschaftlichkeit“, sagt Lorenz.

Wo würden die Havelser ihre Heimspiele austragen?

In der HDI-Arena von 96. Alles zu dieser Thematik erfahrt ihr hier.

Wer beteiligt sich noch am Zulassungsverfahren?

Das werden die Havelser gern hören: Während Wolfsburg II die Lizenz beantragt hat, verzichtet Werder Bremen II, punktgleich mit dem TSV Zweiter und mit einem Spiel in der Hinterhand, darauf aus sportlichen und wirtschaftlichen Gründen. Hannover 96 hat für seine U23 die Lizenz ebenfalls beantragt - trotz sieben Punkten Rückstand auf Platz eins. Aus der Vorrundengruppe Nord will Tabellenführer Weiche Flensburg nicht in die 3. Liga, dafür reichten der HSV II und Teutonia 05 Ottensen die Unterlagen ein. Auch der VfB Oldenburg hat alles eingereicht.