08. November 2021 / 09:37 Uhr

"Ein perfekter Nachmittag": Lakenmacher lässt Havelse wieder auf ein Wunder hoffen

"Ein perfekter Nachmittag": Lakenmacher lässt Havelse wieder auf ein Wunder hoffen

Christian Purbs
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Der zweite Streich: Fynn Lakenmacher dreht nach seinem Treffer jubelnd ab.
Der zweite Streich: Fynn Lakenmacher dreht nach seinem Treffer jubelnd ab. © Florian Petrow
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Der TSV Havelse hat mit dem 2:1 gegen Halle mal wieder ein Lebenszeichen gesendet, nicht zuletzt dank der beiden Treffer von Fynn Lakenmacher darf der Aufsteiger wieder vom Wunder Klassenerhalt träumen. "Das war ein perfekter Nachmittag, ich bin total stolz", schwärmte der Doppeltorschütze.

Als der Ball in der vierten Minute der Nachspielzeit noch einmal im hohen Bogen aus dem Havelser Strafraum flog, hatten sie es endlich geschafft. Kurz nach dem Abpfiff ließen sich die meisten Spieler vor Erschöpfung und Erleichterung auf den Boden fallen, Niklas Teichgräber musste ein bisschen suchen, um weitere standhafte Mitspieler zum Abklatschen zu finden.

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Die gesamte Mannschaft des Drittligisten hatte im Heimspiel in der HDI Arena vor 533 Zuschauern ungemein viel investiert, um den 2:1-Erfolg gegen den Halleschen FC und damit den dritten Saisonsieg perfekt zu machen. Es waren drei verdiente und wichtige Punkte für den Aufsteiger – ein Lebenszeichen des Tabellenletzten, das Hoffnung macht auf ein weiteres Jahr in der 3. Liga.

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Erst recht, wenn sich die Havelser auch in den nächsten Spielen auf die Effektivität und den Torinstinkt von Fynn Lakenmacher verlassen können. Mit seinen beiden Toren, den ersten in dieser Saison, stach der Stürmer aus einer gute Mannschaft noch heraus. „Sein Einsatz ist auch in den bisherigen Spielen immer top gewesen. Und heute hat bei ihm sehr viel gepasst. Es tut gut zu sehen, dass er sich gegen Halle mit seinen beiden Toren belohnt hat“, sagte Trainer Rüdiger Ziehl.

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Mit viel Einsatz und Willen machte sich Lakenmacher auch in der 18. Minute auf den Weg in Richtung Gästetor. Kurz hinter der Mittellinie schnappte er sich den Ball und sprintete los. Links von ihm waren noch drei weitere Havelser Spieler mitgelaufen, ihnen entgegen stellte sich nur ein Verteidiger der Gäste. Diese nette Einladung ließ sich Lakenmacher nicht entgehen, der Angreifer vollendete sein Solo überlegt und traf zum 2:0 für die Havelser.

Ist der Knoten bei Lakenmacher nun geplatzt?

„Es war wichtig, dass die anderen mitgelaufen sind und den Weg freigemacht haben. Aber dann hat sich bei mir der Stürmerinstinkt durchgesetzt. Ich musste den Ball dann ja nur noch ins lange Eck schießen“, sagte Lakenmacher. „Das war ein perfekter Nachmittag. Ich bin total stolz auf die drei Punkte und natürlich auch auf meine Tore.“

Bereits zehn Minuten zuvor hatte der 21-Jährige den Aufsteiger in Führung gebracht. Nach einer prima Kombination über die linke Seite und einem feinen Zuspiel von Kianz Froese schoss er den Ball aus zehn Metern überlegt ins linke untere Eck. „Er hat es heute überragend gemacht. Er reibt sich immer unglaublich für die Mannschaft auf, macht Bälle fest, macht und tut. Er hat sich die Tore wirklich verdient. Ich hoffe, dass bei ihm jetzt der Knoten geplatzt ist und wir uns in den nächsten Spielen auf noch mehr Tore freuen können“, sagte Teichgräber.

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Die beiden Havelser Treffer waren jedoch auch ein Resultat einer besonders in der ersten Halbzeit starken Leistung mit viel Leidenschaft, Einsatz und schönen Spielzügen. Gut möglich, dass es die beste Halbzeit der Havelser seit dem Aufstieg war, auf jeden Fall machte es Freude, dem Spiel des Aufsteigers zuzuschauen.

„So müssen wir weitermachen. Ich freue mich, dass jetzt nicht die Länderspielpause kommt“, sagte Teichgräber. Am Samstag geht es mit dem Nachholspiel beim FSV Zwickau weiter. Noch fehlen dem TSV sieben Punkte bis zum ersten Nichtabstiegsplatz, auf dem Zwickau steht. Eine gute Gelegenheit für das nächste Lebenszeichen aus Havelse.