21. Juli 2021 / 07:44 Uhr

Fahnen, Fans, Karten, Kosten: Alle Infos zu Havelses Heimspielen in der HDI-Arena

Fahnen, Fans, Karten, Kosten: Alle Infos zu Havelses Heimspielen in der HDI-Arena

Christoph Hage
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Ihr Zuhause auf Zeit: Manfred Hörnschmeyer (von links), Harry Wiesner und Fabian Ullrich am Mittelpunkt der HDI-Arena.
Ihr Zuhause auf Zeit: Manfred Hörnschmeyer (von links), Harry Wiesner und Fabian Ullrich am Mittelpunkt der HDI-Arena. © Florian Petrow
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Die Nordkurve ist für die Fans des TSV Havelse tabu, sie nehmen bei den Heimspielen ihres Klubs künftig auf der Osttribüne Platz - erstmals am Samstag gegen Saarbrücken. Der Vorverkauf beim Neu-Drittligisten hat begonnen, und alles, was es über die Partien in der HDI-Arena zu wissen gibt, erfahrt ihr hier.

Die Eckfahnen werden die Farben Rot und Weiß tragen. Mitgebracht aus dem heimischen Wilhelm-Langrehr-Stadion. Alles andere? Wie bei Heimspielen von Hannover 96. Drittliga-Aufsteiger TSV Havelse ist eben nur Untermieter in der HDI-Arena. Zum ersten Mal am Samstag um 14 Uhr gegen den 1. FC Saarbrücken.

Beinahe ehrfürchtig schaut sich das Trio vom Mittelpunkt des Platzes aus um im weiten Rund. „Beeindruckend“, sagt Geschäftsführer Harry Wiesner. Vorsitzender Manfred Hörnsch­meyer und Marketingverantwortlicher Fabian Ullrich nicken zustimmend. Und dann zeigen sie mit dem Finger auf die Osttribüne – dem Ort, wo die Havelser Fans Platz nehmen werden. Zunächst im Oberrang (O10 bis O17) – sollte dieser voll sein, im Unterrang um die roten VIP-Plätze herum (O1 bis O8) und anschließend in der oberen Südtribüne (S10 bis S14). Die Fans der Gästemannschaften werden mit gesondertem Eingang wie gewohnt im abgesperrten Bereich auf der Südtribüne vom Rest getrennt.

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Ein Bereich ist für die Havelser allerdings Sperrzone: die Nordtribüne, das Zuhause der 96-Fans. „Die Nordkurve ist total tabu für uns, das war klare Vorgabe von Hannover 96“, sagt Wiesner. Und auch ansonsten seien sie „Gefangene des Systems“, wie es der 62-Jährige ausdrückt. Zum einen müssen sie dem Vermieter ja dankbar sein, da die 3. Liga ohne sein Stadion nicht möglich gewesen wäre. Zum anderen müssen sie sich eben den Gegebenheiten anpassen, weswegen es beispielsweise keinen VIP-Bereich geben wird – zu teuer.

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"Werden keine verrückten Sachen machen"

„Es ist erst einmal alles mit Kosten versehen“, sagt Wiesner. „Unsere Pflichten, beispielsweise gegenüber dem DFB, werden wir erfüllen, bei allem Freiwilligen müssen wir gucken. Wir werden keine verrückten Sachen machen.“ Sie werden vereinseigene Fahnen im Eingangsbereich der Ostkurve flaggen, die LED-Bande um das Spielfeld herum nutzen, die Auswechselbänke überkleben, eine Spielballsäule sowie Plexiglaswände für die Interviews nach den Spielen haben – alles andere lassen sie so, wie es ist.

Besagte Eckfahnen bringen sie mit – und den Stadionsprecher gleich mit. Der 28-jährige Niels Kiel, selbst in der TSV-Reserve am Ball, setzt bei der Torhymne in der Arena auf die Musik aus der Aufstiegssaison: „Boom, Boom, Boom, Boom“ von den Vengaboys.

Mit 3500 Zuschauern rechnet der TSV im Schnitt bei seinen 19 Heimspielen, angelehnt an Zahlen aus der Saison 2018/19 – die letzte ohne Corona-Einschränkungen. „Das ist stabil kalkuliert“, sagt Wiesner. „Zu Beginn werden sich viele auf den Fußball freuen, über die Dauer wird der sportliche Erfolg bestimmen.“ Der Vorverkauf für die Sitzplätze – es dürfen nur Genesene, Geimpfte oder negativ Getestete ins Stadion – hat am Dienstag um 12.30 Uhr begonnen.


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Der TSV Havelse kam bei der Generalprobe gegen Energie Cottbus nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus. Zur Galerie
Der TSV Havelse kam bei der Generalprobe gegen Energie Cottbus nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus. ©

Die Tickets kosten zwischen 19 und 28 Euro, Dauerkarten 380 und 475 Euro. Ein Hintergrund für den recht knackigen Preis: Vieles, was der TSV daheim ehrenamtlich regelte, läuft nun über 96. Von Ordner bis Wurstverkauf läuft’s professionell ab, aber deshalb natürlich teurer. Die Kosten legt Havelse auf die Tickets um.

Hoffen auf die Zuschauer der Nordvereine

781 Karten werden dem Gastverein zugesprochen – mindestens. Weil der TSV natürlich von Vereinen wie dem VfL Osnabrück, 1. FC Kaiserslautern, 1. FC Magdeburg oder Eintracht Braunschweig profitieren will. „Gerade mit den Nordvereinen haben wir Glück“, sagt Hörnschmeyer.

Wiesner spricht mit Blick auf den Berg an Arbeit, der mit dem Umzug einhergeht, von einem „riesigen schwarzen Loch, in das wir gerade gucken. Ich werde am Samstag mit einem großen Zettel durch das Stadion gehen“, sagt der Geschäftsführer. „Die Wahrheit liegt eben nicht nur auf dem Platz, sondern auch daneben.“

Apropos Platz: Auf den gehen die Havelser Spieler erst beim Aufwärmen direkt vor dem Spiel. „Es war mir nicht sonderlich dran gelegen“, sagt TSV-Trainer Rüdiger Ziehl, „weil ich wusste, dass es kompliziert ist und es wahrscheinlich Geld kostet. Die meisten Spieler kennen das Stadion, auch ich habe hier schon gespielt.“

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Der Rasen hat zuletzt ohnehin arg gelitten, auf die Saison gesehen muss der Aufsteiger dessen Austausch zweimal bezahlen. Und auch wenn er nicht gern über Zahlen spricht, bekannt war bereits, dass der TSV nur die Betriebskosten der Arena zahlen muss. „Wir sind Havelse sehr entgegengekommen“, sagt 96-Boss Martin Kind. Dass der Aufsteiger allerdings kostenlos dort kicken darf, sei natürlich Quatsch, sagt Wiesner und fügt hinzu: „Man kann es, glaube ich, so ausdrücken: Wir bekommen ein Heimspiel zum Preis eines Mittelklassewagens.“ Untermieter eben.