01. Oktober 2021 / 15:15 Uhr

"Müssen viel investieren": So schafft Havelse den nächsten Sieg gegen Kaiserslautern

"Müssen viel investieren": So schafft Havelse den nächsten Sieg gegen Kaiserslautern

Alexander Flohr
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Julius Düker (re.) im Kampf um den Ball.
Julius Düker (re.) im Kampf um den Ball. © Florian Petrow
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Der TSV Havelse hat am Samstag (14 Uhr) gegen den 1. FC Kaiserslautern die Chance, den Abstand auf die Nicht-Abstiegsplätze auf zwei Punkte zu verringern. "Das wäre ganz wichtig", meint Trainer Rüdiger Ziehl. Doch er weiß: "Es klappt nur, wenn wir genau so viel investieren wie in Berlin." 

Sie wollen weiterjubeln. Der TSV Havelse hat sich in der 3. Liga in einen kleinen Rausch gespielt. Sieben Punkte aus den vergangenen drei Partien – besser war nur der SC Freiburg II und der kommende Gegner. Heute (14 Uhr) empfängt Havelse den 1. FC Kaiserslautern, der ebenfalls mit zuletzt sieben Zählern und viel Selbstbewusstsein in die HDI-Arena kommt. Für die Mannschaft von Trainer Rüdiger Ziehl ist das Duell mit seinem Ex-Klub (war als Spieler sieben Jahre bei den „Roten Teufeln“) aus verschiedenen Gründen extrem wichtig.

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Ganz entscheidend: Mit einem Sieg verringert der Tabellenletzte aus Havelse den Abstand auf einen Nichtabstiegsplatz auf nur zwei Punkte. „Das wäre ganz wichtig für uns“, so Ziehl. Wichtig wäre ein Erfolgserlebnis aber auch für die Stimmung. Denn nach der heutigen Partie haben die Spieler erst mal ein paar Tage frei. Wegen der anstehenden Länderspielpause muss Havelse dann erst wieder am 18. Oktober ran. „Die Zeit sollen die Jungs dann auch mal zum Abschalten nutzen. Sie können da auch gern unsere guten Leistungen zuletzt mal feiern.“

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FCK hat die beste Defensive der Liga

Um den Fokus innerhalb der Mannschaft macht sich der Havelser Coach keine Sorgen. Eine gewisse Fahrlässigkeit aufgrund der vorangegangenen Ergebnisse fürchtet er nicht. „Diese Gefahr besteht nicht. Jeder kann die Situation realistisch einschätzen“, so Ziehl. „Wir sind nicht Achter oder Neunter und können uns zurücklehnen. Wir sind Letzter und müssen weiter punkten.“

Nun kommt mit dem FCK aber ein echter Brocken, der seine besten Jahre hinter sich hat. Ziehl hatte Lautern vor der Spielzeit dennoch als Aufstiegsfavoriten vermutet. „Sie haben eine gute Qualität und haben zuletzt wieder in die Spur gefunden“, sagt Ziehl. Zuletzt blieb Kaiserslautern dreimal ohne Gegentor – hat damit die beste Defensive der Liga. Havelse galt bisher noch nicht als treffsichere Mannschaft, hat zuletzt beim 4:3 in Berlin aber plötzliche Offensivkraft entwickelt. Ziehl: „Beide Mannschaften wollen Tore schießen, aber es ist nicht ihre Stärke, oft zu treffen. Die Stabilität wird heute für beide eine wichtige Rolle spielen.“

Düker blüht in neuer Rolle auf

Ziehl erwartet ähnlichen Einsatz wie in Berlin. Da liefen seine Spieler viel, gingen energisch in die Zweikämpfe und setzten immer wieder gute Nadelstiche nach vorn. Entscheidend wird heute nicht nur Zugang Kianz Froese sein, der in Berlin mit zwei Vorlagen und einem Tor der Matchwinner war. Ziehl setzt diesmal vor allem auf Julius Düker (kam aus Meppen). Nach Anlaufschwierigkeiten als Stürmer findet der 25-Jährige auf neuer Position hinter den beiden Angreifern immer besser in die Mannschaft und machte in Berlin sein bestes Spiel, belohnte sich sogar mit einem Treffer. „Wir haben es mit ihm thematisiert, dass wir uns in seiner neuen Rolle mehr Tiefe und Ballsicherheit erhoffen“, so Ziehl. „Seine Leistung ist aufsteigend. Er ist jetzt deutlich aktiver.“

Gute Leistungen, Ergebnisse passen und formstarke Zugänge: Schade, dass Havelse zunächst durch die Länderspielpause gestoppt wird. Oder? „Erst mal müssen wir das Spiel in Kaiserslautern abwarten“, sagt Ziehl mit einem Lachen. „Aber klar: Mit einem Sieg würden wir am liebsten direkt weiterspielen.“ Das Selbstbewusstsein in Havelse ist so groß wie noch nie in dieser Saison. Da ist sogar ein Erfolg gegen den großen 1. FC Kaiserslautern drin.