30. September 2021 / 18:26 Uhr

Ziehls Wiedersehen mit Kaiserslautern: "Wenn wir 3:0 gewinnen, laufe ich zur Eckfahne"

Ziehls Wiedersehen mit Kaiserslautern: "Wenn wir 3:0 gewinnen, laufe ich zur Eckfahne"

Alexander Flohr
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Besonders: Sieben Jahre kickte Rüdiger Ziehl (Mitte) für den 1. FC Kaiserslautern. Zu seinen Teamkollegen zählten unter anderem Torhüter Georg Koch (links) und Miroslav Klose (rechts).
Besonders: Sieben Jahre kickte Rüdiger Ziehl (Mitte) für den 1. FC Kaiserslautern. Zu seinen Teamkollegen zählten unter anderem Torhüter Georg Koch (links) und Miroslav Klose (rechts). © Imago
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Am Samstag trifft Havelses Trainer Rüdiger Ziehl auf seinen Ex-Klub 1. FC Kaiserslautern. Ein Jubelverbot erlegt er sich selbst nicht auf: "Ich bin Trainer des TSV Havelse. Wenn wir 3:0 gewinnen, laufe ich zur Eckfahne, grätsche sie um und reiße das Ding danach auseinander." Er blickt zurück auf seine Zeit bei den "Roten Teufeln".

Am Samstag (14 Uhr) wird es ganz besonders für Rüdiger Ziehl: Der 43-Jährige trifft mit dem TSV Havelse zum ersten Mal als Trainer auf seinen ehemaligen Klub 1. FC Kaiserslautern. 1995 wechselte Ziehl in die Jugend der „Roten Teufel“, er spielte lange in der Reserve und kam sogar zu drei Bundesliga-Einsätzen bei den Profis. Nach sieben Jahren zog er weiter zum SV Wehen Wiesbaden. Die FCK-Zeit war die längste in seiner aktiven Laufbahn.

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Samstag gibt es also das große Wiedersehen für ihn. Ziehl geht mit gemischten Gefühlen ins Duell. „Es hat eine große Bedeutung für mich, in mir steigt die Vorfreude“, sagt er. Ein Jubelverbot erlegt er für sich selbst allerdings nicht. „Ich bin Trainer des TSV Havelse. Wenn wir 3:0 gewinnen, laufe ich zur Eckfahne, grätsche sie um und reiße das Ding danach auseinander“, sagt er mit einem Schmunzeln.

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Ziehl sucht den Fokus vor dem Spiel

Grund zum Jubeln hatte Ziehl sogar schon gegen seinen Ex-Verein. 2006 traf er für seinen neuen Klub TuS Koblenz in Kaiserslautern zum zwischenzeitlichen 2:0, riss sofort die Arme hoch und ließ sich von seinen Kollegen feiern. Ziehl: „Ist doch klar, dass man sich bei einem Erfolg – egal, gegen welches Team – freuen darf.“

Dass der Havelser Trainer gegen seinen Herzensverein sentimental wird, glaubt er nicht. Ziehl: „Sobald wir im Stadion ankommen, konzentriere ich mich nur noch auf uns, bin total fokussiert.“ Erst danach ist Zeit für einen kleinen Plausch mit ehemaligen Weggefährten. Aus dem aktuellen Kader kennt Ziehl allerdings nur noch zwei Betreuer, die auch damals schon dabei waren. „Mit ihnen werde ich nach Abpfiff bestimmt ein paar Worte wechseln“, sagt Ziehl, der schon beim 1:0-Sieg vor zwei Wochen gegen Viktoria Köln auf seinen ehemaligen Torhüter Georg Koch (im Bild) traf. Koch ist mittlerweile Torwarttrainer bei den Kölnern.

Im Zusammenspiel mit Klose und Basler

Ziehl blickt zurück auf seine Jahre beim 1. FCK – einer Zeit, in der Miroslav Klose und Mario Basler für Furore sorgten im legendären Fritz-Walter-Stadion. „Das war eine ganz prägende Zeit für mich als junger Spieler“, erzählt Ziehl. „Der Klub spielte international und hatte auch in der Bundesliga eine Topbesetzung.“

Der Havelser Coach, damals als Mittelfeldspieler eingesetzt, musste in der Reserve lange um seine Chance bei den Profis kämpfen. Am 11. März 2001 gegen 1860 München war es dann so weit – beim 3:2-Sieg hatte Trainer Andreas Brehme ihm sieben Minuten Spielzeit gegeben. Wenige Wochen später kam er dann beim 2:5 in Freiburg 45 Minuten zum Einsatz. „Ich wurde beim Stand von 0:5 in der Halbzeit eingewechselt“, so Ziehl. „Wir trafen noch zweimal, und ich zeigte eine ordentliche Leistung.“


Bilder zum Spiel der 3. Liga zwischen dem FC Viktoria 1889 Berlin und dem TSV Havelse

Havelses Julius Düker (rechts) ist vor dem Berliner Christoph Menz am Ball.  Zur Galerie
Havelses Julius Düker (rechts) ist vor dem Berliner Christoph Menz am Ball.  ©

Ziehl will den Sieg für Havelse

Dennoch: Nur einen weiteren Bundesliga-Einsatz gab es danach für Ziehl. „Leider ist es bei drei Spielen geblieben“, sagt der TSV-Coach, „aber super, dass ich in einer Zeit, in der es sehr schwierig war, überhaupt die Möglichkeit bekommen habe.“ Am Samstag gegen Kaiserslautern spielt das alles keine Rolle mehr. „Ich wünsche dem Verein bessere Zeiten. Aber Samstag nicht. Da will ich unbedingt gewinnen.“