20. Juli 2021 / 08:02 Uhr

Wahltag in Havelse: Führt Aufstiegskapitän Tobias Fölster den TSV weiterhin an?

Wahltag in Havelse: Führt Aufstiegskapitän Tobias Fölster den TSV weiterhin an?

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Neu-Trainer Rüdiger Ziehl (eingeklinkt) sieht nicht wirklich einen Grund, den Kapitän beim TSV zu wechseln.
Neu-Trainer Rüdiger Ziehl (eingeklinkt) sieht nicht wirklich einen Grund, den Kapitän beim TSV zu wechseln. © Debbie Jayne Kinsey
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Bei einem Essen werden die Spieler des TSV Havelse am Dienstag ihren Mannschaftsrat wählen. Aus diesem bestimmt Trainer Rüdiger Ziehl dann den Kapitän. Von seiner Seite aus gibt es "eigentlich keinen Grund, was zu ändern". Vieles spricht also dafür, dass Tobias Fölster die Mannschaft weiter anführt.

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Die Vorbereitung läuft im Turbotempo, nicht zu ändern nach der Aufstiegsrelegation und in Corona-Zeiten. Kein Pro­blem: „Ich finde die Entwicklung gut“, sagt Rüdiger Ziehl, „die Vorbereitung war sehr, sehr kurz. Aber die Mannschaft ist sehr lernwillig.“ Vor allem in den defensiven Ab­läu­fen hat der neue Cheftrainer was verändert. Ändert er jetzt auch was in Sachen Kapitän?

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Am Dienstag kommen Ziehl und seine Kicker bei einem gemeinsamen Essen zusammen, es geht um ge­nau solche Absprachen und die Einstimmung auf die Saison, die für Ha­vel­se am Samstag gegen Saar­brü­cken beginnt (14 Uhr, HDI-Arena). Ziehl bestätigt, dass es um „Themen wie Mannschaftsrat, Kapitän, aber auch die Zielsetzung für uns selbst“ gehe. Den Mannschaftsrat lässt der Trainer wählen, den Kapitän wird er bestimmen. Und das Havelser Ziel kann bei der Rückkehr in den Profifußball eigentlich nur Klassenerhalt heißen.

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Es spricht aber einiges da­für, dass Ziehl für sein Ligaziel den alten zum neuen Chef macht. Innenverteidiger Tobias Fölster ist Favorit auf das Amt, er spielt schon seit 2015 beim TSV. Mit dem 27-Jährigen als Kapitän ist Ha­vel­se auch aufgestiegen.

"Miteinander und gegenseitige Kümmern funktioniert"

Ziehl hält sich dazu noch bedeckt, lässt aber etwas durchblicken: „Klar kommen neue Spieler dazu, deshalb wird auch der Mannschaftsrat gewählt“, erläutert der TSV-Trainer. Aber im Grun­de gebe es „ei­gent­lich keinen Grund, von meiner Seite aus was zu ändern. Ich muss ehrlich sa­gen: Ich habe die Mannschaft so intakt vorgefunden, dass es auch ge­hen würde, wenn man sagt: ‚Wir lassen es einfach so weiterlaufen.‘ Weil das Miteinander und das gegenseitige Kümmern total funktionieren.“

Anders als mit be­son­de­rem Teamgefühl wird es für den Letzten der Budgettabelle wohl auch nur schwerlich funktionieren. Ziehls Man­tra für das Abenteuer 3. Liga: „Wir leben vom Kollektiv.“

Darin hätten sich auch die Neuen bestens eingefunden, sagt der Trainer: „Die Verpflichtungen sind charakterlich alles Volltreffer. Das ist super, hatte für uns auch eine hohe Priorität.“ Denn: „Ein Quertreiber oder einer, der nicht ins Gefüge reinpasst, macht womöglich kaputt, was eine Stärke für uns sein muss!“

Bilder zum Testspiel zwischen dem TSV Havelse (3. Liga) und Energie Cottbus (Regionalliga)

Der TSV Havelse kam bei der Generalprobe gegen Energie Cottbus nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus. Zur Galerie
Der TSV Havelse kam bei der Generalprobe gegen Energie Cottbus nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus. ©

Fehlen nur noch die letzten Neuen für das perfekte Wir-Gefühl. Havelse hat zwei weitere Planstellen offen: Ein zweiter Torwart und ein Innenverteidiger sollen kommen. „Wir können noch ein, zwei Spieler gebrauchen. Da sind wir dran“, sagt Ziehl. In dieser Woche wird sich aber, wenn überhaupt, nur etwas beim Keeper bewegen.

Der Transfermarkt ist in Corona-Zeiten zäher als üblich, der TSV aber dennoch entspannt. „Wir wissen, dass es durchaus schwierig ist, und müssen geduldig sein“, wirbt Ziehl. Havelse könne mit seinem Budget eben nicht im obersten Drittligaregal zu hohen Konditionen zugreifen. „Entsprechend müssen wir da genau auswählen.“