14. Januar 2022 / 21:25 Uhr

Stoppelkamp macht's: TSV Havelse unterliegt MSV Duisburg im Kellerduell

Stoppelkamp macht's: TSV Havelse unterliegt MSV Duisburg im Kellerduell

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Nur vermeintlich auf Augenhöhe: Havelses Yannik Jaeschke (links) im Kopfballduell mit Oliver Steurer.
Nur vermeintlich auf Augenhöhe: Havelses Yannik Jaeschke (links) im Kopfballduell mit Oliver Steurer. © Imago
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Neues Jahr, altes Leid: Der TSV Havelse hat das Auftaktspiel in der 3. Liga gegen den MSV Duisburg mit 0:1 verloren. Der frühere 96er Moritz Stoppelkamp köpfte die Meidericher in der 55. Minute zum Sieg.

Der Start in die zweite Saisonhälfte war weder schön noch erfolgreich für Drittliga-Schlusslicht Havelse - 0:1 gegen Kellerkonkurrent Duisburg. Das tut extraweh im Abstiegskampf, auch weil es wieder mal auf Augenhöhe war gegen einen uninspirierten Gegner - und dabei trotzdem wieder keine Punkte heraussprangen. Ein „Fußball-Leckerbissen war das nicht“, fand selbst Duisburgs Trainer Hagen Schmidt. Und das Ergebnis schmeckte Havelse natürlich auch nicht.

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Die erste Pleite kassierte das Schlusslicht schon vor dem Anpfiff, denn Trainer Rüdiger Ziehl musste ziemlich kurzfristig seine gesamte Innenverteidigung auswechseln. Kapitän Tobias Fölster hatte trotz einer leichten Trainingsverletzung und Fußschmerzen auf einen Einsatz spekuliert, musste aber doch passen. Nebenmann Niklas Tasky hat sich als K1-Kontakt freiwillig in Corona-Quarantäne begeben und vorsichtshalber isoliert. Und Fynn Arkenberg fehlte ohnehin wegen der fünften gelben Karte. „Das war schon krass, dass wir drei Spieler ersetzen müssen in einem Spiel. Das war definitiv eine Problematik“, urteilte Trainer Ziehl. Kurzerhand wurde Sechser Noah Plume zum neuen Abwehrchef erklärt - da ging Havelse im Abwehrzentrum Größe verloren.

Bilder zum Spiel der 3. Liga zwischen dem TSV Havelse und dem MSV Duisburg

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Bilder zum Spiel der 3. Liga zwischen dem TSV Havelse und dem MSV Duisburg ©

Stoppelkamp nickt ein

Und so brachte ausgerechnet eine Standardsituation die Entscheidung - und ein Ex-Hannoveraner, der sich im Stadion von 96 bis heute wohlfühlt. Moritz Stoppelkamp nickte den Ball per Kopf nach einer Ecke ein, die er selbst herausgeholt hatte. „Havelse hatte mich irgendwie nicht auf dem Schirm, ich war schon sehr frei“, fand auch der Ex-96-Profi (2010 bis 2012) und erzählte zufrieden: „Ich habe hier in Hannover viel mitgenommen, Freunde fürs Leben gewonnen. Darum komme ich immer gerne her.“


Erst recht, wenn’s mit Toren klappt. Tatsächlich hatte die Zuteilung nicht gestimmt beim TSV und auch die fehlende Größe machte sich bemerkbar. Denn Stoppelkamp ist mit seinen 1,80 Meter Körperlänge „auch kein wirklich großer Spieler“, befand Havelse-Coach Ziehl: „Einfach ärgerlich, dass die eine Standardsituation das Spiel entscheidend.“ 

Stoppelkamp hatte zuvor schon einen Schuss an den Außenpfosten gesetzt und ein Versuch ging knapp über die Latte. Das war’s aber fast schon mit den wirklich gefährlichen Szenen der Gäste. Beinahe erschreckend, wie uninspiriert der einstige Bundesligist aus dem Ruhrpott spielte. Aber auch Havelse fiel vorne selten bis nie etwas ein. Das Beste war da in der ersten Hälfte noch ein Distanzschuss von Julius Düker (18.).

Engelking gibt Comeback

Kurz vor Schluss hätte der TSV nach einer Ecke und Gewühl im Sechzehner mit Glück sogar noch zum Ausgleich kommen können, brachte den Ball aber wieder nicht gefährlich aufs Tor. Und so blieb das einzig Positive des Freitagabendspiels die Einwechslung von Torben Engelking in der 78. Minute.

Die Noten des TSV Havelse nach der Niederlage gegen Duisburg

Norman Quindt: Wie immer ein sicherer Rückhalt. Beim Schuss von Marseiler ist er da, sonst mal etwas weniger zu tun. Note 2 Zur Galerie
Norman Quindt: Wie immer ein sicherer Rückhalt. Beim Schuss von Marseiler ist er da, sonst mal etwas weniger zu tun. Note 2 ©

„Wir wissen selbst, dass wir anfangen müssen, zu punkten."

Der Außenstürmer hat sich nach einem weiteren Kreuzbandriss und 17 Monaten ohne Pflichtspieleinsatz zurückgekämpft. Engelking gab dann auch das Credo für die Zukunft und die Hoffnung auf den Klassenerhalt aus: „Wir wissen selbst, dass wir anfangen müssen, zu punkten. Nicht nur einen, sondern drei Punkte - und wenn’s geht mal mehrere Spiele hintereinander. Aber wir haben uns auch ganz klar gesagt: Wir müssen nicht jetzt sechs Spiele hintereinander gewinnen und sofort über dem Strich stehen. Es reicht, wenn wir Monat für Monat Punkte auf das rettende Ufer aufholen. Wir haben 17 Spiele Zeit.“ Aber irgendwann müssen sie endlich mal anfangen …