14. Januar 2022 / 10:02 Uhr

"Jedem ist die Bedeutung des Spiels klar": Havelse will Duisburg in die Krise ziehen

"Jedem ist die Bedeutung des Spiels klar": Havelse will Duisburg in die Krise ziehen

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Bleibt im Keller optimistisch: Der Havelser Coach Rüdiger Ziehl.
Bleibt im Keller optimistisch: Der Havelser Coach Rüdiger Ziehl. © Debbie Jayne Kinsey
Anzeige

Am Freitagabend (19 Uhr) eröffnen der TSV Havelse und der MSV Duisburg die zweite Saisonhälfte der 3. Liga in der HDI-Arena. Das Team von Rüdiger Ziehl will erfolgreich ins neue Jahr starten und den MSV noch tiefer in den Tabellenkeller ziehen. Der Blick in die Drittligastatistik lässt auf ein Spiel auf Augenhöhe hoffen. Schließlich haben beide Teams in den vergangenen zehn Drittligaspielen nur ein einziges Mal gewonnen.

Der Name ist noch immer klangvoll beim MSV Duisburg, doch der Traditionsklub steht nur wenig besser da als Drittliganeuling Havelse am Tabellenende. Duisburg ist Drittletzter (ein Spiel weniger). Am Freitag eröffnen die beiden in der HDI-Arena die zweite Saisonhälfte, 500 Zuschauer und Zuschauerinnen dürfen rein. Der Anpfiff ist um 19 Uhr.

Anzeige

Dass Duisburg mit unten steht, hat auch Ha­vel­ses Trainer Rüdiger Ziehl überrascht. „Da merkt man mal, wie wenig Ahnung ich habe“, witzelt der 44-Jährige, „ich hatte die vor der Saison eigentlich als Überraschungskandidaten für den Aufstieg eingestuft.“

Mehr über den TSV Havelse

Duisburg kommt mit drei Ex-96-Profis

Das war eigentlich auch die interne Einschätzung des MSV, der viel Erst- und Zweitligaerfahrung im Kader hat. Auch die früheren 96-Profis Marvin Bakalorz, Moritz Stop­pel­kamp und Torwart Leo Weinkauf spielen dort. „Von der Qualität der Einzelspieler bin ich immer noch total überzeugt“, analysiert auch Ziehl. Aber die Duisburger Profis hatten „ihre Pro­ble­me, den Abstiegskampf anzunehmen“. Genau das könn­te seinem Havelser Team gegen die individuelle Klasse zum Vorteil gereichen: „Wir müssen von An­fang an zeigen, das ist Ab­stiegs­kampf und wir nehmen das an“, fordert Ziehl. Der Blick in die Drittligastatistik lässt auf ein Spiel auf Augenhöhe hoffen. Schließlich haben beide Teams in den vergangenen zehn Drittligaspielen nur ein einziges Mal gewonnen.


Zuletzt holte Havelse ein 2:2 bei Aufstiegskandidat Saarbrücken – der Punkt war verdient und lässt ebenfalls hoffen. „Wir wollen an die Leistung aus den letzten Spielen vor der Winterpause anknüpfen“, sagt Ziehl. Da spielte sein Team – wie ei­gent­lich die ganze Saison über – engagiert, nahm aber viel zu wenig Punkte mit für das Ziel Klassenerhalt. Die Stimmung, das betonen alle beim TSV, sei aber trotzdem gut. Ziehl: „Jedem ist die Be­deu­tung dieses Spiels klar, aber natürlich bleiben wir op­ti­mis­tisch.“

Kann Gubinelli auf der Bank sitzen?

Das gilt auch weiterhin für die Leihe von Talent Leonardo Gubinelli (21) vom FC Basel, die sich zieht. Der ehemalige Schweizer U20-Nationalspieler trainiert seit vergangenem Freitag bereits bei Havelse mit, aber auch am Donnerstag fehlten noch die letzten Unterschriften. Ziehl hofft, dass das am Freitag klappt – und Gubinelli am Abend auf der Bank sitzen kann. Für die Startelf ist er nach einer Vorbereitungswoche zwar kein Kandidat, er bringt Ha­vel­se defensiv aber mehr Va­ri­a­bi­li­tät. „Er ist gut ausgebildet, technisch stark, hat eine gute Ruhe am Ball, gute Laufwege in die Tiefe“, lobt Ziehl. Vor allem mittelfristig kann Basels U21-Kapitän Ha­vel­ses Qualität erhöhen. Für die Chance auf den Klassenerhalt sollten aber auch ohne ihn Punkte her.

Die Duisburger sind da schon ei­nen Schritt weiter. Nach Routinier Marvin Knoll (Vertrag bis 2024) von Zweitligaspitzenreiter FC St. Pauli haben sie sich unter der Wo­che mit John Yeboah verstärkt. Das frühere Wolfsburger Talent war 2020 auch mal kurz bei 96 Thema gewesen und wechselt jetzt für ein halbes Jahr per Leihe vom niederländischen Erstligisten Willem II Tilburg. Ziehl kennt Yeboah gut, er trainierte den 21-Jährigen sogar kurz mal im Wolfsburger Nachwuchs: „Er hat ein richtig gu­tes Eins-gegen-eins mit Ball und eine hohe Qualität. Die konnte er aber nicht immer bestätigen.“ Es reicht, wenn er damit erst am Samstag an­fängt.