20. November 2021 / 08:50 Uhr

Havelse-Plan mit Kopf und Kuchen: Flair genießen, Freiburg II runterziehen, Lufthoheit gewinnen

Havelse-Plan mit Kopf und Kuchen: Flair genießen, Freiburg II runterziehen, Lufthoheit gewinnen

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Dem TSV Havelse läuft langsam die Zeit davon, das Team von Trainer Rüdiger Ziehl braucht dringend Punkte.
Dem TSV Havelse läuft langsam die Zeit davon, das Team von Trainer Rüdiger Ziehl braucht dringend Punkte. © imago images/Jan Huebner
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Dem TSV Havelse läuft langsam die Zeit davon. Das Team von Trainer Rüdiger Ziehl braucht dringend Punkte für den Klassenerhalt. Am Samstag steht ein Spiel mit besonderem Flair an: Ab 14 Uhr sind die Garbsener beim SC Freiburg II im Dreisam­stadion zu Gast.

Nach etwas über fünf Stunden Fahrt war endlich das Freiburger Münster in Sichtweite. Havelse-Manager Matthias Limbach war dem 20-Mann-Kader vorausgefahren mit dem Teammanager im VW-Bulli.

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"Sportlich ein klares Ziel"

Der Bus war bepackt mit Ballsäcken, Hütchen, Leibchen „und Kuchen von Langrehr“, erklärte Limbach gut gelaunt. „Für uns ist das hier vielleicht eine Kaffeefahrt, aber die Jungs haben sportlich ein klares Ziel“. Navigationspunkt ist das Dreisam­stadion, Ziel ein Sieg bei Mitaufsteiger Freiburg II (Anstoß 14 Uhr).

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Freiburg "mit runterziehen"

„Freiburg ist noch in Reichweite, wir wollen sie mit runterziehen“, sagt Limbach. Dem Frust aus dem unglücklichen 0:2 in Zwickau folgt eine trotzige Jetzt-erst-recht-Phase beim Ligaschlusslicht. Limbach zieht aus dem dramatischen Mittelfußbruch bei Mittelfeld-Ass Oliver Daedlow sogar etwas Positives. „Dann spielen wir eben mit unseren Sechsern Noah Plume oder Vico Meyen“, sagt er. Plume und Meyen sind beide nah an 1,90 Meter und beide kopfballstark.

Lufthoheit und körperliche Härte

Mit Lufthoheit und körperlicher Härte will Havelse den wilden Freiburger Nachwuchs einfangen. Das Durchschnittsalter beim Gegner liegt bei 21 Jahren – einige Diamanten hat Trainer Thomas Stamm dabei, aber die meisten muss er noch schleifen.

Havelse gewinnt in Kapitän Tobias Fölster (zuletzt Magen-Darm) zusätzliche Körperlänge und Erfahrung dazu. Wie wichtig gewonnene Luftkämpfe sind, zeigte sich beim Gegentor nach einem Eckstoß in Zwickau.

Die Zeit rennt davon

Trainer Rüdiger Ziehl durfte nach der runden Sache zuvor gegen Halle (2:1) und mit der Spielweise in Zwickau zufrieden sein. Aber die Zeit rennt ihm davon. Verliert Havelse am Samstag in Freiburg, wäre ein weiterer Abstiegskandidat punktetechnisch enteilt.


Bilder vom Spiel der 3. Liga zwischen dem TSV Havelse und 1. FC Kaiserslautern

Havelses Florian Riedel (links) kämpft mit Kaiserslauterns Daniel Hanslik um den Ball. Zur Galerie
Havelses Florian Riedel (links) kämpft mit Kaiserslauterns Daniel Hanslik um den Ball. ©

"Trainingswoche, in der alle Jungs Gas gegeben haben"

Havelse spielt heute in einem frisch ausgemusterten Bundesliga-Stadion an der Dreisam, aber chancenlos ist der Gast nicht. Die Umstellung auf Abwehrviererkette in Ballbesitz hat Trainer Ziehl mit der Mannschaft gut eingefädelt. Der Manager berichtet von einer „fast langweiligen Trainingswoche, in der alle Jungs Gas gegeben haben“. Ein bisschen Langeweile kann nach den vielen Verletzungen nicht schaden.

Interessant ist die Verbindung zwischen Havelse und Freiburg sowieso. Zuletzt verlor Havelse mit 0:1 vor 31 Jahren in der 2. Liga mit Trainer Volker Finke. Am Rande des Spiels wurde Finke zum ersten Mal angesprochen auf einen Job in Freiburg. ab 1991 revolutionierte Finke den Sportklub, der Havelser Spieler Jens Todt kam mit.

Das Spiel genießen

Zu Finke gibt es noch lose Verbindungen, mit Spielerberater Todt saß Limbach schon beim Kaffee zusammen, um über neue Spieler zu sprechen. Die Gegenwart zeigt immer noch, wie schwierig es sein wird, mit dem aktuellen Kader die ­­ 3. Liga zu halten. Limbach hat sich vorgenommen, die Partie am Samstag zu genießen: „Ich habe richtig Bock auf das Spiel und Bundesliga-Flair im Stadion.“