25. Oktober 2020 / 19:58 Uhr

Drei Ecken, drei Tore: TSV Havelse wird Favoritenrolle gegen den HSC gerecht

Drei Ecken, drei Tore: TSV Havelse wird Favoritenrolle gegen den HSC gerecht

Christian Purbs
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Havelses Kapitän Tobias Fölster freut sich über seinen Treffer zum 1:0.
Havelses Kapitän Tobias Fölster freut sich über seinen Treffer zum 1:0. © Christian Hanke
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Der TSV Havelse hat gegen den HSC nichts anbrennen lassen und sich in der Regionalliga mit 3:0 durchgesetzt. Die Treffer von Kapitän Tobias Fölster (51.) und Yannik Jaeschke (61., 66.) fielen allesamt nach Eckbällen. Drei Gegentore nach Standards, "das ist mir dann doch ein bisschen zu viel", so HSC-Coach Martin Polomka.

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Rechts, links, rechts: Mit dieser Kombination entschied der TSV Havelse das Derby gegen den HSC für sich. Es waren drei Eckbälle innerhalb von nur 15 Minuten, zwei von der rechten, einer von der linken Seite, die zu den Toren beim 3:0-Erfolg des Tabellenführers der Südstaffel der Regionalliga Nord führten – und HSC-Trainer Martin Polomka ein bisschen ratlos machten. „Wir haben in den vergangenen zwei Jahren sechs-, siebenmal gegen Havelse gespielt, immer haben wir ein Tor nach einem Standard kassiert. Heute gab es gleich drei. Das ist mir dann doch ein bisschen zu viel“, meinte Polomka.

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Havelse-Trainer Jan Zimmermann hingegen war zumindest mit dem Resultat zufrieden: „Wir hatten heute ein Ziel: Wir wollten drei Punkte holen und damit wieder auf Platz eins springen. Das haben wir geschafft.“

Bilder vom Spiel der Regionalliga Nord zwischen dem TSV Havelse und HSC Hannover

Havelses Leon Damer (links) und Gürkan Öney vom HsC verfolgen den Ball. Zur Galerie
Havelses Leon Damer (links) und Gürkan Öney vom HsC verfolgen den Ball. ©

Es war eine sehr schöne Geste, mit der die Havelser in das Duell mit dem Nachbarn aus Hannover gingen. Kapitän Tobias Fölster führte seine Mannschaft im Trikot des Teamkollegen Marco Schleef auf den Platz, der sich im Spiel ge­gen die 96-Reserve die Kreuzbänder gerissen hatte und in dieser Woche operiert wird. Auch nach dem Anpfiff demonstrierte die Havelser Mannschaft Zusammenhalt und Teamgeist, andere Eigenschaften kamen nicht so wie gewohnt zum Vorschein.

Havelse bestimmt von Anfang an das Geschehen

Vielleicht hatte Polomka mit seiner Aussage, dass das Ergebnis dieses Spiels für seine Mannschaft keine allzu große Bedeutung habe, bei den Gastgebern dafür gesorgt, dass sie sich mit ein paar Prozent weniger an Konzentration und Einsatz an die Aufgabe machten.

Havelse bestimmte zwar von Beginn an die Begegnung und kam in schöner Regelmäßigkeit auch zu Chancen, allerdings fehlte auch hier der letzte Tick Entschlossenheit. Das machte es dem HSC-Team, das Trainer Martin Polomka im Vergleich zum Sieg in Hildesheim am vergangenen Wochenende gleich auf fünf Positionen verändert hatte, in vielen Situationen nicht unbedingt leicht, aber leichter als gedacht.

Vielleicht wäre schon früher vieles einfacher für den Spitzenreiter geworden, hätten die Havelser in der 27. Minute ihre große Vierfachchance zur Führung genutzt. Nach einer Flanke von Niklas Teichgräber versuchten Yannik Jaeschke und Deniz Cicek aus kurzer Distanz, den Ball über die Linie zu bringen. Doch der Pfosten und HSC-Torwart Sascha Algermissen, der glänzend parierte und mit Abstand bester HSCer war, verhinderten das 1:0.

Fölster ist nach der Pause schnell zur Stelle

Nach der Halbzeit erhöhten die Gastgeber noch einmal den Druck, was zwangsläufig zu mehr Gefahr führte – und zu Ecken. Nach der Hereingabe von Cicek war Fölster zur Stelle und köpfte zum 1:0 ein (51. Minute). Fünf Minuten später bediente Leon Damer von der Eckfahne Jaeschke, der per Fuß auf 2:0 erhöhte. Beim dritten Eckballstreich, dieses Mal wieder von rechts durch Cicek, war der Havelser Stürmer erneut zur Stelle und traf per Kopfball zum 3:0-Endstand (66.).

Dass Jaeschke da überhaupt noch auf dem Platz stand, war nicht selbstverständlich. Der HSCer Fran­cis Adamoh hatte ihn kurz zuvor mit gestrecktem Bein brutal gefoult und hätte dafür statt der Gelben die Rote Karte von Schiedsrichter Kevin Behrends sehen müssen.