18. November 2021 / 10:04 Uhr

"DNA auch hier zu spüren": TSV Havelse ohne Daedlow in Freiburgs Dreisamstadion

"DNA auch hier zu spüren": TSV Havelse ohne Daedlow in Freiburgs Dreisamstadion

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Bundesliga-Feeling: Der TSV Havelse trifft am Samstag im Dreisamstadion auf den SC Freiburg II.
Bundesliga-Feeling: Der TSV Havelse trifft am Samstag im Dreisamstadion auf den SC Freiburg II. © imago images/Sports Press Photo
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Ohne Oliver Daedlow muss der TSV Havelse am Samstag in der 3. Liga beim SC Freiburg II antreten - im traditionsreichen Dreisamstadion.

Die Vorfreude ist groß beim TSV Havelse aufs Spiel beim SC Freiburg II (Samstag, 14 Uhr). Das ist zwar die weiteste Fernfahrt für die Drittligakicker aus Garbsen, für die sie sich schon am frühen Freitagnachmittag auf den Weg machen müssen – aber sie spielen tags darauf immerhin im traditionsreichen Dreisamstadion.

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Das haben die Freiburger Profis gerade erst gegen eine moderne Arena eingetauscht, dafür dürfen die Amateure nun rein. Ein weiterer Pluspunkt. Aber „diese besondere Freiburg-DNA“ sei ohnehin auch beim Nachwuchsteam zu spüren, sagt Havelses Sportchef Matthias Limbach.

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Es sei ja keine DNA, die Proficoach Christian Streich exklusiv in den Klub getragen habe. „Die ist seit langem tief im Verein verankert, und da wird auch richtig intensiv auf die U23 geschaut. Man sieht, wie viele Spieler es regelmäßig aus dem Leistungsnachwuchszentrum zu den Profis schaffen und gefördert werden.“ Ein paar Beispiele: Nationalspieler Christian Günter, Olympiaspieler Keven Schlotterbeck und der 285-fache Erstligaspieler Jonathan Schmid.

"Flum ist für diese Mannschaft eine echte Rakete“

Die Liste wäre leicht erweiterbar. Auch Johannes Flum (33) durchlief einst die Freiburger Fußballschmiede und wurde zum gestandenen Fußballprofi. Freiburg, Frankfurt, St. Pauli – und zurück. Der Routinier kickt wieder im Breisgau und führt die Drittliga-Talentetruppe des SC nun als Kapitän an. „Er ist für diese Mannschaft eine echte Rakete“, weiß TSV-Manager Limbach. Flum kennt er außerdem vom Media Day der 3. Liga: „Er ist ein total guter Typ, sehr geerdet, sehr loyal. Der hat diese Freiburg-DNA in sich und ist ein absoluter Führungsspieler für die Talente dort.“

Talentiert sind auch die Havelser Sensationsaufsteiger, nur Punkte brachte das zu wenig. Der TSV bringt die vorhandene Klasse zu selten mehr als eine Halbzeit auf den Platz – auch das ist eine fehlende Qualität und bringt den letzten Tabellenplatz.

Probleme bereitet besonders das Toreschießen. Zwölf Treffer in 15 Spielen, die Quote reicht nicht für einen Befreiungsschlag. Havelse würde sich deshalb auch nicht wehren, wenn ihnen im Wintertransferfenster noch ein passender Stürmer in die Hände fällt.


Oliver Daedlow wurde am Dienstag in der Uniklinik von Dresden operiert.
Oliver Daedlow wurde am Dienstag in der Uniklinik von Dresden operiert. © privat

"Es muss auch realisierbar sein“

Zwar wird Limbach pro Woche ein Dutzend Spieler angeboten, auch der eine oder andere größere Name war dabei. Aber: „Es reicht nicht, wenn jemand interessant ist. Es muss auch realisierbar sein.“ Der Aufsteiger haushaltet sparsam und hat das mit Abstand kleinste Budget aller Drittligisten. Ein Wintereinkauf müsste auf Gehalt verzichten – oder ein Leihklub große Teile übernehmen. Völlig unsicher, ob das richtige Angebot noch kommt.

Mit-Aufsteiger Freiburg hat allerdings auch nur ein Törchen mehr geschossen als die Havelser (13 Treffer, Tabellenplatz 14). Dem Talenteteam fehlt ebenfalls ein Torjäger. Bester Schütze: der Niederländer Vincent Vermeij mit drei Treffern. Das mache die Freiburger in der Offensive natürlich ein bisschen „weniger ausrechenbar“, findet Limbach, aber letztlich sei es „wie bei uns. Sie haben auch keinen, der ganz verlässlich trifft.“

Beim TSV teilen sich vier den „Spitzen“-Wert: Kianz Froese, Fynn Lakenmacher, Yannik Jaeschke und Verteidiger Tobias Fölster haben allesamt zwei Tore auf dem Konto.

Daedlow in Dresden operiert

Die Verletzung von Oliver Daedlow (21) hat sich indes als Mittelfußbruch herausgestellt. Glück im Unglück: Weil’s kein komplizierter Bruch ist, könnte der Sechser nach anderthalb Monaten Pause bereits wieder einsatzfähig sein. Der Jungprofi, der von Hansa Rostock nach Havelse verliehen ist, hatte gegen Zwickau einen Schlag abbekommen und wurde am Dienstag in der Uniklinik Dresden operiert.