18. Oktober 2021 / 21:03 Uhr

Defensiv zu anfällig: Havelse zeigt beim SC Verl große Moral, holt aber keine Punkte

Defensiv zu anfällig: Havelse zeigt beim SC Verl große Moral, holt aber keine Punkte

Alexander Flohr
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Beobachtet das Spielgeschehen: Havelses Trainer Rüdiger Ziehl.
Beobachtet das Spielgeschehen: Havelses Trainer Rüdiger Ziehl. © IMAGO/Jan Huebner
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Der TSV Havelse hat es verpasst, den letzten Tabellenplatz der 3. Liga zu verlassen. Das Team von Rüdiger Ziehl zeigte am Montagabend beim SC Verl einmal mehr große Moral, stand am Ende aber wieder mit leeren Händen da. Nach einer wilden Achterbahnfahrt stand schlussendlich eine 3:5-Pleite aus Havelser Sicht zu Buche. 

Nächstes Torspektakel beim TSV Havelse: Nach dem sensationellen 4:3 in Berlin und dem 0:6 gegen Kaiserslautern gab es am Montagabend in Verl acht Tore. Doch die Mannschaft von Trainer Rüdiger Ziehl leistete sich diesmal zu viele Fehler in der Defensivarbeit, verlor deshalb verdient mit 3:5 (1:3) im Stadion am Lotter Kreuz. 

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Dabei erwischte der Gast aus Havelse den besseren Start. Kianz Froese probierte es nach einer kurzen Ecke von Leon Damer mit links, Verl-Torhüter Niclas Thiede konnte zwar den Schuss des Kanadiers mit kubanischen Wurzeln abwehren, doch beim Nachschuss von Kapitän Tobias Fölster aus zwei Metern war er machtlos. Für die Gastgeber war dies offenbar ein Weckruf. Innerhalb von nur neun Minuten drehte Verl das Spiel mit drei Treffern.

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Havelse kriegt Rabihic nicht zu fassen

Vor allem den überragenden Kasim Rabihic bekamen die Havelser überhaupt nicht in den Griff. Erst flankte er sehenswert aus dem Halbfeld in die Mitte, Leandro Putaro köpfte zum Ausgleich (12.). Nur drei Minuten später tanzte Rabihic erst Verteidiger Niklas Tasky aus, dann grätschte Nils Piwernetz ins Leere. Anschließend legte der Spielmacher mustergültig für Lukas Petkov zur Führung ab. Anschließend nahm sich Rabihic auch den Havelser Keeper Norman Quindt vor, indem er ihn mit einer Finte stehen ließ, dann schüttelte er Tasky erneut ab und bereitete das dritte Tor vor - Putaro traf per Direktabnahme aus dem Strafraum zum 3:1. In der 33. Minute hätte Rabihic sogar noch auf 4:1 erhöhen müssen, doch Quindt reagierte super.


Die Ziehl-Mannschaft gab sich allerdings nicht auf. Damer traf in der 50. Minute per Freistoß zum Anschluss - sein Schuss aus 17 Metern wurde abgefälscht und landete in der Mitte des Tores, Torhüter Thiede war chancenlos. So auch sein Gegenüber Quindt nur neun Minuten später auf der anderen Seite. Erneut sah Tasky im Duell nicht gut aus, diesmal schloss Oliver Schmitt trocken unten rechts ab. 

"Was die Defensive angeht, war das ganz klar ein Rückschritt"

Und erneut war der Deckel noch nicht endgültig drauf. Wieder nutzte der TSV eine Standardchance. Froese passte kurz auf Damer, der Offensivmann flankte auf den zweiten Pfosten, wo Thiede den Ball abprallen ließ - Kapitän Fölster war zum zweiten Mal zur Stelle, nickte per Kopf ein (65.). Statt der Aufholjagd setzte Verl aber noch einen drauf - und Rabihic krönte seine Leistung mit Vorlage Nummer vier. Seine Flanke auf den zweiten Pfosten landete bei Julian Schwermann, der im Luftduell mit Damer keine Probleme hatte (71.). 

In den letzten Minuten fehlten Fölster, Damer und Co. dann die Kräfte und Chancen, um noch einmal heranzukommen. Positiv: Die Havelser können Tore erzielen. Vor allem die Standards durch Damer und Froese konnten sich sehen lassen. Doch ganz klar ist auch: Der TSV macht zu viele Fehler in der Defensive. Ziehl: "Was die Defensive angeht, war das ganz klar ein Rückschritt."