15. Juni 2021 / 10:17 Uhr

Außen oder im Zentrum: Damer will mit dem TSV Havelse und viel Wirbel in die 3. Liga

Außen oder im Zentrum: Damer will mit dem TSV Havelse und viel Wirbel in die 3. Liga

Christian Purbs
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Leon Damer (rechts) wusste die Schweinfurter Defensive um Nico Rinderknecht im Hinspiel gut zu beschäftigen.
Leon Damer (rechts) wusste die Schweinfurter Defensive um Nico Rinderknecht im Hinspiel gut zu beschäftigen. © Debbie Jayne Kinsey
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Von ungewohnter Position aus - im Zentrum statt als Rechtsaußen - wirbelte Leon Damer die Schweinfurt Hintermannschaft ordentlich durcheinander. Das will die 21-jährige Entdeckung des TSV Havelse beim Wiedersehen nur zu gern wiederholen - und dann den Aufstieg in die 3. Liga feiern.

Nach 89 Minuten war Schluss. Einmal machte Leon Damer bei seiner Auswechslung an der Seitenlinie noch dicke Backen, atmete tief durch und strahlte dann mit seinem Trainer Jan Zimmermann um die Wette. Mit seinem enormen Laufpensum und seiner permanenten Torgefahr hatte der 21-Jährige einen nicht unerheblichen Anteil am 1:0-Erfolg des TSV Havelse gegen den 1. FC Schweinfurt 05 im ersten Relegationsspiel um den Aufstieg in die 3. Liga. Und für einen Sprint zum Torschützen Tobias Fölster mit anschließendem Jubel reichte die Puste dann auch noch.

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„Das ist einfach traumhaft, wie es am Ende ausgegangen ist, auch wenn das Tor etwas glücklich war. Das war eine überragende Leistung von uns als Team. Nach so langer Zeit haben wir uns einfach nur gefreut, endlich mal wieder ein Pflichtspiel zu haben, und dann gleich so ein besonderes. Da ist jeder heiß, da braucht niemand besondere Motivation“, sagte Damer.

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Statt wie sonst üblich auf Rechtsaußen, ersetzte er in Schweinfurt im Sturmzentrum Yannik Jaeschke, der nach seinem Muskelfaserriss zwar einsatzbereit war, jedoch auf der Ersatzbank saß. Immer wieder lief Damer die Abwehr der Franken an, sorgte mit seiner Schnelligkeit für viel Unruhe in der gegnerischen Defensive, trat bemerkenswert gute Eckbälle sowie Freistöße und kam auch zu einigen guten Abschlüssen.

Feine Füßchen am Ende schon ausgewechselt

Schon in den neun Saisonspielen der Havelser in der Regionalliga gehörte das TSV-Talent oftmals zu den auffälligsten Spielern. Dreimal traf er selbst, sechs Tore bereitete er vor. „Leon ist im Laufe der Saison richtig aufgeblüht“, lobte Trainer Zimmermann seinen Stürmer, der den erneut am Kreuzband operierten Torben Engelking bestens vertritt, schon kurz nach Beginn der Corona-Zwangspause.

Der Freistoß, der zum Siegtor in Schweinfurt führte, wäre auch etwas für Damer gewesen. Er und Deniz Cicek sind beim TSV die Spezialisten für solche Fälle, beide hatte Zimmermann jedoch in Schweinfurt schon ausgewechselt. „Dass er ein feines Füßchen hat, hat er schon oft bewiesen“, sagte der Trainer.

Beweisen darf Damer das sicherlich gerne noch einmal beim Rückspiel gegen Schweinfurt am Samstag im Wilhelm-Langrehr-Stadion. „Den Aufstieg wollen wir in Havelse perfekt machen“, sagte der Nachwuchsspieler, der sich besonders auf die Unterstützung der TSV-Fans freut. „Es ist toll, dass wir endlich wieder vor Zuschauern spielen können, das war auch in Schweinfurt so. Das ist für uns etwas ganz Besonderes.“


Bilder vom Relegations-Hinspiel des TSV Havelse beim 1. FC Schweinfurt 05

Havelses Kapitän Tobias Fölster im Kopfballduell mit Schweinfurts David Grözinger. Zur Galerie
Havelses Kapitän Tobias Fölster im Kopfballduell mit Schweinfurts David Grözinger. ©

Auch im Rückspiel wird Damer im Angriff wieder wild wirbeln. So lange, bis es nicht mehr geht. Für eine Ehrenrunde, sollte der Aufstieg tatsächlich gelingen, wird es aber sicherlich noch reichen.