05. Februar 2022 / 16:00 Uhr

"Oh, wie ist das schön": Der TSV Havelse fertigt Meppen zu Hause mit 3:0 ab

"Oh, wie ist das schön": Der TSV Havelse fertigt Meppen zu Hause mit 3:0 ab

Christoph Hage
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Tobias Fölster (links) herzt seinen Mitspieler Kianz Froese.
Tobias Fölster (links) herzt seinen Mitspieler Kianz Froese. © Debbie Jayne Kinsey
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Der TSV Havelse hat den zweiten Sieg in Folge eingefahren - und damit weitere Hoffnung im Kampf um den Klassenerhalt in der 3. Liga geschöpft. Die Mannschaft von Rüdiger Ziehl setzte sich zu Hause mit 3:0 gegen Meppen durch, ein "Oh, wie ist das schön", schallte durch die HDI-Arena.

Dieses Lied hatte es in der HDI-Arena letztmals vor zweieinhalb Wochen gegeben: „Oh, wie ist das schön.“ Beim 3:0 von 96 im DFB-Pokal gegen Gladbach waren es allerdings ein paar mehr Kehlen, aus denen das Lied in der Schlussphase kam. Beim Führungstreffer des TSV Havelse gegen den SV Meppen waren es zwei Unverzagte, die zumindest zwei Zeilen schafften. Und die nach dem 3:0 (1:0) gegen den SV Meppen, dem zweiten Sieg in Folge, schlicht zur Garbsener Momentaufnahme passt. 

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Vor dem Spiel wurde Denis Kina nach sieben Jahren im Havelser Trikot nun auch offiziell verabschiedet. Der 29-Jährige hatte mit dem TSV 2020 den NFV-Pokal gewonnen und war im vergangenen Sommer maßgeblich am Aufstieg in die 3. Liga beteiligt. Nun kehrt Kina nach 152 Pflichtspielen für den TSV in seine Heimat Bielefeld zurück.

Bilder vom Spiel der 3. Liga zwischen dem TSV Havelse und SV Meppen

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Dass der 1:0-Sieg in der Vorwoche bei Türkgücü München Rückenwind gegeben hatte, war sofort zu sehen. Die Havelser brauchten vor 500 Zuschauern keine große Anlaufzeit. Julius Langfelds Schuss wurde schon nach drei Minuten zur Ecke geblockt. Und die sorgte für die erste richtige Chance des Spiels. Florian Riedel brachte den zweiten Ball in die Mitte, wo Noah Plume freistehend aus vier Metern an die Oberkante der Latte.

Und Meppen, die ja nur mit zwei Punkten Rückstand auf die Aufstiegsränge nach Hannover gereist waren? Die überließen dem Gastgeber das Feld, die beiden Versuche von Richard Sukuta-Pasu (5. Minute, 20.) waren sichere Beute für TSV-Keeper Norman Quindt, zweimal klärte Riedel in höchster Not (24., 26.), einmal spielte der SVM einen Konter nicht gut aus (17.). Eine Großchance? Fehlanzeige!

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Damer trifft stramm ins lange Eck

Die Havelser Führung in der 34. Minute war also nicht unverdient. Kianz Froese tänzelte auf der Suche nach einer Anspielstation vor der SVM-Abwehr, fand schließlich Leon Damer – drei Ballkontakte später stand es 1:0. Der stramme Schuss ging unhaltbar ins lange Eck. Und Damer hätte in der dritten Minute der Nachspielzeit beinahe noch das 2:0 nachgelegt. Aus ähnlicher Position hatte er vor zwei Wochen das 1:1 in Magdeburg erzielt, diesmal strich sein Freistoß am Kreuzeck vorbei.

Meppen kam mit Wut aus der Kabine. Quindt musste gegen Morgan Faßbender (46.) und vor allem beim Schuss des zur Pause eingewechselten René Guder (49.) sein ganzes Können aufbieten. Die folgende Ecke wird allerdings zum Bumerang für die Gäste. Niklas Teichgräber köpfte den Ball aus der Gefahrenzone, Froese kam anschließend 20 Meter vor dem eigenen Tor an die Kugel – und setzte zu einem sensationellen 70-Meter-Sprint an, den er unwiderstehlich mit einem Heber zum 2:0 vollendete (50.).

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Den Gästen fiel danach gegen aufopferungsvoll kämpfende Havelser nichts mehr ein. Stattdessen hatten Fynn Lakenmacher (58.) und Teichgräber (64.) weitere TSV-Chancen. Und als sich Jeron Al-Hazaimeh im Strafraum in den Schuss von Julius Langfeld warf und den Ball mit dem Ellenbogen blockte, zeigte Schiedsrichter Florian Lechner völlig zurecht auf den Punkt (73.). Froese verwandelte den ersten Havelser Elfmeter in dieser Saison sicher (75.) und bekam acht Minuten später seinen verdienten Applaus. Der Rest war Schaulaufen für das Schlusslicht.

Wobei: Schlusslicht sind nun ja nicht mehr. Zum ersten Mal seit dem 2. Spieltag und mindestens bis Montag – dann spielt Würzburg zu Hause gegen Saarbrücken. Und wenn der DFB die Neun-Punkte-Strafe für das insolvente Türkgücü München vollzieht, dann sind sie sogar Drittletzter. Mit nur noch drei Punkten Rückstand auf das rettende Ufer. Kein Wunder, dass die Unverzagten immer lauter sangen: „Oh, wie ist das schön.“

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