23. Oktober 2020 / 22:11 Uhr

Havelse-Trainer Jan Zimmermann vor Derby gegen den HSC: "Alles andere als ein Sieg wäre eine Enttäuschung"

Havelse-Trainer Jan Zimmermann vor Derby gegen den HSC: "Alles andere als ein Sieg wäre eine Enttäuschung"

Christian Purbs
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Havelse Trainer Jan Zimmermann und sein Team gehen als Favorit in das Derby gegen den HSC Hannover.
Havelse Trainer Jan Zimmermann und sein Team gehen als Favorit in das Derby gegen den HSC Hannover. © Christian Hanke
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Am Sonntag (14 Uhr) empfängt der TSV Havelse den Tabellenvorletzten HSC Hannover zum Derby in der Regionalliga Nord. Das Team von TSV-Trainer Jan Zimmermann steht aktuell an der Tabellenspitze - und geht damit als klarer Favorit in die Partie.

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Die Rollen sind klar verteilt, und doch ist die Situation vor dem Derby in der Südstaffel der Regionalliga Süd zwischen dem TSV Havelse und dem HSC Hannover sehr ungewöhnlich. Gastgeber Havelse braucht die Punkte, um weiterhin ganz oben mitzuspielen, der Tabellenvorletzte HSC benötigt drei zusätzliche Zähler durch einen Sieg beim Spitzenreiter – eigentlich nicht. „Die Punkte wären eh weg“, sagt HSC-Trainer Martin Polomka. „Viel wichtiger für uns ist das Spiel in einer Woche gegen Oberneuland.“

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"Das ist für uns ein super Spiel"

Abschenken werden die Gäste aus Hannover die Begegnung, Anpfiff im Wilhelm-Langrehr-Stadion ist am Sonntag um 14 Uhr, sicherlich nicht. „Das ist für uns ein super Spiel, schließlich treffen wir auf das beste Team der Liga“, sagt Polomka. Dass es für seine Mannschaft jedoch nicht um viel mehr als die Ehre geht, liegt am Modus in dieser besonderen Regionalliga-Saison. Der besagt, dass die Mannschaften in der Meisterschafts- und Abstiegsrunde nur die Punkte aus der Vorrunde mitnehmen, die sie gegen Teams geholt haben, die ebenfalls um den Auf- beziehungsweise gegen den Abstieg spielen.

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Konkret: Sollte der TSV Havelse nach den 20 Spielen der Vorrunde zu den besten fünf Teams der Liga gehören, wonach es zurzeit aussieht, und der HSC zu Beginn des nächsten Jahres in der Abstiegsrunde um den Klassenerhalt kämpfen, was nach aktuellem Stand so wäre, dann wäre es völlig egal, wer am Sonntag gewinnt: Die Punkte aus diesem Spiel hätten für beide Teams keine Bedeutung mehr.

Fast makellose Heimbilanz

„Mit einem guten Ergebnis könnten wir uns Selbstvertrauen holen. Und wenn wir etwas Zählbares mitnehmen sollten, wäre das natürlich auch okay. Aber für das große Ganze ist es uninteressant“, sagt Polomka. Das gilt auch für die Havelser, allerdings mit Einschränkungen. Für sie zählt erst einmal jeder Punkt, der sie ihrem Ziel Aufstiegsrunde näherbringt. Und auch ihren Platz ganz oben in der Tabelle wird die Mannschaft von Trainer Jan Zimmermann nicht freiwillig hergeben. „Wir werden den HSC garantiert nicht unterschätzen, sind aber auch selbstbewusst genug, die Favoritenrolle anzunehmen“, sagt Zimmermann. „Alles andere als ein Sieg wäre für uns eine Enttäuschung. Diesen Druck machen wir uns schon.“

"Versuchen, unser Spiel durchzudrücken"

Verlassen konnte sich der Spitzenreiter bislang besonders auf seine Heimstärke. Verloren haben die Havelser im eigenen Stadion noch nicht, lediglich das 1:1 gegen den VfB Oldenburg ist ein kleiner Fleck auf der ansonsten makellosen weißen Heimbilanzweste. „Wir versuchen von Anfang an, unser Spiel durchzudrücken und haben mehr Durchschlagskraft als in den Heimspielen der vergangenen Saison“, sagt Zimmermann, der gegen den HSC wieder auf Torge Bremer setzen kann. Der Mittelfeldspieler hatte sich Anfang des Monats im Spiel beim BSV Rehden eine Sehnenverletzung zugezogen, ist nun aber wieder einsatzbereit. Länger ausfallen wird hingegen Marco Schleef. Der Rechtsverteidiger wird nächste Woche an seinen gerissenen Kreuzbändern operiert und fällt wahrscheinlich für den Rest der Saison aus.