16. September 2018 / 20:42 Uhr

2:1 gegen Tabellenzweiten! TSV Havelse schafft die Kehrtwende

2:1 gegen Tabellenzweiten! TSV Havelse schafft die Kehrtwende

Mark Bode
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Endlich wieder jubeln: Yannik Jaeschke und seine Mitspielern feiern das 2:0.
Endlich wieder jubeln: Yannik Jaeschke und seine Mitspielern feiern das 2:0. © CHRISTIAN HANKE
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Die Pleitenserie ist Geschichte! Nach fünf Niederlagen am Stück hat der TSV Havelse endlich mal wieder gepunktet. Gegen den Zweitplatzierten der Regionalliga Nord, den Meisterschaftsanwärter VfB Lübeck, überzeugte die Elf von Christian Benbennek mit Tugenden, die man zuletzt kaum noch gesehen hatte.

Der alte TSV Havelse ist zurück: Trotz rund 20 Minuten in Unterzahl hat es die Mannschaft mit einer überragenden kämpferischen Leistung geschafft, dem bisherigen Tabellenzweiten VfB Lübeck mit dem 2:1 (2:0) die erste Saisonniederlage beizufügen.

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„Die Jungs können riesig stolz auf sich sein, es steckt ganz viel Herz in der Mannschaft. Wir freuen uns, dass wir uns selber bewiesen haben, dass wir es noch immer können.“

Fans setzen Zeichen für den Trainer

Vor Spielbeginn mussten sich die Havelser beim Aufwärmen hämische Sprüche von den mitgereisten 130 Lübecker Fans anhören. „Ihr kriegt auch acht Tore“, hieß es da unter anderem. Damit spielten die Anhänger auf das Debakel kürzlich beim VfL Wolfsburg an.

Die eigenen Anhänger stehen allerdings weiterhin uneingeschränkt hinter ihrer Mannschaft und dem Trainer. „Lieber verzichten wir aufs Herrengedeck, als auf Christian Benbennek“ stand auf einem großen Banner geschrieben.

Bilder vom Spiel TSV Havelse gegen VfB Lübeck

Jubel über das 1:0 durch Mannasse Eshele. Zur Galerie
Jubel über das 1:0 durch Mannasse Eshele. ©

TSV zurück zu alter Stärke

Die Havelser waren von Beginn an – im Vergleich zu den zurückliegenden Wochen – nicht wiederzuerkennen. Laufbereitschaft, Einsatz, Spielfreude – all das war plötzlich wieder da. „Es spielt sich alles im Kopf ab. Wir wissen, dass wir jeden Gegner schlagen können, wenn wir 100 Prozent Leidenschaft zeigen“, sagte Fabian Wenzel.

Ob es an der von Lübecks Trainer Rolf Landerl beschriebenen anfänglichen Lähmung aufgrund der späten Anreise wegen diverser Staus auf der Autobahn lag oder die Hanseaten die Garbsener einfach unterschätzt hatten – das interessierte die mutig agierenden Havelser nicht.


Nach einer Flanke vom glänzend aufgelegten und spielfreudigen Deniz Cicek köpfte Manasse Eshele die Führung (5.). Nach dem frühen Erfolgserlebnis lehnte sich der TSV aber nicht zurück. Sie störten den VfB schon sehr früh im Spielaufbau.

Dennoch ließen sich Torchancen für die Gäste nicht verhindern. Almir Kasumovic, der die gesamte Spielzeit ackerte und zahlreiche Bälle behauptete, klärte auf der Linie (18.).

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Gastgeber nach der Pause unter Druck

Kasumovic bereitete auch das 2:0 vor: Er steckte den Ball auf Yannick Jaeschke durch, der frei vor Torwart Malte Schuchardt auftauchte und keine Nerven zeigte (30.). Die Lübecker agierten nach dem Seitenwechsel entschlossener und zeigten ihre Qualitäten. „Das ist ein Team, das Meister werden kann“, sagte Benbennek.

​„Dieses Team kann Meister werden"

Daniel Franziskus prüfte doppelt die Standfestigkeit des Tores. Zunächst köpfte er an den linken Pfosten (52.), in der nächsten Offensivaktion klatschte der Ball nach einem Schuss an das rechte Alumium (53.). Torwart Alexander Dlugaiczyk verhinderte mit einem starken Reflex das Anschlusstor durch Cemal Sezer (55.).

Yilmaz fliegt vom Platz - Entscheidung zu hart?

Dennis Hoins, früher beim SV Arminia im Einsatz, verkürzte schließlich mit seiner ersten Ballberührung nach seiner Einwechslung (66.). Es wurde hektisch. Nach einem Foul sah der aufopferungsvoll kämpfende Erhan Yilmaz Rot (70.). „Er geht zum Ball, trifft auch den Gegner. Gelb hätte es auch getan“, so Benbennek.

Die Lübecker versuchten, noch den einen Punkt zu holen, der TSV verteidigte bravurös. Nach fünf Niederlagen in Folge gab es nun wieder einen Grund zum Jubeln.