08. Januar 2017 / 21:51 Uhr

Ein Turnier ohne Finale – aber mit einem souveränen TSV Havelse

Ein Turnier ohne Finale – aber mit einem souveränen TSV Havelse

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Niclas Bahn (TSV Havelse) bezwingt Torwart Oguzhan Sengül von Türkay Spor Garbsen
Niclas Bahn (TSV Havelse) bezwingt Torwart Oguzhan Sengül von Türkay Spor Garbsen
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Der Gastgeber gewinnt sein eigenes Turnier. Entscheidend ist am Ende ein Sieg im Gruppenspiel gegen den OSV Hannover.

Als Spieler war Alexander Kiene in der Halle immer gerne aktiv. Mit seiner technischen Finesse ließ er regelmäßig die Gegenspieler alt aussehen. Als Trainer hat sich der Blickwinkel allerdings ein wenig gewandelt und der Trainer des Regionalligisten TSV Havelse sagt eindeutig: „Die Halle hat nicht unsere höchste Priorität.“ Bedeutet: Die Vorbereitung auf die Rückserie in der vierthöchsten Spielklasse ist wichtiger. 

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Doch Kiene und auch die Spieler sind ehrgeizig. „Wenn wir irgendwo antreten und spielen, wollen wir natürlich auch gewinnen.“ Und das gelang auch beim eigenen Hallenturnier, dem „Volkswagen Automobile Cup“. Die Havelser sicherten sich den Turniersieg. Auf den weiteren Rängen folgten der Landesligist OSV Hannover und der Bezirksligist TuS Garbsen. Für den Sieg gab es einen Scheck über 400 Euro, einen Goldpokal sowie eine exklusive Magnumflasche mit 1,5 Liter Bier der Gilde, überreicht von Michele Donadei von VW Nutzfahrzeuge Langenhagen und Madsack-Verkaufsleiter Maurice Lindenblatt:

Na klar werden die meisten gerade gegen uns besonders motiviert sein, ist sich Coach Alexander Kiene sicher. Kiene selbst war zu seiner aktiven Zeit ein leidenschaftlicher Hallen-Kicker.
"Na klar werden die meisten gerade gegen uns besonders motiviert sein", ist sich Coach Alexander Kiene sicher. Kiene selbst war zu seiner aktiven Zeit ein leidenschaftlicher Hallen-Kicker. ©

Gespielt wurde in einem – zunächst etwas irritierend wirkenden – Modus. Denn es gab keine K.-O.-Spiele, sondern ausschließlich Gruppenspiele. So wurde bereits das Qualifikationsturnier in diesem Modus ausgetragen. Die jeweils beiden Gruppenersten und Zweitplatzierten spielten in einer weiteren Gruppe die Abschlussplatzierungen eins bis vier aus. Die Gruppendritten und -vierten der Vorrunde kämpften um die Ränge fünf bis acht. (Hier alle Ergebnisse.)

Das sind die Fotos vom Turnier:

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Onur Özer (FC Can Mozaik) macht das Tor gegen TuS Garbsens Kai-Patrick Bäte. Zur Galerie
Onur Özer (FC Can Mozaik) macht das Tor gegen TuS Garbsens Kai-Patrick Bäte. ©

Der Modus sah ein echtes Endspiel zwar nicht vor, doch die Spielansetzer hatten ein glückliches Händchen. Denn in der Rudolf-Harbig-Halle in Berenbostel kam es am Sonntagnachmittag doch zu einem wahren Finale. Denn der OSV und Havelse hatten beide Spiele der Gruppenphase gewonnen. Im direkten Duell wurde der Sieger ermittelt. Ein Remis hätte dem Landesligisten aufgrund des besseren Torverhältnisses zum Titel gereicht. Doch Havelse zeigte seine Klasse und gewann souverän und ungefährdet mit 4:1.

Niklas Tasky ist wieder da

Bei den Havelsern stand erstmals wieder Niklas Tasky auf dem Platz. „Es fühlt sich gut an, wieder das Trikot überziehen zu können. Der Kontakt war nie weg, ich habe mich immer über die Ergebnisse des TSV informiert“, sagte der Innenverteidiger. Er spielte stark und deutete an, dass er ein wichtiger Leistungsträger in der Defensive werden kann. Auch wenn ihn eine kleine Verletzung zuletzt in den USA während seines Collegeaufenthaltes in Florida belastete, so ist Tasky nahezu fit. Er trug am Sonntag noch übergangsweise das Trikot mit der Rückennummer elf – dieses hatte in der Hinrunde Marcel Kunstmann an, der den Verein aus beruflichen Gründen verlassen hat.

Von der Tribüne aus beobachteten auch zwei ehemalige Havelser das Geschehen: Torwart Alexander Meyer und Defensivspieler Yanik Strunkey ließen sich den Budenzauber nicht entgehen. Auch Leistungsträger der Regionalliga wie Daniel Degner, Torben Deppe und Deniz Kina schauten von außen zu. Kiene hatte sein Team vorab bestimmt, berücksichtigte aber, dass Spieler, die sich in der Halle schon einmal verletzt hatten, davon freigestellt wurden. Deniz Cicek begann das Turnier, musste dann aber wegen eines Magen-Darm-Infekts nach Hause - Noah Plume (Sprunggelenk) und Marcel Kohn (Virusinfekt) waren gar nicht dabei.

Großes Pech für Türkay Spor

Ärgerlich war das Turnier für den Kreisligisten SV Türkay Spor Garbsen verlaufen. Rund zwei Minuten vor Ablauf der Spielzeit im abschließenden Gruppenspiel sah es so aus, als ob der Klub in die Endrunde um die Plätze eins bis vier einziehen könnte. Can Mozaik führte mit 4:2 gegen TuS Garbsen. „Wir hatten uns alle schon gefreut“, sagte Türkay-Spieler Niyazi Sarier Doch dann kam die Enttäuschung: Der TuS drehte die Partie, gewann mit 5:4 und zog in der Tabelle noch an Türkay Spor vorbei.

650 Euro für guten Zweck

Das Turnier diente einem guten Zweck. Denn es stand unter dem Motto „Ein Assistenzhund für Benedikt“. Der Junge leidet an dem „Fragile-X Syndrom“. Sein Vater erklärte, was das bedeutet: „Er kann Reize nicht filtern. Für ihn fühlt es sich so an, als wenn er in einem Hochgeschwindigkeitszug aus dem Fenster schaut. Die Eindrücke prasseln in einem enormen Tempo auf ihn ein.“

Ein Assistenzhund kann das Leben deutlich angenehmer gestalten. Insgesamt 650 Euro kamen am Turnierwochenende zusammen. Der Turnierausrichter stiftete 500 Euro, der TuS Garbsen stiftete sein gesamtes Preisgeld in Höhe von 100 Euro, und 150 Euro kamen durch Spenden dazu.

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