20. November 2020 / 16:49 Uhr

Torjäger Jaeschke erklärt Havelses Höhenflug: "Man sieht, dass das Hand und Fuß hat"

Torjäger Jaeschke erklärt Havelses Höhenflug: "Man sieht, dass das Hand und Fuß hat"

Christian Purbs
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
 Yannik Jaeschke spielt mit dem TSV Havelse bislang eine sehr erfolgreiche Saison.
 Yannik Jaeschke spielt mit dem TSV Havelse bislang eine sehr erfolgreiche Saison. © Debbie Jayne Kinsey
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Mit sechs Ligatoren hat Yannik Jaeschke großen Anteil an der erfolgreichen Saison des TSV Havelse. Im SPORTBUZZER-Interview spricht der Torjäger über die erneute Corona-Zwangspause, seine wichtigsten Tore für den TSV, die Entwicklung von Teamkollege Leon Damer und die größten Stärken seiner Mannschaft. 

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Auch bei Yannik Jaeschke lief es bis zur erneuten Zwangspause Anfang des Monats richtig gut. Mit seinen sechs Ligatoren hat der Stürmer des TSV Havelse großen Anteil an der bislang so erfolgreichen Saison des Spitzenreiters der Südstaffel der Regionalliga Nord.

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Im SPORTBUZZER-Interview spricht der 27-Jährige, der seit 2017 für die Havelser kickt und in Hannover studiert, über die Qualitäten seines Teams, die Havelser Fifa-Gruppe und erklärt, warum er seinem Team auch in der Aufstiegsrunde eine Menge zutraut.

Bilder vom Finale des Niedersachsenpokals zwischen dem BSV SW Rehden und TSV Havelse

Gleich geht's los, die Spieler des TSV Havelse und BSV SW Rehden scharren mit den Hufen. Zur Galerie
Gleich geht's los, die Spieler des TSV Havelse und BSV SW Rehden scharren mit den Hufen. ©

Hallo Herr Jaeschke, beim 3:0-Sieg am 25. Oktober im Heimspiel gegen den HSC Hannover haben Sie das 2:0 und 3:0 erzielt. Hätten Sie sich da vorstellen können, dass das die letzten Tore des TSV Havelse in diesem Jahr sein werden?

Ich habe es befürchtet. Dass der Lockdown so schnell kommt, damit habe ich jedoch nicht gerechnet.

Seit drei Wochen ruht der Ball, kein Training, keine Spiele. Wie gehen Sie mit der Situation um?

Es nervt einfach. Wir müssten auf dem Platz stehen, trainieren und zusammen in der Kabine sein. Wir gehen damit so professionell wie möglich um, indem wir laufen und Onlinetraining mit Stabilisationsübungen machen. Also alles so wie im Frühjahr. Das ist leider nicht zu ändern. Für uns ist es wichtig, dass wir uns fit halten, denn irgendwann wird es weitergehen.

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Gibt es für Sie irgendetwas, das den Fußball ersetzen kann?

Nicht wirklich. Im Fernsehen schaue ich mir viel Fußball an, Bundesliga und Premier League kann man ja zum Glück noch gucken. Ich spiele auch sehr gerne Tennis, aber das fällt im Moment ja leider auch flach. Immerhin bleibt so mehr Zeit für mein Studium.

Wie sieht’s mit virtuellen Fußballspielen auf der Playstation aus? Gibt es da keine Gruppe für mannschaftsinterne Duelle?

Wir haben tatsächlich eine kleine Havelser Fifa-Gruppe, aber ich bin da seit zwei, drei Jahren raus. Warum, weiß ich ehrlich gesagt gar nicht. Da sind vom Rechtsverteidiger bis zum Linksaußen alle Positionen durch unsere Spieler besetzt und dann wird online gegen andere Teams gespielt. Das ist ganz witzig und sorgt immer für reichlich Gesprächsstoff in der Kabine.

Sechs Tore in der Liga, und auch im NFV-Pokalfinale in Rehden haben Sie zweimal getroffen. Welches Tor ist für Sie das wertvollste?

Ich denke, dass es die beiden Tore im Pokalfinale in Rehden waren, weil wir durch den Sieg in den DFB-Pokal eingezogen sind. Im Derby gegen den HSC zwei Tore zu schießen, macht natürlich auch Spaß.

Mit einem Mittelstürmer, der im gegnerischen Strafraum herumlungert und auf seine Chance wartet, haben Sie nichts gemein. Sie sind immer in Bewegung und arbeiten auch viel nach hinten mit. War das schon immer Ihre Spielweise?

Grundsätzlich liegt das an unserem System. Es ist sehr wichtig, dass wir viel laufen und auch immer wieder die gegnerische Abwehr unter Druck setzen, denn es zahlt sich aus. Das passt auch gut zu mir, weil ich nicht der klassische Strafraumstürmer bin. Eher der spielende Stürmer, der auch mal in die Tiefe geht und sich hinter der Abwehrkette anbietet. Da bin ich recht flexibel. Die Mannschaft kennt mittlerweile auch meine Laufwege, ich bin ja jetzt schon im vierten Jahr in Havelse. Mit Deniz Cicek zum Beispiel, der direkt hinter mir spielt, funktionieren viele Sachen fast schon blind.

Auch dank der schnellen Außenstürmer Kevin Schumacher und Leon Damer, die immer wieder für Gefahr sorgen, wird Ihnen als Mittelstürmer nicht langweilig.

Das stimmt, die füttern mich richtig gut. Schade, dass Torben Engelking mit seinem Kreuzbandriss so lange ausfällt. Mich freut die Entwicklung von Leon Damer. Er ist noch sehr jung, will viel lernen und hängt sich in jedem Spiel voll rein. Und wenn dann die Vorlagen für mich kommen, freue ich mich doppelt.

Sie spielen schon die vierte Saison für den TSV Havelse, so erfolgreich wie in dieser Saison war die Mannschaft noch nie. Warum läuft’s zurzeit so gut?

Wir haben absolut die Qualität, um da oben zu stehen. Hinzu kommt, dass wir sowohl in der Offensive als auch in der Defensive einen klaren Plan haben. Jeder weiß, was er zu tun hat. Und wenn auch noch die Automatismen stimmen, dann kann man so erfolgreich sein. Wichtig ist auch, dass viele Spieler schon seit ein paar Jahren zusammenspielen. Da ist es dann auch einfacher, die Automatismen abzurufen. Und auch unsere Stärke bei Standards spielt eine Rolle. Da kommt viel Gutes zusammen. Man sieht, dass das Hand und Fuß hat.

Um die Qualifikationsrunde abzuschließen, müsste Havelse noch elf Spiele nachholen. Das scheint utopisch. Wie geht es Ihrer Meinung nach weiter?

Ich denke nicht, dass wir die Rückrunde noch komplett spielen. Leider. Es wäre am sinnvollsten, nach der Hinrunde einen Schlussstrich zu ziehen und dann im Februar, März gleich direkt mit der Aufstiegsrunde zu starten. Das wäre meiner Meinung nach die fairste Lösung.

Was trauen Sie Ihrem Team in der Aufstiegsrunde zu?

Wir stehen zurzeit ganz oben und sollten schon so selbstbewusst sein zu sagen, dass wir auch in der Aufstiegsrunde ganz oben mitspielen wollen. Bis auf Weiche Flensburg (Tabellenführer der Nordstaffel, Anm. d. Red.) sehe ich keinen weiteren großen Aufstiegsfavoriten. Da ist alles offen, auch für uns. Wir wissen, dass wir jeden Gegner schlagen können, wenn wir unsere Leistung abrufen.

Ein guter Platz auch dank weiterer Jaeschke-Tore?

Das wäre wünschenswert, das wäre gut.