15. Januar 2021 / 11:35 Uhr

Havelses Yannik Jaeschke Mitgründer bei Scouting-Plattform Poacher

Havelses Yannik Jaeschke Mitgründer bei Scouting-Plattform Poacher

Tobias Manzke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Zusammen mit Noél Below (Sportfreunde Siegen), Oliver Ioannou, Marcel Andrijanic (beide SV Drochtersen/Assel) betreibt Yannik Jaeschke die Onlineplattform poacher-sports.de.
Zusammen mit Noél Below (Sportfreunde Siegen), Oliver Ioannou, Marcel Andrijanic (beide SV Drochtersen/Assel) betreibt Yannik Jaeschke die Onlineplattform poacher-sports.de. © privat
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Langweilig wird es Yannik Jaeschke in diesen fußballlosen Zeiten nicht. Zusammen mit drei anderen Kickern hat der 27-jährige Stürmer des Regionalligisten TSV Havelse die Onlineplattform Poacher aus der Taufe gehoben. 

Endlich wieder kicken mit den Teamkollegen: Nach der Corona-Zwangspause steht Yannik Jaeschke mit der Havelser Mannschaft seit dem 5. Januar wieder auf dem Rasen – der TSV trainiert wieder auf dem Platz. An Pflichtspiele ist aber natürlich noch nicht zu denken.

„Klar würden wir gerne in der Kabine zusammen weitere Siege feiern. Wir hatten einen richtig guten Lauf“, sagt der 27-Jährige, der mit Havelse Spitzenreiter in der Regionalliga Nord Gruppe Süd ist. Aber Corona hat den TSV vorerst ausgebremst, wegen der Krise ruht der Ball im Amateursport.

So sieht die Startseite von poacher-sports.de aus.
So sieht die Startseite von poacher-sports.de aus. ©

Poacher heißt übersetzt Wildern

Genug zu tun hat Jaeschke aber dennoch. Der Stürmer hat ein Start-up gegründet. Mit Noél Below (Sportfreunde Siegen), Oliver Ioannou, Marcel Andrijanic (beide SV Drochtersen/Assel) betreibt er die Onlineplattform Poacher.

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„Spieler und Vereine wissen oft nicht: Welcher Spieler sucht einen neuen Verein, was suchen die Vereine?“, so Jaeschke. „Je tiefer die Spielklasse, desto größer das Problem.“ POACHER (bedeutet aus dem englischen übersetzt Wildern) soll da helfen.

"Mir hätte sowas helfen können"

Das Prinzip: Vereine können sich auf der Plattform registrieren und hinterlegen, was für einen Spieler sie für welche Position suchen. Spieler können umgekehrt ihre Fähigkeiten, Fotos oder Videos hinterlegen. Also eine Art Scoutingsystem im Amateurbereich ab Regionalliga-Fußball abwärts, über die beide Parteien in Verbindung treten können.

„Hätte es das schon früher gegeben, hätte mir sowas helfen können. Ich habe nicht immer direkt einen Verein gefunden“, sagt Jaeschke. Er studiert BWL in Hannover und ist bei dem Start-up für die Akquise und Finanzen zuständig. Am 5. Dezember des vergangenen Jahres ist die Plattform unter poacher-sports.de an den Start gegangen, mehrere hundert Anmeldungen hat es seitdem schon gegeben.


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Auch Weydandt hilft mit

Auch TSV-Trainer Jan Zimmermann hat Havelse schon angemeldet. „Das Feedback ist bisher durchweg positiv“, sagt Jaeschke. Für Vereine ist die Plattform kostenlos. „Gerade in den unteren Ligen haben die Vereine kaum Geld, da wollen wir helfen“, so Jaeschke. Spieler, die sich anmelden wollen, können zwischen einer kostenlosen Basisvariante oder einer Premiumversion mit zahlreichen Extrafunktionen wählen. Der Kostenpunkt hierfür liegt zwischen 3,95 und 6,95 Euro.

Auch prominente Unterstützung hat das Start-up. 96-Stürmer Hendrik Weydandt hat ein Video der Plattform über seinen Instagram-Account geteilt, sagt darin: „Das coole ist, dass man durch wenig Aufwand eine Menge erreichen kann. Das hilft nicht nur den Sportlern sondern auch den Vereinen.“

Jaeschkes Vertrag in Havelse läuft aus

Der Kontakt zu „Henne“ kam über Torben Engelking zustande, der mit Weydandt jahrelang zusammen in einer WG gewohnt hat. „Er ist ein ganz sympathischer Typ und fand die Idee richtig cool“, so Jaeschke. „Er weiß um die Probleme in den unteren Ligen“, sagt Jaeschke. Vor seinem Wechsel zu 96 spielte Weydandt bei Groß Munzel und Germania Egestorf/Langreder.

In den vergangenen Wochen hat Jaeschke eine Menge Arbeit in das Projekt gesteckt. „Kurz vor dem Start waren das schon so zehn bis zwölf Stunden pro Tag“, sagt er. Der Aufwand hat sich gelohnt. Aber bei aller Begeisterung für die Plattform – Jaeschke hofft, sie nicht bald selbst in Anspruch nehmen zu müssen. Sein Vertrag in Havelse läuft aus, in dieser Saison erzielte er in neun Spielen sechs Treffer. Eine gute Quote. „Ich fühle mich sehr wohl beim TSV“, sagt er.