14. Mai 2019 / 20:58 Uhr

TSV Hillerse: Das einmalige Brüderduell um den Platz im Tor

TSV Hillerse: Das einmalige Brüderduell um den Platz im Tor

Nick Heitmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Unbenannt
Sind Konkurrenten im Tor beim TSV Hillerse: Leon (l.) und Tom-Luca Divjak. © Cagla Canidar
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In der Fußball-Landesliga gibt es ein nicht gerade alltägliches Torwart-Duell: Beim TSV-Hillerse bewirbt sich ein Brüderpaar um den Platz im Kasten - dank einer Regelung gibt es aber keinen Knatsch zwischen den beiden.

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Hillerses Neu-Coach Mohamed Melaouah bezeichnet die beiden als „gute Torhüter“, sein Vorgänger Willi Feer sieht in ihnen sogar „das beste Torwart-Duo der Fußball-Landesliga“. Was nach nett gemeinten oder motivierenden Trainer-Komplimenten klingt, sind vielmehr Beweise für das Funktionieren einer alles andere als alltäglichen Konstellation: Mit Leon und Tom-Luca Divjak bewerben sich nämlich zwei Brüder um den Platz im TSV-Gehäuse – und erhalten abwechselnd den Zuschlag.

Tom-Luca Divjak spielte sieben Jahre beim VfL Wolfsburg

„Diese Situation ist schon außergewöhnlich. Ich wüsste nicht, dass es so etwas noch mal gibt“, sagt Tom-Luca (20), Rufname Luca. Anfangs orientierte er sich an seinem zwei Jahre älteren Bruder („Als Kind wollte ich wohl ins Tor, weil Leon das auch gemacht hat“), schaffte 2010 den Sprung vom TuS Müden-Dieckhorst zum VfL Wolfsburg. Sieben Jahre durchlief er die Nachwuchsabteilung, spielte unter anderem an der Seite von Gian-Luca Itter (bisher sieben Bundesliga-Einsätze) und Phillip Menzel (dritter Keeper der VfL-Profis).

Landesliga: TSV Hillerse gegen TSC Vahdet Braunschweig

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Landesliga: TSV Hillerse gegen TSC Vahdet Braunschweig © Cagla Canidar
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Auch Luca Divjak träumte lange von einer Karriere im bezahlten Fußball, „aber das ist ein schwieriger Weg. Dafür muss man ein Ausnahmetalent sein“, weiß der 20-Jährige, der die VfL-Zeit nicht missen möchte: „Ich habe viel mitgenommen, taktisch, technisch, fußballerisch, von den Trainingsinhalten her.“

Davon profitiert auch sein älterer Bruder. „Auf die Technik hat bei mir früher niemand geachtet, da gibt mir Luca schon Tipps. Manchmal sagt er: ,Ich weiß nicht, wie du es machst, aber irgendwie hältst du die Bälle ja doch‘“, erklärt Leon Divjak schmunzelnd. „Das ist technisch natürlich nicht immer sauber, aber was zählt, ist das Ergebnis.“

Mehr heimischer Fußball

Er selbst wechselte 2015 aus Müden nach Hillerse, Luca Divjak nahm sich nach der VfL-A-Jugend eine sechsmonatige Fußball-Auszeit und kam Anfang 2018 zum TSV.

In dieser Saison ist Rotation angesagt: War Leon Divjak im ersten Halbjahr noch in den Landesliga-Spielen die Nummer 1, während sein jüngerer Bruder im Bezirkspokal spielte, wechseln sie sich – wenn nichts dazwischenkommt – seit der Rückrunde alle zwei Partien ab.

Landesliga: TSV Hillerse gegen SCW Göttingen

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Landesliga: TSV Hillerse gegen SCW Göttingen. ©

„Wir haben kein Problem mit dieser Regelung, zumal es Spaß macht, zusammen zu trainieren“, erklärt der Ältere. Und Luca Divjak ergänzt: „Da entwickelt sich auch mal brüderlicher Ehrgeiz, aber entzweien kann uns der Sport nicht. Wir fahren gut mit der derzeitigen Situation, jeder erhält Spielpraxis, jeder kann sich beweisen.“ Denn schließlich, so der 20-Jährige, „will man nicht schlecht aussehen, wenn der andere vorher gut gehalten hat. Im Vordergrund steht natürlich das Wohl der Mannschaft.“

Hillerse kämpft gegen den Abstieg, will auch in der nächsten Saison in der Landesliga spielen. Mit den beiden Brüdern als Torwart-Duo. „Wir haben darüber gesprochen, dem sollte nichts entgegenstehen“, so Leon Divjak. Bleibt’s auch bei der Rotation? „In dieser Saison ändert sich nichts daran, danach sehen wir weiter“, so Melaouah, der das Traineramt nach Feers Rücktritt jüngst vorzeitig übernommen hat. „Normalerweise bin ich bei Torhütern aber ein Freund der 1a- und 1b-Lösung.“

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