21. April 2020 / 11:23 Uhr

Aycicek, McGuinness & Ullmann: TSV Kolenfeld holt erfahrenes Trio aus Wunstorf

Aycicek, McGuinness & Ullmann: TSV Kolenfeld holt erfahrenes Trio aus Wunstorf

Nicola Wehrbein
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Deniz Aycicek (links), Daniel McGuinness und Robin Ullmann werden bald nicht mehr das Trikot des 1. FC Wunstorf, sondern des TSV Kolenfeld überstreifen.
Deniz Aycicek (links), Daniel McGuinness und Robin Ullmann werden bald nicht mehr das Trikot des 1. FC Wunstorf, sondern des TSV Kolenfeld überstreifen. © Christian Hanke
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Über diesen Dreierpack kann sich Steffen Dreier ganz besonders freuen: Der TSV Kolenfeld hat Deniz Aycicek, Daniel McGuinness und Robin Ullmann verpflichtet - und zwar unabhängig von der Liga-Zugehörigkeit. "Ein Glücksfall", sagt der Trainer des abstiegsbedrohten Bezirksligisten.

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Wird die Saison nach den Sommerferien zu Ende gespielt? Dieser Vorschlag des Niedersächsischen Fußballverbandes liegt derzeit auf dem Tisch – und hat viele Fragen aufgeworfen. Etwa die Sache mit den Wechselfristen. Ab wann sind abwanderungswillige Akteure für ihren neuen Verein spielberechtigt? Nach aktueller Lage der Dinge dann, wenn die laufende Serie abgeschlossen wurde – das könnte im Winter oder womöglich erst im nächsten Kalenderjahr der Fall sein.

Trainer und Trio verbindet gemeinsame Fußballvergangenheit

Doch vollkommen unabhängig vom Zeitpunkt steht fest, dass drei hochkarätige Neuzugänge den TSV Kolenfeld verstärken werden: Robin Ullmann, Deniz Aycicek und Daniel McGuinness wechseln vom 1. FC Wunstorf zum benachbarten (abstiegsbedrohten) Bezirksligisten. Ein echter Transfercoup.

„Dass drei Akteure dieses Kalibers zu uns kommen werden, ist ein Glücksfall, einfach nur großartig. Absolute Spitzenklasse “, sagt Steffen Dreier. Den Kolenfelder Spielertrainer und Ullmann, Kapitän beim Landesligisten aus Wunstorf, verbindet eine lange gemeinsame Fußballvergangenheit. „Wir haben von der D-Jugend bis in die ersten Herrenjahre zusammen beim 1. FC gespielt“, erklärt Dreier. Der Kontakt sei nie abgebrochen.

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„Robin ist auf mich mit dem Wunsch zugekommen, sich uns gemeinsam mit Deniz Aycicek und Daniel McGuinness anzuschließen. Wir freuen uns riesig.“ Das Trio habe keine finanziellen Forderungen gestellt, sondern wolle schlicht etwas kürzertreten und mit Leuten kicken, „die sie von früher kennen“. Die Zusage gelte auch für den Fall, dass der TSV absteigt. Aktuell ist er mit acht Zählern aus 18 Begegnungen Tabellenletzter der Staffel 2, es könnte durchaus passieren, dass der Aufsteiger nach nur einem Jahr wieder zurück in den Kreis muss.

"Auch mal andere Dinge auf der Prioritätenliste"

Von der Landesliga in den Bezirk oder vielleicht sogar in die Kreisliga – Ullmann erklärt die Beweggründe: „Der 1. FC Wunstorf plant einen Umbruch mit jungen Spielern, da hätten wir natürlich mitziehen können. Uns lagen auch Angebote anderer Landesligaklubs vor. Aber nach so vielen Jahren im Leistungsfußball hat man als fast 31-Jähriger auch mal andere Dinge auf der Prioritätenliste.“ Da sei die Liga nicht so entscheidend.

„Vielmehr möchten Daniel, Deniz und ich mit Freunden, Spaß, Lust und Laune Fußball spielen. Die Verbundenheit zum TSV Kolenfeld ist groß, speziell zu Steffen Dreier. Ich bin mit Torwart Christian Kremeike befreundet. Paul Petruk, Meechok Janthoon und Fabian Sack sind meine Arbeitskollegen. Also lag der Schritt nahe. Wir haben nette Gespräche geführt und sind uns schnell einig geworden.“

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Vom Entschluss bis zur Ausführung kann es nun allerdings eine ganze Weile dauern. Denn wann und in welcher Form die Saison fortgesetzt wird, steht noch in den Sternen. Solange die Serie läuft – und sei es bis ins nächste Jahr hinein – bleibt das Trio im Dress der Wunstorfer in der Landesliga am Ball.

"Absolut legitim, alles in Ordnung"

„Die drei sind für uns gute und wertvolle Spieler, die ihre Verdienste an den Erfolgen des Vereins haben“, betont FC-Sprecher Andreas Schmitz. „Wenn sie sportlich kürzertreten und zum TSV Kolenfeld wechseln wollen, ist das absolut legitim. Der Kontakt zum Nachbarverein ist sehr eng und gut. Alles in Ordnung.“

Es gestalte sich in Anbetracht der aktuellen Unklarheiten schwierig, am Kader zu basteln, fügt Schmitz hinzu. „Grundsätzlich wollen wir einen Umbruch mit jüngeren Spielern einleiten. Insgeheim ist es schon unser Ziel, irgendwann wieder in die Oberliga aufzusteigen. Aber erst mal müssen wir schauen, wann und wie diese Serie weitergeht. Es ist halt alles sehr verwirrend momentan.“