26. Oktober 2018 / 15:03 Uhr

"Jeder kann gegen jeden gewinnen": Schwierige Wochen für die Frauen des TSV Limmer 

"Jeder kann gegen jeden gewinnen": Schwierige Wochen für die Frauen des TSV Limmer 

Nils Weinert
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Trainer der Frauen vom TSV Limmer: Tobias Lehmann
Trainer der Frauen vom TSV Limmer: Tobias Lehmann © Sascha Priesemann
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Die Frauen des TSV Limmer stehen nach sieben Spielen auf dem letzten Tabellenplatz der Regionalliga Nord. Nur fünf Punkte konnten sie bisher einfahren. Wir haben mit Trainer Tobias Lehmann über die Ursachen für die aktuelle Situation und die Aussicht auf den weiteren Saisonverlauf gesprochen.

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In der Regionalliga Nord hat es für die Frauenmannschaft des TSV Limmer bislang wenig Grund zum Feiern gegeben. Mit nur fünf Punkten aus sieben Spielen ist der TSV das Schlusslicht der Regionalliga Nord. Das ist die schlechteste Ausbeute seit dem Aufstieg 2014. Dabei begann die Saison für die Limmeraner Frauen sehr vielversprechend.

Seit Aufstieg stets oben angegriffen

Erstmals seit dem Aufstieg aus der Oberliga steht der TSV Limmer auf einem Abstiegsplatz. Die Limmeraner Frauen haben seit 2014 in jeder Saison an der Tabellenspitze mitgespielt und standen am Ende im oberen Tabellendrittel. In ihrer ersten Regionalliga-Spielzeit landeten die Frauen vom TSV gleich auf dem dritten Platz und setzten somit ein dickes Ausrufezeichen.

Das Erfolgsrezept dafür? "Im ersten Jahr spielte die Freude an der neuen Liga eine ganz große Rolle", blickt Trainer Tobias Lehmann zurück. Wichtig war auch der Erhalt wichtiger und erfahrener Spielerinnen. "Wir haben uns immer mit zwei, drei Neuzugängen verstärkt, aber der Kern der Mannschaft war der gleiche. Jede wusste, was sie zu tun hat."

Bilder vom Spiel im DFB-Pokal der Frauen zwischen dem TSV Limmer und dem SV Werder Bremen.

Laura-Sophie Rau (Limmer) im Zweikampf mit Verena Volkmer. Zur Galerie
Laura-Sophie Rau (Limmer) im Zweikampf mit Verena Volkmer. © Sielski
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Im vergangenen Jahr folgte dann jedoch ein riesiger Umbruch beim TSV Limmer. Neue Spielerinnen, ein komplett neues Trainerteam und die Abgänge einiger Leistungsträgerinnen. Keine leichte Situation, aber beim TSV wollten sie die Situation gemeinsam meistern.

Schwindendes Selbstvertrauen

Und es fing alles gut an: Aus den ersten beiden Spielen konnte die Elf vom Trainer-Team um Tobias Lehmann und Yvonne Tünnermann vier Punkte mitnehmen. Das Heimspiel gegen den FC St. Pauli gewannen die Limmeraner Damen mit 1:0. Gegen Aufstiegskandidat VfL Jesteburg nahm der TSV immerhin einen Punkt mit.

"Wir haben eine sehr gute Vorbereitung gespielt", sagt Lehmann. "Der Saisonstart war definitiv gut. Danach ist das Selbstvertrauen mit der Zeit geschwunden." Ein Grund dafür sei auch das Spiel gegen den SV Meppen II gewesen.

"So eine Klatsche tut Jedem weh"

Mit 1:9 verloren der TSV Limmer das Auswärtsspiel im Emsland und rutsche danach auf den letzten Tabellenplatz ab. "So eine Klatsche tut Jedem weh. Das kratzt auch schon mal am Selbstbewusstsein." Hinzu kamen etliche Ausfälle von wichtigen Spielerinnen, die dem TSV in dieser Situation wenig geholfen haben.

Die Bilder der Saison 2018/2019 in Hannovers Amateurfußball:

Kirchdorfs Dennis Lattmann kracht nach einem Foul von Björn Fischer in die Bande und bekommt direkt noch eine Bierdusche. Zur Galerie
Kirchdorfs Dennis Lattmann kracht nach einem Foul von Björn Fischer in die Bande und bekommt direkt noch eine Bierdusche. ©

"Keiner wusste, wo der Rückstand auf einmal herkam"

Das letzte Spiel gegen den direkten Konkurrenten Holstein Kiel verloren die Frauen des TSV Limmer mit 1:3. Schon nach 19 Minuten lagen sie mit 0:2 hinten. "Wir haben in der ersten Halbzeit sehr gut mitgespielt und mitgehalten", lobt Lehmann, "Wo die Tore auf einmal herkamen, wussten wir auch nicht."

Der Coach der Limmeraner betonte die unzureichende Kaltschnäuzigkeit: "Die Kielerinnen waren eiskalt vor dem Tor - wir eben nicht. So kam es, dass wir das Spiel im Endeffekt verloren haben." Mit einem Sieg hätte der TSV die Abstiegsplätze verlassen können - stattdessen stehen sie jetzt mit fünf Punkten am Tabellenende.

Fehlende Konstanz

Die aktuelle Regionalliga-Saison beschreibt Tobias Lehmann als sehr ausgeglichen. "So eng war die Leistungsdichte in der Liga noch nie. Jeder kann gegen Jeden gewinnen. Meistens entscheiden individuelle Fehler die Partien." Es sei schlicht eine Kopfsache, die Spiele in dieser Saison für sich zu entscheiden

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Lieber Eiswasser als Zirkeltraining? Wir hätten da einige Vorschläge für Deine Ausrede beim Trainer ... Zur Galerie
Lieber Eiswasser als Zirkeltraining? Wir hätten da einige Vorschläge für Deine Ausrede beim Trainer ... ©

Was den Frauen vom TSV Limmer allerdings fehlt, scheint klar: "In dieser Saison ist es so, dass wir in fast jedem Spiel über eine Halbzeit mindestens gleichwertig mit dem Gegner sind. Uns fehlt einfach die Konstanz über 90 Minuten."

Platz 1 in der Fairnesstabelle

Die Frauen des TSV Limmer gelten als besonders fair. Nur drei gelbe Karten haben die Limmeraner auf ihrem Konto - keine rote. Damit führt die Mannschaft von Lehmann und Tünnermann die Fairnesstabelle der Regionalliga Nord an.

"Noch keinem Gegner unterlegen"

Das könnte allerdings auch negative Auswirkungen haben. Fehlt dem TSV die nötige Härte im Spiel, um mit den Gegnern mitzuhalten? "An der fehlenden Härte liegt es definitiv nicht", betont Lehmann, "Wir waren noch keinem Gegner körperlich unterlegen."

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Schwierige Wochen für den TSV

In den nächsten Wochen warten harte Gegner auf den TSV Limmer. Am nächsten Spieltag wartet der Tabellenführer SV Henstedt-Ulzburg. Eine schwierige, aber nicht unlösbare Aufgabe. Gegen den VfL Jesteburg, der gegen den Spitzenreiter mit 4:0 gewann, konnten sich die Limmeraner ein Unentschieden erkämpfen.

Danach kommt es zu einem wichtigen Duell: Der direkte Tabellennachbar TV Jahn Delmenhorst ist zu Gast in Linden. TSV-Trainer Lehmann möchte das Spiel aber keineswegs zu hoch anpreisen: "Ich sehe die Partie nicht als Schlüsselspiel. In unserer Situation ist jedes Spiel ein Schlüsselspiel. Wir müssen jedes Wochenende erneut unsere Punkte sammeln."

In den darauffolgenden Wochen geht es gegen den Zweit- und Drittplatzierten der Regionalliga Nord.

Zwei Punkte Abstand

Grund zur Sorge besteht trotz der dürftigen Punkteausbeute des TSV Limmer nicht. Es ist noch früh in der Saison und lediglich zwei Punkte trennen den Tabellenletzten von den Nichtabstiegsrängen. Aufgeben sollten sich die Frauen vom TSV also noch lange nicht!

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