17. März 2021 / 18:57 Uhr

"Musste mich nicht erst überreden": TSV Luthe verlängert mit Trainer Steffen Ulrich

"Musste mich nicht erst überreden": TSV Luthe verlängert mit Trainer Steffen Ulrich

Dirk Herrmann
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
 Steht auch in der neuen Saison an der Seitenlinie des TSV Luthe: Trainer Steffen Ulrich.
Steht auch in der neuen Saison an der Seitenlinie des TSV Luthe: Trainer Steffen Ulrich. © Rico Person
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Schon vor dem Treffen habe er hinsichtlich seiner sportlichen Vorstellungen „signalisiert, dass ich hier mit dem Thema noch nicht ganz am Ende bin", sagt Steffen Ulrich. Und bleibt dem Bezirksligisten TSV Luthe ein weiteres Jahr treu. 

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Gähnende Leere im Luther Vereinsheim, aber im Büro des TSV-Klubhauses brennt Licht. Wann auf dem Sportgelände an der Kleinen Heide wieder rege Betriebsamkeit herrschen wird, kann niemand genau sagen, doch an diesem Tag im März gibt es vor Ort Wichtiges zu besprechen. Axel Bommert und Steffen Ulrich haben sich verabredet, um in der aufgrund der Coronakrise fußballfreien Zeit nach vorn zu schauen.

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Mittlerweile sind seit dem bislang letzten Heimspiel der ersten Herren in der Bezirksliga 4, der 1:3-Pleite gegen Aufsteiger MTV Engelbostel-Schulenburg, mehr als fünf Monate vergangen, trotzdem gilt es, schon einmal einen Weg in die Zukunft abzustecken: TSV-Spartenleiter Bommert will wissen, ob Ulrich in der nächsten Saison seine Arbeit als Trainer in Luthe fortzusetzen gedenkt.

Bilder zum Spiel der Bezirksliga 4 zwischen dem TSV Luthe und dem TSV Kolenfeld:

Luthes Martin Arndt setzt gegen Kolenfelds Oliver Haßlöcher zur Grätsche an.  Zur Galerie
Luthes Martin Arndt setzt gegen Kolenfelds Oliver Haßlöcher zur Grätsche an.  ©

Über die Zusage, die Ulrich im Verlauf des rund zwei Stunden dauernden Gesprächs geben wird, habe er sich sehr gefreut, sagt Bommert. Das sei für ihn keine Selbstverständlichkeit gewesen angesichts der eher mageren Ausbeute des Luther Bezirksligateams vor dem Lockdown im November.

„Mit acht Punkten aus acht Spielen sind wir nicht zufrieden. Diese Saison ist bisher nicht von Erfolg geprägt“, sagt der 58-Jährige. „Deshalb war ich auch gespannt, ob Steffen weitermachen will. Für uns war es jedenfalls das erste Anliegen, das zu klären.“ Die weitere Zusammenarbeit, Ulrichs vierte Jahr als Trainer der ersten Herren, wurde per Handschlag besiegelt. „So handhaben wir es traditionell, bei uns gilt das gesprochene Wort“, sagt Bommert.

"Habe kurze Wege und fühle mich wohl“

Als A-Lizenz-Coach könnte sich Ulrich zu höheren Aufgaben berufen fühlen – einen Gedanken daran habe er jedoch nicht verschwendet, sagt der 46-Jährige. „Das ist für mich kein Ziel. Außerdem bin ich Familienvater von drei Kindern und habe einen Beruf, der mich unter der Woche fordert. In Luthe habe ich kurze Wege und fühle mich wohl.“

Schon vor dem Treffen im TSV-Büro habe er hinsichtlich seiner sportlichen Vorstellungen „signalisiert, dass ich hier mit dem Thema noch nicht ganz am Ende bin. Man musste mich zum Weitermachen nicht erst überreden.“ Mit Kim Neubert, ebenfalls im Besitz der A-Lizenz und beruflich beim Niedersächsischen Fußballverband tätig, konnte der TSV Luthe auch den Coach seiner zweiten Herren (1. Kreisklasse 2) für ein weiteres Jahr an sich binden.

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Bei dem Thema, das Ulrich anspricht, geht es darum, „den Prozess der Verjüngung voranzutreiben. Der eine oder andere unserer älteren Spieler steht vor dem Ende seiner Laufbahn. Im Sommer wird es zu einer Ausdünnung des Kaders kommen, darauf müssen wir reagieren.“ Das Durchschnittsalter des TSV-Teams beträgt momentan 26,5 Jahre, etwa zwei Jahre weniger als bei Ulrichs Amtsantritt. „Wir wollen jungen Spielern eine Perspektive bieten und dadurch auch unsere arrivierten Spieler weiter fordern.“

"Wollten eigentlich schon weiter sein"

Bommert, der Ulrich ein „gutes Händchen für Talente“ bescheinigt, will den Trainer bei diesem Prozess unterstützen. „Wir wollen nicht jedes Jahr mit dem Risiko leben, dass wir in der Tabelle nach unten rutschen könnten“, sagt der Spartenleiter. Die Pandemie erschwere indes die Suche nach jungen Kickern aus der Region, die zur angestrebten Entwicklung beitragen könnten. „Eigentlich wollten wir in dieser Hinsicht schon ein bisschen weiter sein“, sagt Bommert.

Einen Schritt weiter ist der Verein derweil in den Planungen, seinen B-Platz in einen Kunstrasenplatz umzuwandeln. Der Bauantrag für das mit etwa 700.000 Euro veranschlagte Projekt, an dem sich der TSV Luthe mit 100 000 Euro beteiligt, wurde genehmigt; einen positiven Bescheid des Regionssportbundes bezüglich der Fördermittel erwartet der TSV noch in diesem Monat. „Anschließend könnten wir in die Ausschreibung gehen“, sagt Bommert, der hofft, dass es mit Fertigstellung des neuen Platzes noch in diesem Jahr klappt.

Rechtzeitig also vor seinem 100-jährigen Bestehen, das der TSV Luthe 2022 feiert.