20. September 2020 / 11:20 Uhr

Starke Luther verlieren beim TSV Mühlenfeld: "Haben den Gegner noch zu zehnt dominiert"

Starke Luther verlieren beim TSV Mühlenfeld: "Haben den Gegner noch zu zehnt dominiert"

Dirk Herrmann
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Luthes Trainer Steffen Ulrich musste sich trotz einer guten Mannschaftsleistung mit einer Niederlage begnügen.
Luthes Trainer Steffen Ulrich musste sich trotz einer guten Mannschaftsleistung mit einer Niederlage begnügen. © Rico Person Fotografie
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"Meine Mannschaft hat nach dem 1:3 eine super Reaktion gezeigt", lobt Luthe-Trainer Steffen Ulrich nach der knappen 2:3-Niederlage gegen den TSV Mühlenfeld. Letztlich habe seinem Team aber die Cleverness gefehlt. Mühlenfelds Trainer Mario Pohl ist glücklich über den Sieg, weiß aber nicht, warum sich seine Spieler so schwer taten.

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Die beiden TSV-Trainer standen nach Spielschluss noch für längere Zeit nebeneinander auf dem Hagener Sportplatz und hatten sich einiges zu erzählen. Die insgesamt 93 Minuten, die für die Mannschaft des Mühlenfelders Mario Pohl gegen die Elf des Luthers Steffen Ulrich mit einem 3:2 (1:1)-Heimsieg zu Ende gegangen waren, lieferten ihnen genügend Gesprächsstoff. Als hätte in diesem einen Punktspiel der beiden Klubs der Bezirksliga 4, das es in den vergangenen Jahrzehnten nie gegeben hat, alles auf einmal nachgeholt werden müssen.

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Nur 63 Sekunden nach dem Anpfiff ging es etwa um die Frage, ob sich das, was Adrian Stammer beim frühen 1:0 für die Luther da gelungen war, auch im Training üben lässt. Wenn es von ihm gewollt war, dass seine Flanke in den Strafraum tatsächlich ein Torschuss in die lange Ecke sein sollte – Respekt. Felix Bibow wurde von der Flugbahn des Balles, den er das erste Mal berührte, als er schon hinter ihm im Netz lag, völlig überrascht. Seinen ersten Saisoneinsatz dürfte sich Mühlenfelds sonst fehlerfreier Torwart, der nach dem Rotationsprinzip diesmal den Vorzug vor Tim Müller erhielt, ganz anders vorgestellt haben.

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Luther Ersatzspieler sieht Rot

Über seinen Kunstschuss musste Stammer selbst noch länger schmunzeln. Weniger zu lachen hatte dagegen sein auf der Ersatzbank sitzende Teamkollege Levin Bommert, dem in einer hektischen Szene ein Schimpfwort herausrutschte, für das er sich in der Halbzeit bei den Beteiligten entschuldigt habe, wie Ulrich später erklärte. Das gute Gehör von Schiedsrichter Ole Scharf sollte ihm dennoch zum Verhängnis werden – Bommert sah auf der Bank die Rote Karte (11.).

Bis auch von den Mühlenfeldern etwas Nennenswertes zu berichten war, verging eine halbe Stunde. So lange blieb es meistens bei ihren Versuchen, die Partie unter Kontrolle zu bekommen, Druck aufzubauen und zum Abschluss zu kommen. Zwei Freistöße brachten dann die Wende: Hussein Saade traf über die Mauer zum 1:1 (37.), Patrick Reiß kurz nach der Pause durch das Gewühl im Sechzehner der Gäste zum 2:1 (53.). Jetzt war Dampf im Spiel des Pohl-Teams, das nach dem 3:1 auf einem sicheren Weg zum Dreier zu sein schien: Saade, von dem dafür ebenso mit Rot bedachten Martin Arndt zu Fall gebracht, verwandelte den fälligen Elfmeter (55.).

Die Luther wirkten angeschlagen, kämpften sich dann aber energisch zurück. Nichts davon zu sehen, dass sie ein Mann weniger waren. Beim Schuss des Mühlenfelders Justin Drechsler gegen den eigenen Pfosten hatten sie noch Pech, ehe Simon Eickemeier nach Marcel Dunkels Hereingabe mit letztem Einsatz den Ball volley zum 2:3 über die Linie drückte (84.). Wäre noch etwas länger gespielt worden, hätten sich die Gäste für ihr Aufbäumen womöglich noch belohnt.

Luthe fehlte die Cleverness

Mühlenfelds Trainer Mario Pohl ist froh über den Sieg, ist aber dennoch nicht ganz zufrieden: "Es wurde uns nichts geschenkt. Ich habe die Luther in Garbsen gesehen, da waren sie ganz leise. Gegen uns war das anders, sie haben sich gewehrt. Das war bisher in jedem Spiel so. Ich weiß nicht, woher es kommt, dass wir uns schwer tun, die richtigen Mittel zu finden."

Luthes Coach Steffen Ulrich ärgert sich über die Niederlage: "Meine Mannschaft hat nach dem 1:3 eine super Reaktion gezeigt. Zu zehnt haben wir den Gegner noch dominiert. Letztlich haben uns ein bisschen Cleverness und Zeit gefehlt. Ein paar Schiedsrichterentscheidungen waren leider zu unseren Ungunsten."

TSV Mühlenfeld: Bibow – Giesecke, N. Pohl, Peters, Greite (46. Busse) – Goro, Ernst (65. Fuhrmann) – Drechsler, Reiß (78. Eicke), Mesenbring – Saade.

TSV Luthe: Beißner – Röß, Brünner, Arndt, Lindemann – Simon Eickemeier, Dunkel, Debener (55. Bettels), Walter, Stammer (80. Cordes) – Abeln (69. Buss).