23. April 2021 / 20:16 Uhr

"Blöder Zeitpunkt, um aufzuhören": Mural bleibt dem TSV Mariensee-Wulfelade treu

"Blöder Zeitpunkt, um aufzuhören": Mural bleibt dem TSV Mariensee-Wulfelade treu

Nicola Wehrbein
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Peter Mural (kleines Bild) bleibt seinem TSV Mariensee-Wulfelade treu und geht in seine vierte Saison als Trainer der ersten Mannschaft.
Peter Mural (kleines Bild) bleibt seinem TSV Mariensee-Wulfelade treu und geht in seine vierte Saison als Trainer der ersten Mannschaft. © TSV Mariensee-Wulfelade/ Thomas Bork
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Peter Mural geht in seine vierte Saison als Trainer des TSV Mariensee-Wulfelade. Statt eines Vertrages gab es einen Handschlag. Für den ambitionierten Kader bedeutet das trotz der unsicheren Corona-Lage: Stabilität. Und die komplette Mannschaft nimmt sich ihren Coach zum Vorbild.

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Peter Mural bleibt auch in der Saison 2021/2022 Cheftrainer beim Kreisligisten TSV Mariensee-Wulfelade. Beide Seiten konnten sich rasch auf eine Vertragsverlängerung einigen. Wobei das Wort Vertrag in diesem Fall glatt gestrichen werden kann – denn: „Ich habe gar keinen Vertrag, den braucht es nicht. Bei uns reicht noch ein Handschlag“, sagt Mural, der im Sommer – oder wann auch immer die Corona-Lage es zulassen mag – in seine vierte Saison beim Neustädter Dorfklub geht. Schon in früheren Jahren wirkte er bei seinem Heimatverein eine lange Zeit als Coach und Spartenleiter. Unterstützung erfährt Mural von den Co-Trainern Bernd Zimpel und Jan Enders.

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Kein guter Zeitpunkt für ein Ende

„Wäre die Serie regulär gelaufen und beendet worden, hätte ich eventuell darüber nachgedacht, ob ich tatsächlich weitermache. Aber jetzt ist ein total blöder Zeitpunkt, um aufzuhören. Deshalb war das für mich kein Thema“, sagt Mural. Gerade in der aktuellen Situation mit der Annullierung der Saison, der langen Corona-Pause und der Unsicherheit, wann es wie weitergehe, brauche es Stabilität auf dem Trainerposten. „Die Jungs wollen doch wissen, woran sie sind.“

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Junger Marienseer Kader strebt nach Höherem

Mural setzt also seine erfolgreiche Arbeit fort. Der TSV Mariensee-Wulfelade sorgte schon in der Saison 2019/2020 für manchen Überraschungscoup – am Ende landete der Dorfklub hinter den Aufsteigern Mellendorfer TV und MTV Engelbostel-Schulenburg auf dem dritten Rang und war damit das bestplatzierte Team aus dem Nordwesten der Region. Auch in der jüngst abgebrochenen Spielzeit mischte die Mural-Elf wieder aussichtsreich in der Spitzengruppe der Kreisliga 2 mit, nach acht Spieltagen hatte sich der TSV lediglich eine Niederlage eingefangen.

Im Umfeld der ersten Mannschaft ist die Euphorie ob des guten Abschneidens in den letzten beiden Jahren sehr groß. Es gibt nicht wenige, die gern nach den (Bezirksliga-)Sternen greifen würden. Und der junge Marienseer Kader steht diesen Ambitionen der Anhänger in nichts nach – auch die Akteure streben nach Höherem.

„Derzeit laufen die Gespräche, offenbar hat niemand Wechselabsichten.“

Und doch mahnt Mural beständig, man müsse die Kirche im Dorf lassen und betont: „Der Ehrgeiz, um Platz eins mitzuspielen, ist natürlich da, aber wir haben keinerlei Zwang oder Erfolgsdruck.“ Auf den Trainer scheint die komplette Mannschaft zu folgen – alle Spieler bleiben nach Stand der Dinge an Bord: „Derzeit laufen die Gespräche, offenbar hat niemand Wechselabsichten.“

Mural hofft auf eine baldige Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs: „Die Jungs wären schon froh, zumindest mal wieder mit dem Ball am Fuß auf den Platz zu dürfen. Es ist doch bekannt, dass draußen an der frischen Luft das Infektionsrisiko äußerst gering ist. Deshalb verstehe ich nicht, was gegen ein geordnetes Training in Kleingruppen spricht, unter Einhaltung aller Hygienevorschriften.“

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Punktspiele indes sieht der Coach angesichts der aktuellen Corona-Entwicklung noch in weiter Ferne. Aber wenn es dann wieder losgeht, sind sie bereit und heiß, Peter Mural und seine Marienseer Spieler.